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Was wir über den Täter wissen "Er wollte bewusst das System zerstören"

Er wollte in Syrien für den IS kämpfen, wurde verurteilt und später vorzeitig entlassen. Bei der Bewährungshilfe war er unauffällig. Am Montag wurde ein 20-Jähriger zum eiskalten Mörder.

ANSCHLAG IN WIEN: POLIZEIBEAMTE IM BEREICH DES TATORTS
© APA/ROLAND SCHLAGER
 

Es sind unwirkliche Minuten, die noch lange im kollektiven Gedächtnis Österreichs nachwirken werden. Bewaffnet mit einer automatischen Kalaschnikow, einer Faustfeuerwaffe und einer Machete sowie einer Sprengstoffgürtel-Attrappe richtete ein 20-Jähriger am Montagabend ein Blutbad in der Wiener Innenstadt an. Er rannte durch die Gassen rund um den Schwedenplatz und schoss wahllos auf Passanten. Neun Minuten nach dem ersten Alarm wurde der Täter gestellt und vor der Ruprechtskirche von Polizisten der Sonderheit Wega erschossen. Die schreckliche Bilanz des Terroranschlages: vier weitere Todesopfer, 22 Verletzte.
Stundenlang wurde in der Nacht nach weiteren Tätern gesucht.

Ziemlich sicher ein Einzeltäter

Am Dienstagnachmittag erklärte Innenminister Karl Nehammer schließlich, dass es „derzeit keine Hinweise auf einen zweiten Täter“ gebe. Schock, tiefe Trauer, Fassungslosigkeit. Und viele Fragen: Wie konnte das passieren? Wer war der Täter? Wie hat er sich radikalisiert? War er im Visier der Polizei?

20 Jahre war der Täter alt, zuletzt wohnhaft in Simmering, neben der österreichischen besaß er auch die nordmazedonische Staatsbürgerschaft (albanische Volksgruppe). In Mödling geboren, stammte er aus einer „normalen Familie“, die muslimisch, aber nicht streng gläubig ist, wie sein früherer Anwalt Nikolaus Rast sagt.

Auf dem Weg nach Syrien festgenommen

Die Radikalisierung begann vor einigen Jahren. Die Ideologie des sogenannten Islamischen Staates (IS) faszinierte den Jugendlichen so sehr, dass er sich im Sommer 2018 auf den Weg nach Syrien machte, um für die Terrororganisation zu kämpfen. Weinend sei die Mutter in seiner Kanzlei gestanden, nachdem ihr Sohn untergetaucht war, erzählt Rast.

Noch in der Türkei wurde der Jugendliche festgenommen, im April 2019 musste er sich gemeinsam mit einem Freund in Wien vor Gericht verantworten – wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation und einer terroristischen Vereinigung. Der „Standard“ berichtete von dem Prozess: „Ich habe mir ein besseres Leben erwartet. Eine eigene Wohnung, eigenes Einkommen“, begründete der Angeklagte damals seine Affinität zum IS. Schon 2016 sei er „in die falsche Moschee“ geraten. „Ein Jugendlicher, der seinen Platz in der Gesellschaft gesucht hat“, erklärte sein Strafverteidiger Nikolaus Rast.

Er galt nicht mehr als gefährlich

Das Gericht verurteilte den damals 19-Jährigen zu 22 Monaten unbedingter Haft. Schon im Dezember 2019 erfolgte die bedingte Haftentlassung, weil er nicht mehr als gefährlich eingestuft wurde (siehe rechts). Danach wurde der Mann von einem Bewährungshelfer und dem Verein Derad betreut, der auf die Deradikalisierung radikalislamischer Straftäter spezialisiert ist. Dort soll sich der 20-Jährige brav und geläutert gegeben und zuletzt die Terroranschläge in Frankreich verurteilt haben. Der Verfassungsschutz dürfte ihn nicht als Gefährder gesehen haben. Es habe „zu wenig Hinweise auf aktives Tun“ in Richtung einer terroristischen Betätigung gegeben, heißt es. Ein Staatsbürgerschafts-Aberkennungsverfahren verlief im Sand.

