Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

Corona-Ausbreitung kritischExperte fürchtet "potenziell schwierige" Herbstsituation

Laut Niki Popper kommt "die Dynamik bei Jungen" auch wieder bei den Risikogruppen an. Corona-Ampel sei deshalb ein "wichtiger Schritt".

Simultationsexperte Niki Popper © APA/HERBERT NEUBAUER
 

Mit einer "potenziell schwierigen Ausbreitungssituation" im Herbst rechnet Simulationsforscher Niki Popper von der Technischen Uni (TU) Wien beim Blick auf die Covid-19-Epidemie. Die aktuelle "Dynamik bei den Jungen" könne zeitversetzt auch dazu führen, dass die älteren Risikogruppen wieder stärker mit dem Virus konfrontiert sind. Bei der Eindämmung gebe es noch Luft nach oben, so Popper zur APA.

Tatsächlich hat sich im Sommer der Anteil der Covid-19-Fälle stark in Richtung der Altersgruppe der 15- bis 30-Jährigen verschoben: Für Mitte August zeigen Auswertungen der EMS-Daten durch Popper und sein Team etwa, dass rund die Hälfte der über den Monat hinweg kontinuierlich steigenden Fallzahlen in dieses Alterssegment fallen. Zur Erinnerung: Am Beginn der Epidemie lag der Schwerpunkt auf den 45- bis 60-Jährigen und 60- bis 75-Jährigen.

Die Prognosen des TU Wien Modells um den Lockdown im März hätten relativ bald erkennen lassen, dass die Kapazitäten im Gesundheitssystem ausreichen werden. Aufgrund der Erfahrungen der vergangenen Monate sieht der Simulationsforscher auch jetzt keine problematischen Auswirkungen auf das Gesundheitssystem, speziell die Hospitalisierungen zukommen, "weil die Therapie viel effizienter ist als im Frühling".

Kritisch sei aber die Ausbreitung zu sehen: "Der Druck ist schon höher als er damals war. Das liegt unter anderem daran, dass wir diesmal nicht bei null oder zwei Fällen anfangen, sondern jetzt weit verbreitet viele Herde haben und wahrscheinlich auch eine höhere Dunkelziffer", sagte Popper. Dass die Fallzahl momentan nicht stark steigt, liege den Modellen folgend vermutlich an der Struktur der Cluster, dem "Gegendruck", den die Maßnahmen noch ausüben und einem derzeit ausreichenden Isolieren positiver Fälle.

Wenn im Herbst nun wieder verstärkt Indoor-Aktivitäten mit größeren Menschenmengen anfahren und zeitversetzt mit den fallenden Temperaturen der Wintertourismus und die Grippesaison einsetzen, würden sich die Strukturen in den Ausbreitungsnetzwerken ändern und die gesetzten Maßnahmen in ihrer Wirkung schwächer. Gleichzeitig wird der Aufwand der Test- und Nachverfolgungsstrategie (TTI-Strategie) mit steigenden Fallzahlen schnell höher und dürfte für diesen Fall noch immer nicht ausreichend gut funktionieren.

Auf Basis der aktuellen Daten scheint das vor allem regional sehr unterschiedlich zu sein. "Die Tests dauern zu lange, es ist nach wie vor oft unklar, wer warum getestet wird, und das Nachverfolgen der Kontakte dürfte laut den zur Verfügung stehenden Zahlen sehr unterschiedlich in den Bundesländern sein", so Popper, der hier aktuell "viele Mini-Epidemien" sieht, "die wir eigentlich auch im Griff haben könnten". Die Instrumente dazu seien da, lediglich das Zusammenspiel "funktioniert halt nicht ausreichend".

In den neuen Modellrechnungen von Popper kommt es unter sich verschlechternden Voraussetzungen um die dritte September-Woche zu einem merklichen Anstieg. Popper: "Dann sagen alle, die Schulen sind schuld", obwohl die Gründe vielschichtiger seien. Eine richtige zweite Welle erwartet der Forscher zwar nicht, aber ein "Dahinmäandern", das ab einem gewissen Zeitpunkt in den Modellen auch wieder schnell ansteigt. "Der Anstieg hängt in den Simulationen direkt vom Wechselspiel gesetzter Maßnahmen zur Kontaktreduktion, Abstand und Hygiene sowie der TTI Strategie ab. Wenn sich durch die Entwicklung ein Faktor erhöht, muss man an den anderen arbeiten", so der Experte.

