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Pfand für EinwegKünftig soll es in jedem Geschäft Mehrwegverpackungen geben

Außerdem ist ein Pfand auf Einweggebinde und eine Abgabe auf Kunststoffverpackungen für Produzenten und Importeure geplant.

Bei vielen Discountern gibt es derzeit keine Mehrwegflaschen © Natalia Klenova - stock.adobe.com
 

Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) verstärkt den Kampf gegen Plastikmüll. Mit einem Drei-Punkte-Plan will sie einerseits den Müllberg reduzieren, andererseits Strafzahlungen an die EU vermeiden. Dabei denkt sie an eine Quote für Mehrwegflaschen im Handel, ein Pfand auf Einwegflaschen und eine Abgabe für Erstellung und Import von Kunststoffen, sagte die Ministerin am Montag in Wien.

Demnach wird der Handel verpflichtet, bei Getränkeverpackungen ab 2023 mindestens 25 Prozent Mehrwegflaschen zu verkaufen. Der Anteil soll 2025 auf mindestens 40 Prozent, 2030 auf mindestens 55 Prozent steigen. "Die Bringschuld liegt beim Handel", so Gewessler zur Überprüfung der Quote. Grundsätzlich soll es in jedem Geschäft Mehrwegflaschen geben, Ausnahmen seien aber für kleinere Geschäfte angedacht.

In den 1990er-Jahren gab es in Österreich bereits solche Quoten und Mehrweganteile von fast 90 Prozent - jetzt sind es nur mehr 19 Prozent, erinnerte Gewessler. Zu Materialien für Mehrwegflaschen will die Ministerin keine Empfehlung abgeben, wichtig sei die Wiederverwendung. Aber alle Studien zeigten, dass ohne Pfand die EU-Sammelvorgaben nicht einzuhalten seien.

3-Punkte-Plan gegen die Plastikflut

Auf Einwegflaschen soll es künftig daher ein solches Pfand geben. Über die Höhe werde noch diskutiert, sagte die Ministerin. Studien kommen zu Empfehlungen im Bereich von 25 bis 30 Cent je Flasche.

Als Drittes will die Ministerin von Importeuren und Produzenten von Plastikverpackungen 80 Cent Abgabe je kg verlangen. Allerdings soll diese Abgabe nach ökologischen Kriterien gestaffelt werden und bei hohen Sammelquoten sinken.

Auch die EU verlangt 80 Cent je kg für nicht wiederverwerteten Kunststoff von den Mitgliedsländern. Da Österreich derzeit die geforderten Sammelquoten nicht erfüllt, drohen Strafzahlungen von 160 bis 180 Mio. Euro, erinnerte Gewessler. Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) habe angekündigt, diese Summe aus dem Budget und damit mit dem Geld der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler zu begleichen. "Da bin ich anderer Meinung", so die Ministerin, denn so mache es für die Menschen keinen Unterschied ob sie Plastik sammeln oder nicht. Mit ihrem Drei-Punkte-Plan wolle sie hingegen einen Lenkungseffekt erzielen und die Plastikmenge reduzieren.

Für die Mehrwegquote und das Pfand auf Einwegflaschen kann es schnell gehen, beides soll in der Novelle zum Abfallwirtschaftsgesetz festgeschrieben werden, die "in den nächsten Wochen" in Begutachtung gehen soll. Über die Verpackungsabgabe gebe es mit den Beteiligten seit Juli Gespräche. Die Umweltschutzorganisationen Greenpeace, Global 2000 und WWF begrüßten den 3-Punkte-Plan gegen die Plastikflut.

In Österreich fallen derzeit jährlich 900.000 Tonnen Plastikmüll an, davon 300.000 Tonnen Verpackungsmaterial, davon wiederum 45.000 Tonnen Getränkeverpackungen. Wobei für Tetrapack-Verpackungen derzeit kein Pfand angedacht ist.

