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Anti-Terror-PaketDokumentationsstelle legt Muslimbruderschaft-Studie vor

Eine verhältnismäßig kleine Zahl aktiver Mitglieder der Bruderschaft spiele eine unverhältnismäßig große gesellschaftliche Rolle, heißt es.

© APA
 

Die von der Regierung eingerichtete Dokumentationsstelle Politischer Islam hat zeitgerecht zur Präsentation des Anti-Terror-Pakets eine erste Studie veröffentlicht. Diese kommt zum Schluss, "dass die Muslimbruderschaft ein wichtiger Akteur des politischen Islam in Österreich ist und den Islam als der Grundordnung in Österreich und Europa überlegen ansieht", resümierte die Direktorin der Dokumentationsstelle, Lisa Fellhofer, am Mittwoch in einer Aussendung.

Vorangetrieben hatte die Einrichtung der Dokumentationsstelle Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP). Das Projekt, das im Juli startete, war von Beginn an umstritten. So kritisierte die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ), dass die Stelle ausschließlich zur Dokumentation und Erforschung des "politischen Islam", dessen Strukturen und Parallelgesellschaften dient. Eine Zusammenarbeit sei "unter diesen Umständen unzumutbar", sagte IGGÖ-Präsident Ümit Vural.

Grundstein zu einer weiteren Radikalisierung?

Umstritten ist zumindest auch einer der Autoren der nun vorgelegten Studie. Neben dem bekannten Religionswissenschafter Mouhanad Khorchide war dabei auch Lorenzo Vidino, Direktor des Program on Extremism der George Washington Universität, federführend. Er hatte sich schon vor drei Jahren mit einem "Report" zur Muslimbruderschaft Kritik eingefangen. Darin erwähnte Organisationen wie etwa die Muslimische Jugend Österreich (MJÖ) wehrten sich nach der Veröffentlichung erfolgreich vor Gericht.

Die aktuelle Studie der Dokumentationsstelle unterscheidet sich in ihrem Resümee wenig von Vidonos "Report". Durch "straffe Organisation und ein moderates Auftreten" würde es deren Mitgliedern gelingen, "sich an wichtigen Stellen der Gesellschaft zu positionieren, um die muslimische Bevölkerung nach ihren Vorstellungen zu beeinflussen und so auch gegenüber dem Rest der Bevölkerung als Vertretung der Muslime des Landes auftreten zu können", heißt es darin.

"Eine verhältnismäßig kleine Zahl aktiver Mitglieder der Bruderschaft spielt so eine unverhältnismäßig große gesellschaftliche Rolle", analysiert Fellhofer. Darüber hinaus würde die Muslimbruderschaft gesellschaftlich wichtige Debatten zu ihren Zwecken vereinnahmen. "Opfernarrative und eine damit verbundene Wir-gegen-Sie Mentalität fördern die Spaltung der Gesellschaft", lautet nicht zum ersten Mal ein weiterer Schluss. Die Ideologie könne als "Durchlauferhitzer" den Grundstein zu einer weiteren Radikalisierung legen und Rekrutierungsbestrebungen jihadistischer Gruppierungen erleichtern.

Die Studie relativiert aber auch: Der Politische Islam sei nicht zu verwechseln mit politischer Partizipation bzw. gesellschaftlichem Engagement von Muslimen, um die Gesellschaft mitzugestalten, heißt es darin. Der gesamte Bericht ist auf zu finden.

Kommentare (5)
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metropole
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Sensation

Eine sensationelle Meldung der Kl.Z.: die Ministerin Raab hat die Einrichtung der Dokumentationstelle vorangetrieben.Ein Höchtsleistung der Ministerin Raab.Natürlich Riesenartikel in der Kl.Z.!! Sonst noch welche Leistungen dieser Ministerin ???die im Politbarometer unter ferner liefen aufscheint !!

Isidor9
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Sogar Muslimbrüder auf der Universitäten

Wie ich der Kleinen Zeitung und dem Standard entnehmen konnte, gab es auf der Grazer Karl-Franzens-Universität eine Vortragsreihe ,bei der hochrangige Moslembrüder zu Vorträgen eingeladen wurden. Ein dort lehrender Völkerrechtsprofessor soll das eingefädelt haben und mit den Islamisten sogar gemeinsam ein Buch herausgegeben haben. Das gibt es nicht einmal bei uns im Roten Wien. Wie kann denn so etwas unter den Augen der Politik und Medien passieren?

Isidor9
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6
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Wichtige Doku-Stelle

So wie das DÖW eine unverzichtbare Institution geworden ist - daher von den Rechten wütend bekämpft- wird auch die neue Dokustelle " politische Islam" unverzichtbar sein. Von den Islamisten gehasst ,heisst ,dass sie gut arbeitet.

Isidor9
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Jahrelang penetrant weggeschaut

Jahrelang haben Lehrer, Polizei , liberale Muslime und investigative Journalisten auf die Gefahr der Unterwanderung der Gesellschaft durch die Moslembrüder hingewiesen.Linke ,besonders politisch Korrekte" waren die nützlichen Idioten der Islamisten. Hier in Wien vor allem Grüne und SPÖ.

Michl
3
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So ist es; trotzdem gilt bei uns weiterhin die Religionsfreiheit,

obwohl jedem halbwegs vernünftigem Menschen schon längst klar sein müsste, dass sämtliche Religionen Menschenwerk sind; entschuldigen, dass ich das in einem katholischen Medium schreibe.