Die Mechanismen hinter der Epidemie verstehe man mittlerweile viel besser als noch im Frühjahr. Wenn jetzt der Covid-19-Anteil unter den recht mobilen und oft asymptomatisch infizierten 15- bis 30-Jährigen höher ist, sei auch damit zu rechnen, dass die momentan "gut geschützten vulnerablen Gruppen" wieder verstärkt mit dem Erreger in Kontakt kommen. Spätestens dann schlage sich die Entwicklung auch wieder in einer Vervielfachung an Personen nieder, die eine Spitals- oder Intensivbehandlung brauchen, sagte Popper. Da der Anteil der schweren Fälle durch verbesserte Therapien aber auch bei diesen Gruppen niedriger sein dürfte, kann das Gesundheitssystem länger gut damit umgehen als im Frühling, auch wenn man sich eben nicht in Sicherheit wiegen dürfe.

Damit es nicht so weit kommt und der "Grunddruck" überschaubar bleibt, müsste - um möglichst viel im Herbst öffnen zu können - auch die TTI-Strategie in der Umsetzung effizienter werden. Popper verweist auf eine durchaus positive Eigenschaft des SARS-CoV-2-Virus, der laut den Berechnungen stark über "Superspreader" verteilt wird. Holt man die Superspreader aus den Kontaktnetzwerken kann man so die Ausbreitung sehr viel besser kontrollieren als bei anderen Erkrankungen, betonte der Forscher.

Im Bereich der Schulen gelte es etwa das Durchmischen von Klassen zu vermeiden, im Wintertourismus brauche es geschickte Konzepte zur Besuchersteuerung und kein Indoor-Apres-Ski. "Am Ende ist aber das Screening und eine effektive Strategie zur Unterbrechung der Ausbreitungsnetzwerke das Entscheidende."

Die geplante Corona-Ampel des Gesundheitsministeriums wertet Popper als "wichtigen Schritt". Es werde aber vieles daran liegen, wie die Politik mit den Empfehlungen der Ampel-Kommission umgeht. Da hier - im Gegensatz zum Vorgehen in Deutschland - sehr viele Indikatoren, wie die Testzahlen, die Cluster-Situation oder die Krankenhausressourcen mitberücksichtigt und transparent gemacht werden, verspreche die Konstruktion viel Positives, weil man viel differenzierter auf die Dynamik der Ausbreitung reagieren kann. Er hofft, dass mit derartigen Systemen künftig "nicht zielgerichtete und zu breite Reaktionen" vermieden und stattdessen regional sinnvolle Aktionen gesetzt werden

Kommentare (40)

Kommentieren
scionescio
9
4
Lesenswert?

Warum man schon wieder jemanden zu Wort kommen lässt, der bisher meilenweit mit seinen Simulationen danebengelegen ist und von 100.000 Toten in Österreich gesprochen hat, obwohl das nicht einmal theoretisch möglich ist, wissen nur die Götter!

Allein schon, wenn ein Simulationsexperte von "Dahinmäandern" spricht, bedeutet das nichts anderes, als dass er genau nicht sagen kann, wie es sich entwickeln wird ...

samro
0
6
Lesenswert?

pfoa

da war ich echt schon in sorge wo der chefmathematiker geblieben ist.
und endlich folgt sein posting.
kreative vorschlaege.
wertvolle analysen.
der muss aber echt auch neidig sein, obwohl er ja der groesste ist und gscheiter als der popper.

bam313
3
9
Lesenswert?

Au ja ...

Entschuldigung bitte, Herr Popper ist Techniker an der TU Wien.
Dort beschäftigt er sich speziell mit Statistiken und Folgeberechnungen, ohne irgendwelche Einflüsse aus der Medizin einfließen zu lassen.
Solche Modelle benötigt man nämlich in der Technik, als Rohrstressberechnungsmodelle usw.