Nach außen vermittelte er das Bild eines in die Gesellschaft integrierten Mannes. Dabei habe der 20-Jährige „in Wahrheit ganz bewusst das System zerstören“ wollen, wie Innenminister Nehammer auf Basis der Ermittlungen betont. Anwalt Rast zeigt sich fassungslos: „Ich habe mich getäuscht, das Gericht hat sich getäuscht. Ich hätte das nie für möglich gehalten, dass er zum Attentäter wird.“ Moussa Al-Hassan Diaw vom Verein Derad will sich zum konkreten Fall nicht äußern, sagt aber zur APA: „Eine 100-prozentige Sicherheit wird es auf keinen Fall geben“, sagt Diaw. Auch bei anderen Anschlägen habe es Täter gegeben, die von ihrem Umfeld nie so eingeschätzt worden wären.

"Viele Hinweise auf Radikalisierung"

Postings des Mannes in sozialen Netzwerken zeigen ihn mit Waffen. Der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Franz Ruf, spricht von einer „Fülle von Hinweisen auf seine Radikalisierung“. In Wien und St. Pölten wurden 18 Hausdurchsuchungen durchgeführt, 14 Personen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis des erschossenen Attentäters festgenommen. Ob sie an dem Anschlag beteiligt waren oder über die Pläne informiert waren, ist unklar. Der IS reklamiert den Anschlag auf seiner Plattform für sich. Das Innenministerium überprüft das Bekennerschreiben.

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Liemo
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@scionescio

In so einem undurchsichtigen Umfeld geht man üblicherweise, wenn man keine genaueren Informationen hat und die Faktenlage unsicher ist, vom Worst-Case-Szenario aus.
Daher muß man mal von mehereren Angreifern ausgehen und entsprechend handeln. Umgekehrt wäre nämliche eine Annahem ("es ist eh nur einer") dies sich dann als falsch herausstellt sehr viel gefährlicher!
Also aus polizeitaktischer Sicht alles richtig gemacht!

Stell dir vor, es wäre von "nur" einem Attentäter ausgegangen worden, entsprechend "wenig" Kräfte in den Einsatz gebracht worden und dann kommt man drauf, es sind doch 5 Terroristen....

scionescio
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@Liemo: das ist völlig richtig und als erste Annahme der einzig richtige Weg ...

... mir erschließt sich nur nicht, warum man 18 Stunden gebraucht hat, um herauszufinden, dass es doch nur ein geistesgestörter Fanatiker war. Es ist auch beschämend, dass das Innenministerium gleich lange braucht, um die tatsächliche Anzahl an Verletzten zu eruieren - ein schlagkräftiger, gut organisierter und koordinierter Sicherheitsapparat schaut anders aus - das riecht eher nach dem mittlerweile schon üblichen Chaos und macht mir gewaltige Angst, wenn ich daran denke, was passiert wäre, wenn mehrere gut ausgebildete Terroristen einen vom IS geplanten Anschlag verübt hätten!

Liemo
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@scionescio

Naja, ich trau mich vom Sofa daheim nicht wirklich zu beurteilen, ob 18 Stunden viel oder wenig sind. Wenn du Augenzeugen keine eindeutige Auskunft über die Anzahl der Täter geben können, muß ich halt bis zu den Zeitpunkt, an dem es wirklich gesicherte Informationen gibt, davon ausgehen, dass es mehr sind....
Tut ja keinem weh, auf der sicheren Seite zu sein...
Natürlich kann man daheim vom Sofa aus jede Kleinigkeit kritisieren, das ist leicht....

scionescio
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@Liemo: man kann natürlich ebensogut alles super finden oder auch für alles eine Ausrede/ Entschuldigung parat haben ...

