Große UnterschiedeDezember war sehr mild - und im Süden sehr nass

Der Dezember 2020 lag um 1,6 Grad Celsius über dem Mittel und lag damit unter den 35 wärmsten Dezember seit dem Messbeginn im Jahr 1767.

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© (c) Jürgen Fuchs
 

Der Dezember 2020 ist in Österreich sehr mild und im Süden sehr nass gewesen. Das brachten feuchte Luftmassen mit sich, die aus dem Mittelmeerraum nach Österreich strömten, wie aus der am Mittwoch veröffentlichten Monatsstatistik der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) hervorgeht. An den Alpen staute sich die feuchte Luft. Folgerichtig war Österreich nördlich der Alpen relativ trocken.

"Vor allem in Osttirol und in Oberkärnten fiel die drei- bis knapp neunfache Niederschlagsmenge eines durchschnittlichen Dezembers", sagte Alexander Orlik von der ZAMG. "An einigen Messorten gab es neue Dezemberrekorde, wie zum Beispiel in Millstatt, Döllach, Obervellach, Kornat, Kötschach-Mauthen, Dellach/Drautal und in Lienz. In Lienz war es nicht nur ein Dezember-Rekord, sondern überhaupt die größte Niederschlagsmenge, die hier innerhalb eines Monats gemessen wurde."

In Lienz etwa brachte dieser Dezember mit 440 Millimetern acht Mal so viel Niederschlag wie im Mittel. In Windischgarsten, nur 150 Kilometer entfernt, aber nördlich des Alpenhauptkamms, fielen in diesem Dezember nur 30 Millimeter Niederschlag und damit 70 Prozent weniger als im vieljährigen Durchschnitt.

Neben der Niederschlagsmenge (Summe der Wassermenge aus Regen und Schnee) waren auch die Schneemengen im Süden Österreichs stellenweise im Rekordbereich für einen Dezember. So erreichte die Summe der täglichen Neuschneemenge in Kötschach-Mauthen 245 Zentimeter. Das liegt deutlich über dem bisherigen Dezember-Rekord von 202 Zentimetern im Jahr 2008. In Villach lag die Neuschneesumme im Dezember 2020 bei 100 Zentimeter und übertraf damit deutlich den Rekord aus dem Jahr 1994 von 75 Zentimetern.

An der Nordseite der Alpen gab es wegen des geringen Niederschlags und des größtenteils milden Wetters um rund 20 bis 50 Prozent weniger Schnee als in einem durchschnittlichen Dezember. Im Flachland Ostösterreichs waren es sogar um bis zu 95 Prozent weniger. Zum Beispiel schneite es in Wien auf der Hohen Warte nur einen Zentimeter, im Mittel sind es 17.

Der Dezember war auch relativ mild. Er lag um 1,6 Grad Celsius über dem Mittel und lag damit unter den 35 wärmsten Dezember seit dem Messbeginn im Jahr 1767. Die Zahl der Sonnenstunden lag in der österreichweiten Auswertung um 25 Prozent unter dem Mittel. Es war somit der trübste Dezember seit dem Jahr 2002.

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