Was ich damit sagen will:
Er ist reiner Statistiker, kann in seine Berechnungen aber nicht sehr viele Umwelteinflüsse einwirken lassen.
Das fangt ja schon mit der Problematik im Herbst an, wenn die Influenza (Grippe) wieder umgehen sollte.
Dabei kann es dann wirklich lustig werden.
Und kein Mensch kann mehr unter diesen beiden Erkrankungen unterscheiden.
Den Kindern zu sagen, bei Schnupfen bleibt ihr zu Hause, wird nicht ausreichen.

Darin sehe ich derzeit die größte Gefahr.
Jeder verschnupfte wird dann als möglicher Coronaträger abgestempelt werden.
Verbunkern wird weiter angesagt bleiben, solange wir nicht endlich restlos aufgeklärt werden.

lombok
1
4
Lesenswert?

Ja ja, die Experten!

😀

fans61
33
18
Lesenswert?

Ein Simulationsforscher also....

es wird immer skurriler.

Jetzt reicht nicht mehr der IV-Kanzler, der einmal Panik und dann wieder Hoffnung der eingeschüchterten Bevölkerung macht.

Wäre die Lage für die Wirtschaft, von der wir ja irgendwie leben, nicht so ernst müsste man über dieses inszenierte Theater, wo auch die Medien mitschuld sind, ja schallend lachen.

Wollen wir uns wirklich die Freude am Leben durch solche wenig durchdachten Aktionen nehmen lassen? Ich sicher nicht.

PiccoloCommentatore
4
15
Lesenswert?

Haben Sie einen Ahnung, wovon Sie reden?

Natürlich werden Simulationen durchgerechnet, um unterschiedliche Ausbreitungsszenarien abzuschätzen.

Das ist reine Wissenschaft und hat nichts mit den politischen Aspekten zu tun, die sie da unnötigerweise dazumischen.

scionescio
9
3
Lesenswert?

@Piccolo: schon mal was von Gefällikkeitsgutachten gehört?

... der gute Mann hat wohl hauptsächlich der Angststrategie der Message Control das Futter mit einem pseudowissenschaftlichen Anstrich geliefert.

samro
19
27
Lesenswert?

da sind

was bin ich froh dass es den popper gibt, wenn ich die kommentare der verharmlosexperten schon wieder lese.

UHBP
14
9
Lesenswert?

@sam...

Poppers Simulationen haben auch gezeigt, dass, wenn die Regierung im März eine Woche vorher gehandelt hätte, es um 3/4 weniger Infektionen gegeben hätte. Was das für die Sterbefälle bedeutet hätte, kann sich jetzt ein jeder selber ausrechnen.
Aber die Regierung hat nur verharmlost und uns erzählt, dass sie immer alles richtig macht.

samro
5
10
Lesenswert?

sterbefaelle

zum tausendsten mal weil sie offensichtlich in ihrem geist gefangen sind.
die sterbefaelle in deutschlandnach ischgl gabs gott sei dank nicht, da die infizierten junge waren.
so nennen sie endich eine zahl und tun sie nicht immer malen.
hier ist keiin malkurs.
die regierung hat freuher als deutschland reagiert und was denken sie was frueher gewesen waere?
wahrscheinlich das gleiche reden wie jetzt: is ja nix, warum jetzt.
zu freueh hatte auch genau das gegenteil bewirken koennen, weil sich da noch wenige dran gehalten haben.
wenn ihnen das so wichtig ist, warum mahnen sie dann nicht jetzt?

UHBP
21
23
Lesenswert?

Die Lösung ist doch so einfach!

Wie wir mittlerweile alle wissen, kommt das Virus mit dem Auto.
Also alle auf Öffis umsteigen und schon haben wir das Problem gelöst. ;-)
PS: Ich glaube unserem Basti alles!

gb355
6
9
Lesenswert?

Na,ja

Ad "rehlein":
Wenn auf der CORONAPLATTFORM des Sozialministeriums steht: 110 hospitalisiert...verfügbare Betten: 8176
So müsste dies irgendwann in 6 Monaten SO erklärt werden, wie SIE es getan haben, wenn es wirklich so gemeint ist.
Tatsache ist aber trotzdem, dass durch sinnvollere Planung viel Unheil vermieden werden kann.
Vor Allem sollen Zahlenangabem absolut vermieden werden!

rehlein
6
14
Lesenswert?

