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Maßnahme würde Kinder schaden Kinderärzte: Präventionsmaßnahmen statt Schulschließung

Größerer Mindestabstand, Plexiglaswände, flexibler Schulbeginn und Schulschluss als gelindere Mittel.

Die Schließung von Bildungseinrichtungen hätte nicht nur gravierende Folgen für die Ausbildung, sondern auch "weitreichende Auswirkungen auf das soziale, psychische und geistige Wohlbefinden der Kinder und Jugendlichen", so die ÖGKJ.
Die Schließung von Bildungseinrichtungen hätte nicht nur gravierende Folgen für die Ausbildung, sondern auch "weitreichende Auswirkungen auf das soziale, psychische und geistige Wohlbefinden der Kinder und Jugendlichen", so die ÖGKJ. © Markus Traussnig
 

Die Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ) spricht sich für bessere Präventionsmaßnahmen innerhalb der Bildungseinrichtungen statt Schulschließungen und Distance Learning aus. In einer Stellungnahme wurden etwa eine Erhöhung der Mindestabstände, Plexiglaswände, konsequentes Maskentragen der Lehrer außerhalb der Klassen sowie flexiblere Schulstart- und -endzeiten angeregt.

"Die Entscheidung über Schulschließungen sollte nicht durch unbewiesene Meinungen, fälschlicherweise von anderen Erkrankungen abgeleitete Annahmen oder unbegründete Angst geleitet werden, sondern auf wissenschaftlicher Evidenz, welche laufend zunimmt, basieren", betonen die Kindermediziner. Kinder würden sich seltener infizieren, weniger häufig symptomatisch erkranken und das Virus seltener weitergeben als Erwachsene. Dies gelte insbesondere für Kinder unter 14 Jahren. Studien würden zeigen, dass Kinder sich deutlich weniger oft anstecken würden als Erwachsene, erklärt Volker Strenger von der ÖGKJ. Schulschließungen hätten keine bewiesene Auswirkungen auf das Infektionsgeschehen, so die Zusammenfassung.

Folgen für die Ausbildung

Die Schließung von Bildungseinrichtungen hätte nicht nur gravierende Folgen für die Ausbildung, sondern auch "weitreichende Auswirkungen auf das soziale, psychische und geistige Wohlbefinden der Kinder und Jugendlichen", so die ÖGKJ. Dazu stellten sie auch die meist berufstätigen familiären Betreuungspersonen vor große Herausforderungen und führten durch deren Ausfall zu Problemen in der Arbeitswelt. Und: "Bei Auftreten eines Infektionsfalles innerhalb einer Kinderbetreuungseinrichtung/Schule ist eine Kontaktpersonen-Nachverfolgung wesentlich einfacher und effizienter möglich als in vielen anderen Bereichen."

Zur "Entschärfung" des Transports von und zur Schule schlagen die Kindermediziner eine Erhöhung der Schulbus-Kapazität und stundenweise Arbeits-Freistellungen für Eltern vor, um die Kinder individuell in die Schule zu bringen. "Dies wäre für Arbeitgeber besser als komplette Schulschließungen."

Außerdem könnte das Kontaktpersonen-Management verbessert werden: Ein einzelner positiver Fall unter Schülern müsse nicht zwangsweise zur Absonderung der gesamten Klasse bzw. aller betroffener Lehrkräfte führen. Die Plexiglaswände würden dazu beitragen, dass bei einem erkrankten Lehrer nicht mehrere Klassen abgesondert werden müssten bzw. umgekehrt. Schließlich sollten die Pädagogen als Schlüsselpersonal gewertet werden und auch als K1-Kontaktperson freiwillig unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen unterrichten können.

Weiters schlagen die Kindermediziner die Evaluierung der Empfehlung vor, bei Infektionen von Kindern bis zehn Jahren nicht die ganze Klasse abzusondern, sondern ohne den infizierten Schüler weiter zu unterrichten und zu testen. Sollte diese positiv ausfallen und keine vermehrten weiteren Infektionen bei nicht abgesonderten Klassen auftreten, könnte dieses Vorgehen auf die Gruppe der bis 12- oder 14-Jährigen ausgeweitet werden.

Kommentare (3)
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samro
19
10
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nach 2 wochen schule

lautete die meldung in der klz:
''klz 1.10.2020
''Corona in der Schule Derzeit 1218 Schüler und 178 Lehrer positiv''''
wieviele sind es jetzt?

wenn man die kinder in den schulen testen will gibts aufstand geschrei weil sich die eltern dagegen wehren.
im sommer musste nach kroatien gefahren werden.
heute wird wieder gejammert.

fragt man sich auch wie die firmen das weiter stemmen koennen?
sperren wir die firmen komplett damit die schulen offen bleibenkoennen?
maerz april mai hat gezeigt dass es gut ging mit distance learning.

wenn in den schulen infektionsgeschehen ist muss man mal handeln.
drosten hat immer gewarnt und bisher waren alle sein prognosen richtig.
die zahlen steigen und die eltern machen sich keine sorgen ob sich ihr kind infizieren koennte und erkrankt?
''„Ein Drittel der spitalspflichtigen Patienten in der Steiermark sind jünger als 60 Jahre, das geht hinunter bis zu Einzelfällen im Kindesalter“, informiert Marczik.''
bis zum kindesalter sind also patienten in den spitaelern.
tut mir leid.
ich verstehe die eltern ncht die ihr kind diesem risiko aussetzen wollen!

esoterl
13
19
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Schulschließunge

Sollte uns dieses Virus erhalten bleiben, werden wir lernen müssen, mit ihm zu leben! Das soll aber nicht heißen, dass die kommenden Generationen ohne Bildung auskommen sollen! Oder ist das im Sinne der Regierung: ein dummes Volk ist leicht zu regieren!!!!!????

BernddasBrot
8
21
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Die Kindermediziner

sind neben den Intensiv - Mediziner eine wichtige Gruppe , die uns zeigen , wie wir mit Covid 19 und den begleitenden Maßnahmen zurechtkommen können . Zumal sie selbst Kinder haben und daher auch genügend Erfahrungen . Primarius Wenisch ist einer von ihnen .