... aber glaubst du wirklich, dass ein ausgebildeter Attentäter mit einer Maschinenpistole und einem vollen Lokal neben dem anderen in 9 Minuten nur vier unschuldige Menschen ermordet hätte?
Braucht man wirklich 18 Stunden, in denen man die Bevölkerung in Ungewissheit und damit Angst lässt, um zu erkennen, dass die Fehlalarme wirklich Fehlalarme waren?
Mich stört, dass sich jetzt alle als Superhelden feiern lassen, obwohl angeblich mehr als 1000 (!) Polizisten und Heeresangehörige im Einsatz waren (sind) und es trotzdem nur ein glücklicher Zufall war, dass die Spezialeinheiten wegen eines anderen Anlasses gerade in der Nähe waren ... bei einer Handvoll Profis wäre wohl eine dreistellige Opferzahl zu beklagen gewesen.

0A0G4FLK9CKZ4QC8
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Was ist eine normale Familie in der heutigen allgemeinen Meinung?

Bildung, gutes Benehmen, gute Manieren, Respekt, Rücksicht, Altruismus und Empathie sind doch total out, was bleibt noch übrig um als normale Familie zu gelten???
Das würde mich echt interessieren.

Zwibe
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ganz normale Familie

ja, das dachte ich mir auch.
Offenbar ist die Definition einer "ganz normalen Familie" in den gewissen religiösen Kreisen ein ganz anderer .......

Hgs19
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Unsere Justiz

Zadic treten sie zurück - das alles gehört ihnen! Sie können es sich aber mit dem Therapeuten teilen!
Doppelstaatsbürger - geheilt - nicht überwacht - Mitglied einer terroristischen Vereinigung - wo hat die Justiz da ermittelt?

hermannsteinacher
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In der Regierung Bierlein war Frau Dr. Zadic noch gar kein Regierungsmitglied.

Nach Entlassung aus dem Gefängnis ermittelt oder auch überwacht die Justiz nicht.

KarlZoech
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@ Hgs19: Zum Zeitpunkt, als dieser spätere Mörder freigelassen wurde, war Frau Zadic noch nicht Justizministerin. Also was hat Frau Zadic damit zu tun?

Dies verwerflichen, terroristischen Mordtaten sind ein zu ernstes Thema für billige Polemik!
Wofür ich aber eintrete: Bei Terrorverdächtigen, bei IS-Sympathisanten sollte es keine vorzeitige Entlassung geben. Wobei mir aber klar ist, dass noch die Wenigsten in der Haft gebessert wurden. Und dieser Mörder hätte seine Tat dann womöglich einige Monate später verübt.

Hgs19
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@karl ...

Die Verantwortung für die Nichtüberwachung nach ihrer Ministerangelobung gehört dann wem?

hermannsteinacher
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Der Polizei

bzw. dem Innenministerium.

evalesacher
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Täter;Terrorist

......aus vollkommen normaler Familie🤦‍♀️🙈😡Wer‘s glaubt!

erstdenkendannsprechen
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er hat auch sicher immer

freundlich gegrüßt.

Zwiepack
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Wer Kinder hat und 100%ig sicher ist, dass die nie falsch abbiegen

werfe den ersten Stein

glashaus
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oder

er werfe zwiepack.

Morpheus17
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...hatte wir ja in Graz auch

Manche Medien versuche es schön zu reden. ORF etwa hat Anfangs von "Schüsse in Wien" berichtet. Klenk hat dann gleich Mal zwei Medien vernadert ... keine Presseförderung .., weil Videos veröffentlicht wurde wo eindeutig ein Terrorist internationaler Herkunft zu sehen war. Warum sollte so ein Video verboten werden? Spannend war eigentlich, dass Nehammer relativ schnell von Terror sprach. Damit hat er die Schönrederei schwer torpediert.