@gb355

Jetzt steht es auch beim dashbord des Gesundheitsministeriums: 123 Normalbetten, plus 31 Intensiv.

Und ja, die Zahlen müßten sinnvoller erklärt werden, man möchte meinen, dass ganze Stationen leer gehalten werden, und das dazugehörige Personal poppelt seit Monaten in der Nase.
Dem ist aber nicht so.
Es gibt fixe Isolierstationen, die aber nicht nur Covid-Pat. versorgen, sondern eben auch andere hochinfektiöse Erkrankungen, und dann kann man bei Bedarf noch zusätzliche Stationen freischaufeln und umfunktionieren.
Problematisch wird es immer bei den Intensiveinheiten, weil es dafür spezielles Intensivpersonal braucht, und das ist rarer gezählt, als das "normale" Pflegepersonal, das aber bei Covid-Pat. auch extrem gefordert ist - man arbeitet den ganzen Dienst in Vollschutzausrüstung, Pausen zum Atmen ohne Schutzmaske müssen öfter sein.
Und Sie haben vollkommen recht - man müßte da mehr ehrlich aufklären - ich bin sicher, dass die meisten, die lesen, dass mehr als 8000 freie Betten zur Verfügung stehen, glauben, dass viele leere Stationen däumchendrehend auf Pat. warten.
Glauben Sie mir, es gibt dzt. in ganz Österreich keine einzige "leere" Station.
Man schichtet bei Bedarf nur um, legt Normalbetriebsstationen zusammen, entläßt alles was kriechen kann, nimmt keine neuen, nicht lebenbedrohenden Fälle auf, und macht aus Normalstationen, Isolierstationen - natürlich nur in dafür vorgesehenen Krankenhäusern - es ist ja nicht jedes Krankenhaus dafür vorgesehen.

gb355
6
29
Lesenswert?

na ja

...und um die 8000 Betten stehen in Österreich bereit.... und viele dringende
spitalsaufenthalte/OP/... werden NOCH IMMER nicht durchgeführt.
Fragt sich, wieviele Menschen "an Corona" verstorben sind, weil es verabsäumt wurde, sie zu behandeln!
DIES MÜSSTE MAL AUFS TABLETT KOMMEN!!!
(Ich kenne 2 Todesfälle, die so entstanden sind > MENSCHENVERACHTEND!)

rehlein
12
20
Lesenswert?

@gb355

Man muß erst mal verstehen und wissen, dass nicht 8000 Betten, verteilt auf Österreich, leer herumstehen, und darauf warten, dass sie mit Covid-Pat. gefüllt werden könnten.

Diese Zahl ist die maximal mögliche Anzahl an Belegungen mit Covid Patienten, die man freischaufeln kann, indem man überall "Management" betreibt, indem man gewisse Patienten früher entläßt, unwichtige, nicht lebensnotwendige OP`s und Behandlungen verschiebt, und im letzten Notfall, alles an Betten aus Bettenlagern, Kellern, etc. zum Einsatz bringen kann.

Das sind keine leeren Stationen, mit leeren Betten, und Personal, das drauf wartet, dass 8000 Covid-Pat. notfalls betreut werden müssen.

All diese "freien" Betten sind ganz normal belegt, bis eben auf diese, die noch aus Lagern geholt werden können, und ein normaler Krankenhausbetrieb wird aufrecht erhalten.

Es wäre ja auch nicht so, dass von einem auf den anderen Tag dann 8000 Betten gebraucht werden würden, sondern das baut sich langsam auf, und man kann ja an Hand der Zahlen abschätzen, was in den nächsten 14 Tagen an Patienten zu erwarten ist.
Und dementsprechend schaut man dann dass dieses Bettenkontingent nicht mit nicht lebensnotwendigen Behandlungen belegt ist, sondern, dass man diese Betten eben für die anhand der Zahlen zu erwartenden Covid-Pat. zur Verfügung hat.
Ich weiß nicht warum man glaubt, dass da 8000 Betten irgendwo leer stehen und anderen Pat. nicht zur Verfügung stehen...