Kommentare (43)

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alphaalpha
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Wäre ...

es nicht am Einfachsten, Plastik schrittweise aus den Produktionsprozessen zu eleminieren. Dann brauchen wir uns über das Recycling keine Gedanken mehr machen. Natürlich will die Industrie davon nichts wissen und natürlich ginge das zu Lasten der allgemeinen Bequemlichkeit, aber Leute, so können wir NICHT weiter machen!!
Das kostet uns unsere Gesundheit, die Böden gehen kaputt, unsere Wasserqualität schwindet etc. etc.

schteirischprovessa
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Die Entscheidung treffen die Konsumenten vor dem Regal.

Eigentlich sollten auch die großen Handelsketten mitziehen. Doch mitnichten: ich kaufe nur mehr die Nudeln in der grünen Papierverpackung, wegen der Umwelt und weil sie gut sind.
Wollte das im Urlaub beim Spar auch machen, nur dort gibt es sie nicht. Sind nicht gelistet, das entscheidet die Zentrale, würde mir gesagt.
Aber Lob an die Mitarbeiterin, sie hat mir den Weg zum nächsten Billa exakt beschrieben.

UHBP
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Jetzt hat die Umweltministerin Leonore Gewessler auch ihre Pressekonferenz, und gut is.

Die ÖVP hat ja schon klargestellt, dass das nicht im Regierungsübereinkommen steht und deshalb auch kein Thema für sie ist.
Liebe Leonore, gründe einen Arbeitskreis, den du dann bis zur nächsten Wahl regelmäßig tagen lassen kannst. Mehr schaut derzeit nicht heraus. Aber das weißt du wahrscheinlich eh selber viel besser.

schteirischprovessa
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Kaum kommt von der Regierung was sinnvolles,

kannst du wohl nicht anders, als mit Unwahrheit über die ÖVP herziehen.
Bist du einer jener, die im roten Filz aus SPÖ, Gewerkschaften und AK wie die Mäde im Speck leben?
Die Mehrheit deiner Kommentare lässt die diesbezügliche Vermutung aufkommen.

Hausverstand
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Türkises Verständnis von Kreislaufwirtschaft

Wie lassen die Grünen im Kreis laufen und machen nur, was die Wirtschaft will.

margret229
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Konzentrate verwenden

Was spricht dagegen, dass wir bei den Getränken vermehrt zu Konzentraten greifen, die man zu Hause, bei der Arbeit, usw. nach belieben verlängert. Wir hätten viel weniger Plastikflaschen und auch der Transportaufwand würde sich deutlich reduzieren.
Ob die Qualität der Getränke geringer wäre, sollte genau untersucht werden. Ich glaube nicht, dass allgemein, das Leitungswasser schlechter ist als das in den Plastikflaschen mitgelieferte Wasser.

Plantago
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Das Brausepulver

wird wiederbelebt.

Plantago
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Der Österreicher ist ein Esel,

dem man alles aufladen kann. Nur zu!

Jamestiberius
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?

Was meinen Sie mit "aufladen"? Die Paletten voller Plastikflaschen, die Österreicher nach Hause fahren und damit die Umwelt verschmutzen?

Plantago
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Wer verschmutzt mit Plastik die Umwelt??

Plastik wird säuberlich in gelben Säcken gesammelt und vom Entsorger-Betrieb abgeholt, - und dann recycelt. Aber beim Kistenschleppen mit Glasflaschen werden einige wenig Freude haben.

Jamestiberius
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Aso..?

Warum, der Österreich trägt doch auch sehr bereitwillig und ausdauernd seine Bierkisten nach Hause..?

Plantago
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und die Frauen die Mineralwasserkisten?

Aber die haben jetzt ja alle diese revolutionäre Sprudeltechnologie angeschafft, da gibt es bald kein Mineralwasser mehr zu kaufen.

clba
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es ist traurig

wenn durch ein paar gehirnlose Umweltverschmutzer das Pfandsystem eingeführt werden muss. Tatsache ist, dass das Produkt dadurch teuerer wird weil es ja einen Mehraufwand bedeutet. Den bezahlt der Konsument

UHBP
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cl...