Irgendeiner
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Du verwuschelst da vorsätzlich und absichtsvoll was,

die Polizei selbst hatte aufgerufen keine Videos vom Einsatz irgendwo während des Einsatzes zu zeigen,weil es die Beamten gefährdet,denn wenn ich einen Terroranschlag plane sitzt sicher einer von meinen da, der die Infos kontrolliert,dann weiß ich wo die sind und diesen Selbstschutz der Staatsgewalt haben welche frech unterlaufen,das hätte Leben kosten können wenn es wirklich eine gut organisierte Gruppe gewesen wäre und nicht so wie es jetzt ausschaut ein einzelner Spinner.Und Du halt dich an die Fakten.

ordner5
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Behörden-Schlamperei?

Wie bitte, kommt dieses Prachtstück zu einem österr. Pass? Was war seine Leistung? Reicht da schon ein Antrag zur Mindestsicherung? Wien, Wien– – – –

Irgendeiner
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Muß man Euch alles mehrfach sagen,Eltern mit verschiedener

Staatsbürgerschaft, kennst das eigene Recht nicht,warum pudelst dann?

KarlZoech
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@ ordner5: Dieser irre geleitete Mörder ist schon hier geboren worden.

Warum sollte so jemand nicht die Staatsbürgerschaft erhalten? Dass der einmal ein terroristischer Mörder wird, das ist ja für niemand vorauszusehen.

7987a204570ba84eb757a99df2ab8e42
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Der war in Wien geboren!

ber
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Österreichischer Pass

Jeder österreichische Staatsbürger kann sich einen Pass ausstellen lassen.

glashaus
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Mit aller Härte

Sämtliche Leute, die sich jemals zum IS bekannt haben und daher amtsbekannt sind, gehören lebenslang weggesperrt. So eine Ideologie ist nicht leicht auszumerzen.

joulrich
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Falsche Moschee und fehlende Überwachung

Zwei Punkte gebe einem zum Denken:
"Er stammte aus einer vollkommen normalen Familie. Für mich war das ein Jugendlicher, der das Pech gehabt hat, an die falschen Freunde zu geraten. Wäre er nicht in eine Moschee, sondern zum Boxen gegangen, wäre er Boxer geworden" - mit diesen Worten charakterisierte der Wiener Strafverteidiger Nikolaus Rast jenen Täter, der am Montagabend in Wien mindestens vier Menschen erschossen hat.

Das ist Beispielhaft für viele andere Attentäter, die Radikalisierung passiert nicht von den Eltern oder Verwandten sondern in ganz speziellen Umfeld.

"Offenbar wurde er Ende des Vorjahrs als nicht mehr gefährlich eingestuft - ansonsten wäre seine vorzeitige, mit 5. Dezember erfolgte bedingte Entlassung aus dem Gefängnis nicht bewilligt worden."

Überwachung muss man natürlich von Fall zu Fall entscheiden, aber Jugendliche die mit 18/20 für den IS kämpfen wollen sollte man schon zumindest einige Jahre überwachen. Dafür braucht die Polizei mehr spezialisiertes Personal sprich mehr Mittel.

samro
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wobei wir

dann gleich hoeren werden: polizeistaat.
die polizei hat bei vielen dingen einfach derzeit gusch zu machen. das ist die rolle die man ihr gegeben hat.
und das ist falsch.
solche dinge brauchen ueberwachung. in diesem fall haetten wir heute vielleicht nicht tote und menschen die um ihr leben ringen!

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Wann spricht man von einem Polizeistaat?