"..durch ein paar gehirnlose Umweltverschmutzer"
Wohl die Tragweite des Problems nicht einmal im Ansatz erkannt?

ichbindermeinung
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die neuen Steuern und Zölle zur Rückzahlen der 390 Corona Milliarden

tagesschau de vom 21 Juli 2020.........."Wie wird das Geld zurückgezahlt?
Die Rückzahlung soll vor 2027 beginnen und bis 2058 laufen. Damit die Rückzahlung der großen Summe aus dem EU-Haushalt nicht die normale Arbeit der EU lahmlegt, erhält die EU eigene Einnahmequellen. Dazu soll Anfang 2021 eine Plastik steuer auf nicht rec yclebares Plastik eingeführt werden. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, dass EU-Regierungen für jede Tonne unre cy clebaren Verpackungsmüll aus Kunststoff 800 Euro nach Brüssel überweisen sollen.
Zudem wird die EU-Kommission Pläne für eine D i g i t a l s t e u e r und eine sogenannte CO2 - Grenzsteuer ausarbeiten. Diese sollen "spätestens 2023" eingeführt werden. Mit der Grenz steuer werden Importe aus Staaten belastet, die keine strengen Klimaschutzvorgaben wie die EU haben. Dies soll gleiche Wettbewerbsbedingungen für EU-Unternehmen garantieren, zumal die EU zugleich eine Steigerung der CO2-Verschmutzungspreise plant. Zudem soll der Flug- und Schiffsverkehr in den Emissionshandel einbezogen werden. Als eigene Einnahmenquelle der EU wird eine Finanztransaktionssteuer eingeführt.

adabei11
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Pfand

es ist schon eigenartig, dass in Österreich schon wieder etwas nicht funktioniert bevor es eingeführt wird.
In anderen Länder, Skandinavien, Deutschland usw. funktioniert dies bereits seit Jahrzenten, in Österreich ein, wie üblich ein fast unüberwindliches Problem

Kristianjarnig
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Generell eine gute Idee, ein Pfandsystem. Plastik, Glas, alles was sonst irgendwie in der Natur endet(vielerorts zumindest)...

...allerdings halte ich denkbar wenig von "Alleingängen" wie z.b. Österreich, ein Zwerg in Europa, ein noch "größerer" Zwerg weltweit der sicher auch kaum die "großen" wie USA, China, Russland, Nigeria, Brasilien, INDIEN und Co. dazu anregen könnte ähnliche Wege zu beschreiten. Die meisten kennen Österreich ja noch nichtmal bzw. wüßten nicht wo sie das Land auf einer Weltkarte finden sollten....

ABER - wir könnten es zumindest in Europa versuchen - dann allerdings auf EU Ebene und da müßten dann unsere Politiker mal zeigen das nicht nur heiße Luft in ihnen steckt. Ich weiß, viel verlangt. Aber bei der Gage die die kassieren eigentlich eine vernünftige Forderung finde ich.
Ob Österreich was einführt oder eben nicht wird zu keinerlei merkbarer Trendwende führen, so realistisch muß man nun mal sein.

Beispiel Italien - ich arbeite hier unten, im tiefsten Süden. Morgens, wenn ich mal wieder um 0455 auf dem Weg zum Flughafen bin stapeln sich teilweise die Plastiksäcke mit "wildem" Müll auf und neben der Straße(!!). Dazu findet man beim Radfahren in der Natur aber auch an "ausgewählten" Plätzen rund um größere Städte wilde Mülldeponien. Mir unverständlich, da es durchaus großteils bereits ein recht gutes Mülltrennungssystem in Italien gibt. Aber eben keinen Pfand.

Es bringt wenig hier Einzelaktionen zu tätigen, es benötigt massivsten Lobyismus(mal einen von der guten Sorte) um ein Pfandsystem VERPFLICHTEN innerhalb der EU einzuführen.

gberghofer
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Deutschland hat auch ein Pfandsystem wie viele europäischen Staaten

Bitte verlassen sie ihre Scheuklappenmentalität. EU-weit würde das nie eingeführt werden da gibt es zu viele Länder (die das nicht goutieren würden.

dude
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Ein sehr schöner Beitrag, Kristianjarnig!