Kein Mensch wird von "Polizeistaat" sprechen, wenn man die Polizei mit neuester Technik ausstattet und mehr Personal ausrüstet. Da hat man noch lange keinen Polizeistaat. Wenn man aber die Polizei mit sehr weitreichenden Kompetenzen wie in Ungarn oder Polen, ausstattet kommt man immer näher in die Richtung eines Polizeistaates. Das will man natürlich auch nicht. Ich finde, dass wir hier eine gute Ausgewogenheit haben und ich will auch keine amerikanischen Verhältnisse. Der gegenständliche Fall wäre mit Sicherheit durch mehr "Polizeistaat" genau so wenig zu verhindern gewesen, da der Fehler bei Gesetzen und Gerichten (vorzeitige Entlassung, psychologisches Gutachten????) gemacht wurde. Für eine anschließende, ausreichende Überwachung dieser Personen, wird wohl zu wenig Personal und auch mangelnde Technik schuld sein, doch dann hätte man nicht ab dem Jahre 2000 die Polizei und das Bundesheer zu Tode sparen dürfen. Man darf aber nicht vergessen, dass für die Überwachung dieser Personen in erster Linie der BVT zuständig ist und für dessen „Hilflosigkeit“ hat ja Kickl gesorgt. Der daraus resultierte Vertrauensverlust der anderen Geh.dienste mit einer zögerlichen Weiterleitung von vertraulichen Informationen an den BVT ist wohl auch kein Vorteil.

samro
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technik

''wenn man die Polizei mit neuester Technik ausstattet und mehr Personal ausrüstet. Da hat man noch lange keinen Polizeistaat. Wenn man aber die Polizei mit sehr weitreichenden Kompetenzen wie in Ungarn oder Polen, ausstattet kommt man immer näher in die Richtung eines Polizeistaates.''

technik allein und personal koennen ohne aktiv eingesetzt zu werden NULL verhindern.
egal wann die person dem gefaengnis '' entkommt'', ab diesem zeitpunkt ist bei solchen dingen eben wieder gefahr.
die polizei braucht dazu kompetenzen und moeglichkeiten um slche dinge schnell und effizient zu ueberwachen.

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@samro, welche Kompetenzen braucht sie noch um effizient zu überwachen, ausser bessere Technik und Personal?

Wenn ein Eingriff in den Privatbereich erforderlich ist, muss dieser lediglich von einem Richter genehmigt werden. Alles andere ist für die Exekutive oder den BVT ohnehin möglich. Ich weiß nicht was sie wollen oder forden.
Videocams in jedem Wohnzimmer oder was?

georgXV
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???

und wir haben LEIDER viel zu viele Staatsanwälte und Richter, die viel zu milde Urteile aussprechen und sich scheuen, straffällig gewordene Gäste aus dem Morgenlande wieder nach Hause zu schicken (O.K., das trifft hier NICHT zu).

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@georgXV, O.K., "das trifft hier NICHT zu". Warum schreibst du es dann?

Wenn Du uns jetzt noch erklären kannst wie das rechtlich möglich ist "einen staffällig gewordenen Gast aus dem Morgenland" wieder nach Hause zu schicken, wäre ich, die Regierung, ja ganz Österreich ausgesprochen dankbar. Leider Gottes müssten Rückführungsabkommen vorhanden sein und wenn man jemanden einfach ausweisen wollte, müsste man eine Reihe von Gesetzen ändern. - Daher ist es derzeit aufgrund der geltenden Gesetzeslage einfach nicht möglich, so gerne wir das alle hätten. Diese Gesetze wurden erlassen, da gab es solche Bedrohungen einfach nicht und es wäre höchst an der Zeit eine Anpassung vor zu nehmen. Im Fremdenpolizeigesetz ist zu lesen, dass die Verbüßung einer Freiheitsstrafe kein Grund sein kann eine Ausweisung zu veranlassen. Das gehört schon längst herausgenommen und gerade von der ÖVP/FPÖ-Koalition wäre so eine Änderung zu erwarten gewesen, doch reden ist eben leichter als handeln.

georgXV
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genauso ist es !!!

"... müsste man eine Reihe von Gesetzen ändern ..."
Dann fangt doch bitte ENDLICH an.
Es kann so NICHT weitergehen.
Natürlich ist auch die Genfer Konvention auf die "neue" Stituation anzupassen.
Ich könnte mir vorstellen, daß die Väter der "Genfer Konvention" straffällig gewordene und verurteilte Menschen NICHT gebührend in ihren Texten berücksichtigt haben.
Straffällig gewordene und verurteilte Menschen mißbrauchen das Gastrecht und sind OHNE wenn und aber SOFORT auszuweisen.

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@georgXV, man muss allerdings schon am Boden bleiben.

Die Genfer Konv. werden wir nicht ändern können.
Auch wenn man alle innerstaatlichen Voraussetzungen schaffen würde, wohin würden sie ausweisen? In welches Land? Ins Herkunftsland? Da muss man zuerst das Herkunftsland wissen und dann muss das Herkunftsland die Person auch nehmen. Das hatten wir schon alles, als unsere Hercules über Marokko Kreise ziehen durfte, aber leider keine Landeerlaubnis erhielt. So sind die Herrschaften mit dem Marokkaner wieder nach Hause geflogen und haben mit der Aktion 150.000 Euro in den Wind gesetzt. Alles nicht so einfach. Geschimpft ist leicht, doch denke einmal darüber nach wie man das realisieren könnte? Zur Erklärung; der Ausdruck "Gastrecht", wird von der FPÖ verwendet ist aber nicht zutreffend. Gäste sind Urlauber und alle anderen, die Asyl oder eine Rotweiß Rot-Card haben, sind daher berechtigt hier und benötigen kein Gastrecht. Alle ohne Asyl oder Aufenthaltsberechtigung sind unberechtigt hier, also auch kein Gastrecht. Das Thema ist sehr, sehr komplex und fast nicht lösbar. Geschimpft ist leicht, gelöst sehr schwer, wenn nicht unmöglich. Wenn du Dich ein wenig mehr mit den geltenden Gesetzen und Bestimmungen sowie mit den Möglichkeiten wie diese zu ändern sind beschäftigen würdest, könntest du erkennen, dass deine Forderungen reines Wunschdenken sind. Wenn das so einfach wäre, gäbe es in Frankreich nicht alle drei Monate einen Terroranschlag.

PiJo
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Falsche Politik !!

Wir haben zu lasche Gesetzgebung, wenn Verurteilte nach kurzer Zeit wieder auf freiem Fuß sind ohne die verhängte Strafe verbüßen zu müssen. Ein Gutachten von wem auch immer und einen guten Rechtanwalt und die Freiheit ruft.

dieRealität2020
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Aus meiner Sicht stellt sich die Frage, ob hier gewissenhaft dem Gesetze entsprechend gehandelt wurde.?

Einerseits bis zur Verhandlung und zur Verurteilung sind gewisse Prozesse abgelaufen, das ist eine Sache, andererseits gibt es ein Prozedere für die bedingte Entlassung, das ist eine andere Sache.
.
Außerhalb eines positiven Verhaltens während der Haftzeit, was unumgänglich ist, wird vom Vollzugsgericht in derartigen Fällen zusätzlich ein Gutachten von einen gerichtlichen Sachverständigen für die Zukunftsprognose beauftragt. Der Gutachter hat hier eine günstige Zukunftsprognose erstellt.
.
Hier ist es für mich nicht nachvollziehbar. Auf Grund welcher Voraussetzungen erfolgte diese positive günstige Zukunftsprognose? Natürlich man kann in einen Täter nicht tatsächlich hineinschauen.
.
Eine Entlassung, selbst wenn keine zusätzlichem Maßnahmen vorhanden sind, nicht aufhalten. Heute Morgen oder Übermorgen, die Gerichts- und Vollzugspraxis zeigt, es gibt immer "Wiederholungstäter" die bereits einige Tage (es gab Fälle wo bereits der Täer nach einigen Stunden rückfällig wurde) nach ihrer Entlassung bis zur vorsätzlichen Tötung rückfällig wurden.

dieRealität2020
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Der Attentäter besaß neben der österreichischen auch die nordmazedonische Staatsbürgerschaft.