Vor allem auch Ihre persönliche Wahrnehmung aus Süditalien!
Sie haben völlig recht, dass Österreich in Europa ein Zwerg ist und weltweit kaum wahrgenommen wird. Trotzdem bin ich überzeugt, dass wir im Rahmen unserer bescheidenen Möglichkeiten handeln müssen. Sofort! Wenn wir warten bis sich alle Lobbyisten in Europa und weltweit auf ein Pfand- und Recycling-System geeinigt haben, ist es zu spät!
In diesem Fall kann Österreich durchaus den "Alleingang" wagen. Wobei es ohnehin kein Alleingang wäre. Unser großer Nachbar im Norden praktiziert das Flaschen- und Dosenpfandsystem schon lange! Mit gutem Erfolg!
Solche nationalen Erfolge können durchaus ansteckend sein und ein Land könnte von den Erfahrungen der Nachbarn lernen!

melahide
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Ein

Pfand empfände ich persönlich gut. Man muss ja nicht alles in Plastik kaufen. Es geht auch sehr viel in Papier und anderen Dingen. Natürlich ist es „bequemer“ in Dosen bzw Plastik zu kaufen. Es ist eine Umstellung ... ich hab lange Zeit, aus Bequemlichkeit oder Ignoranz, sehr viel in Plastik gekauft. Hab dann aus Eigenantrieb umgedacht. Beim Bäcker gibt es kein Plastik, am Bauernmarkrt auch nicht. Wenn der Konsument es einfordert wird auch ein Supermarkt umstellen! Wichtig wäre halt ein gutes Pfand System. Nicht, dass man dann die Sachen nur dort zurückgeben kann wo man kauft..

Peterkarl Moscher
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Umwelt kostet !

Nicht zu vergessen die Verpackungs Tonnen bei Wurst und
Fleisch in der Selbstbedienung, klar man braucht weniger
Personal hinter der Theke und muss sich nicht anstellen!
Bei Mineralwasser sollte sofort auf Pfandflaschen umgestellt
werden, diese sind sogar auf Almen im Wald verstreut !
Man hat alles drauf aufgebaut " selbst nehmen" damit weniger
Personalaufwand, das Ergebnis bekommen wir jetzt zu spüren!

melahide
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Haben

Sie recht. Früher hat der Bäcker sein Brot in Papier eingepackt und der Fleischer sein Fleisch auch. Beide sorgten auch für Arbeitsplätze und für eine gute Beratung. Jetzt hat man verpacktes Fleisch aus Grossschlachtereien. Empfinde ich nicht als Upgrade

Hildegard11
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Die Ministerinnen der Grünen ...

....arbeiten, die der Schwarzen quatschen nur.

DergeerderteSteirer
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Es gibt wie überall ein + und ein - , dies ist jedoch eine schon lang überfällige Entscheidung welche unverzüglich durchgeführt werden "muss" !!

Da können gewisse Leute jammern und raunzen wegen dem Mehraufwand beim einkaufen und bei der Retourware, da wir nicht im Plastik und den Microteilen ersticken sollen also ab und durch !

duMont
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Bitte den Pfand ab 2021 wir ersticken an den Plastik

Sehr gute Idee Frau Minister. Gratuliere. Na endlich,
Vielleicht gibt es schon Verpackungsmaterialien, die man kompostieren kann und niemand traut sich die zu verkaufen, weil es nur eine Fabrik für Plastikflaschen geben darf.

derhannes
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Logistischer Mehraufwand

Das Plastikflaschenpfand gibt es in Deutschland schon lange. Der logistische Mehraufwand ist gewaltig und wirkt sich negativ auf die CO2-Bilanz aus. Das sollte berücksichtigt werden.

 
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