Das ist einer der Punkte den ich in diesen Geschehnissen zum Sachverhalt und dem Gerichtsurteil nicht nachvollziehen kann. Ich vermute, was ich nicht gerne mache, dass hier eine ihm nahestehende Person sich in diesen Verfahren von Anfang an stark eingesetzt hat.

georgXV
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bitte NICHT vergessen !!!

meines Wissens entscheiden über die Verleihung der Staatsbürgerschaft KEINE Gerichte, sondern ist dies Landessache.
Auch ist uns bekannt, daß bei der Vergabe politische Parteien direkt oder indirekt (Parteibuch) mitsprechen.
Die Parteien haben jedenfalls ein sehr großes Interesse an neuen Wählern und so geht es oft sehr schnell.

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Ich hätte jetzt nur gerne gewußt ob der Täter gleich gehandelt hätte, ohne österr. Staatsbürgerschaft.

🤔🤔🤔

samro
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es ist einfach nur

schrecklich und alle kraft den familien die ihre lieben verloren haben.
allen verletzten in den spitaelern und dabei besonders dem jungen polizisten: werdet alle wieder ganz gesund!

ein schrecklicher absolut grausamer angriff, der einfach nur erschrocken macht!
solche duerfen nie gewinnen!

WASP
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ORF TV Thek

Das einzig Richtige hat Kardinal Christoph Schönborn, den ich persönlich sehr schätze, gesagt. Trotz aller Traurigkeit und Schwere der Tat darf man "Hass mit Hass" nicht begegnen. In diese Kerbe schlägt auch Mag. Ümit Vural, der mich auch beeindruckt. Wir sollten diese beiden Jungs ernstnehmen. Mit einem gesunden Gottvertrauen, egal von welcher Seite, sollten wir uns nicht spalten lassen. Frei nach der Metal Band Stryper "To hell with the devil"
Ich habe bis dato in meinem Leben bei Weitem mehr mir wohlgesonnene Menschen getroffen als welche, die mir Probleme machten. Schaut's euch die Statements an!

scionescio
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Die Volksseele kocht und die hetzerischen Populisten gewinnen wieder Oberwasser, weil ein offensichtlich geistesgestörter Amok gelaufen ist ...

... und ihr gebt ihm damit genau die Aufmerksamkeit, die diese Gestörten brauchen - und ermuntert damit weitere Gestörte, die in ihrem erbärmlichen Leben zumindest einmal Aufmerksamkeit wollen.
Für mich schaut es nicht nach einem gezieltem und durchgeplanten Terroranschlag des IS aus, sondern mehr nach der schrecklichen Tat eines geistesgestörten (sonst könnte er kein IS Sympathisant sein) Einzeltäters aus - traurig genug, dass er so lange seine Blutspur ziehen konnte, obwohl er zum guten Glück nicht militärisch ausgebildet war (sonst hätte es viel mehr Opfer gegeben).
Bin schon gespannt, wann bekanntgegeben wird, wie viele Täter es tatsächlich waren und wie gut der Überblick der Einsatzkräfte wirklich gewesen ist - ist für mich ein großer Unterschied, ob Österreich jetzt zum Ziel des internationalen Terrorismus auserkoren wurde und generalstabsmäßig ein großes Attentat mit ausgebildeten Terroristen durchgeführt (was ich nicht glaube) oder ein Geistesgestörter amokgelaufen ist - für die bedauernswerten Opfer macht es keinen Unterschied, aber vielleicht hilft es den gerade wieder aufkeimenden Hass im Land etwas zu zügeln.

hfg
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Wenn sie jeden islamisten als

Geistesgestörten betrachten haben sie recht. Weil potentiell ist jeder IS Kämpfer mehr oder weniger Geistesgestört.

scionescio
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@hfg: natürlich ist ein Moslem nicht geistesgestört (oder nicht mehr als ein Hindu, Jude, Christ, etc) ...

... jemand der bereit ist für den IS zu morden und selbst sein Leben dafür zu geben, ist es in meinen Augen definitiv.

weinsteirer
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Das wundert Sie?

Wenn geistige Nackerpatzerl beim Militärkommando anrufen und „befehlen“ die Regierung festzunehmen dann zieht bei unserer Justitz der Hochverratparagraf und es setzt 15 Jahre Haft! Wenn die verlassene Freundin den Ex anschwärzt dieser hätte das Foto eines Diktators im Schlafzimmer hängen, dann gibts kein Pardon. Aber weil ein verurteilter Unterstützer eines derzeit aktiven Terrorregimes bekundet geläutert zu sein wird dieser vorzeitig entlassen. Die Opfer von Wien könnten alle noch leben!

dieRealität2020
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sorry, ihre Ausführungen sind zT. nicht unrichtig,

nur hier trifft es nicht zu: "...Die Opfer von Wien könnten alle noch leben..." die Erfahrungswerte mit Täter aus den Terrorbereich nach einer Haft zeigen, dass sie größtenteils wieder rückfällig werden, egal nach welcher Art der Entlassung. Die Taten waren nach den gegebenen Umständen nicht verhinderbar, sondern unwesentlich bis zur Besorgung einer Waffe nur aufschiebbar.
.
Aus meiner Sicht gab es im Endeffekt nur einen einzelnen Täter, der zur Beschaffung der Waffe Hilfe hattet. Das zeigt u.a. die Sprenggürtelattrappe, denn sonst hätte ihn "eine Guppe" auch diesen scharf gemacht. Das derartiger Attentate immer wieder sofort von Gruppen und deren Anhänger in Anspruch genommen werden ist hinlänglich bekannt.

erstdenkendannsprechen
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im großen und ganzen gebe ich ihnen voll recht:

maximale aufmerksamkeit, maximale angst - und damit "berühmtheit" ist wohl das ziel jeden terrors. und niemand, der nicht gestört ist, kann sich wohl in die rolle wünschen.
die "einzeltäter-hypothese" unterstütze ich so nicht ganz. da läuft schon vorher kommunikation, radikalisert wird man wohl auch nicht, wenn man nicht mit gleichgesinnten in kontakt ist, sich austauscht und anstachelt. die durchführung muss nicht koordiniert sein. ausgebildete terroristen brauchts gar nicht für solche anschläge: verwirrte, gestörte buben reichen.

samro
2
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dazu wurde gerade in deutschen medienviel berichtet

''die "einzeltäter-hypothese" unterstütze ich so nicht ganz. da läuft schon vorher kommunikation, radikalisert wird man wohl auch nicht, wenn man nicht mit gleichgesinnten in kontakt ist, sich austauscht und anstachelt.''
eben das sich finden in einer gruppe, in der sich diese jungen dann zuhause und aufgenommen und wichtig fuehlen, ist das moment das antreibt.
von allein kommen ja die wenigsten drauf mal in diese kerbe zu schlagen. aber gruppendynamik und diese dinge spielen dabei eine grosse rolle.
ich hoffe dass unsere polizei die gruppen aushebt und ihre sympathisanten!

Letschi01
11
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?

Unter den Islam-Anhängern gibt es aber leider überdurchschnittlich viele "Geistesgestörte"? Da stellt sich die Frage, ob das eine das andere bedingt.

samro
4
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die frage

der radikalisierung.
die frage ist man faehig ueber ein medium, hier religion, zu radikalisieren?

samro
1
9
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antwort

ja ueber religion kann sehr gut radikalisiert werden.

Hardy1
23
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Täterfürsorge vor Opferschutz.....

.....die Saat der linken Träumer trägt Früchte.....

Irgendeiner
1
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Aha, also wenn sie dich erschießen

ist das Fürsorge, Dein Reich ist auch nicht von dieser Welt,nicht.

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