samro
4
7
Lesenswert?

es wird

es wird jeden tag klarer auch wenn ich rehleins bericht lese dass die menschen mehr infos brauchen, weil sie vieles nicht verstehen aber eine meinung sich dann anhand lustiger bilden.
die bevoelkerung braucht infos ueber ansteckungswege, orte der infizierten usw.
vieles das hier von so manchen gefaselt wird und dann auch noch andere annehmen waere frei weg vom tisch.
die regierung muss viel merh auf information setzen und aufklaeren wie es im maerz und april war.
da hier wenig kommuniziert wird bzw als eh bekannt vorausgesetzt wird entstehen jeden tag lustige neue thesen.
danke rehlein dass sie auch immer wieder beitragen da aufzuklaeren.

rehlein
2
3
Lesenswert?

@samro

Ich kann jetzt nur von unseren Patienten sprechen, und was vielleicht niemand glauben will - der Großteil weiß nicht wo er sich angesteckt haben könnte!
Also bei uns ist dzt. nur 1 Pat. der im Ausland auf Urlaub war, 3 Pat. aus anderen Krankenhäusern, die eigentlich wegen einer anderen Erkrankung aufgenommen worden waren, der Rest hat keine Ahnung wo er sich angesteckt haben könnte, bis auf ein paar Ausnahmen.
Keiner der jüngeren war angeblich als Nachtschwärmer oder Partytiger unterwegs, sondern, die Jungen, die wir dzt. haben, sind meist ganz normale Arbeiter oder Angestellte, teilweise junge Mütter oder Väter.
3 Pat. sind aus dem Einzelhandel, Rest aus Büros, ein paar Pensionisten, die angeblich kaum Außenkontakte hatten...

Und komischwerweise sind beim Großteil die restlichen Familienangehörigen NEGATIV getestet.

Bei ein paar Patienten weiß man dass sie Familienfeiern als Ansteckungsherd annehmen, da bei ein paar auch Familienmitglieder (Tante, Cousin, etc.) pos. getestet wurden, aber komischerweise bei Ehepaaren oder Paaren od. Familien fast nie der Partner oder die Kinder auch positiv.

Ich bin mittlerweile der Meinung, dass die Ansteckungen auf den ganz normalen Alltag zurückzuführen sind (Büro, Familientreffen, etc.), wobei ich Restaurants, also geschlossene Räumlichkeiten in der Gastronomie kritisch betrachte - nicht unbedingt das Personal, sondern die Gäste insgesamt.
1 m Abstand ist im Innenbereich zuwenig, und dann ohne MNS....
Aber das ist nur meine Meinung.

langsamdenker
0
3
Lesenswert?

@rehlein Ich muss dazu was "loswerden".

Meine Eltern waren ja betroffen (Anfang März).
Und leider hab ich das hier im Forum geschrieben. Da kamen sofort zwei Poster daher - no-samro und gitarre, die sogleich aggressiv wurden und MIR die Schuld an der Erkrankung meiner Eltern gaben. Motto: Du hast es nicht geschafft die zu informieren und zu schützen. Und ich geh davon aus, dass es in der Welt draußen jede Menge dieser no-samros und gitarren gibt, die mit Schuldzuweisungen aggressiv werden, Gerüchte streuen, diffamieren und Unterstellungen verbreiten. Manche Typen sind so - leider. Daher wundert es mich überhaupt nicht, dass mittlerweile die Leute - aus Selbstschutz - behaupten nicht zu wissen wo sie sich vermutlich angesteckt haben. Ich würde die Geschichte meiner Eltern auch NIE MEHR in einem Forum öffentlich machen und auch NIE WIEDER irgendjemanden davon erzählen.
Und im Herbst, werden sehr viele Menschen gar nicht mehr bei 1450 anrufen, um nicht in den Fokus der no-samros zu geraten und sich und ihre Familien über die Krankheit hinaus der Ächtung auszusetzen.
Es ist leider notwendig, um sich und die eigene Familie, vor den no-samros zu schützen, nicht zu sagen, woher man Covid-19 haben könnte. Ist nur meine Meinung, aber begründet mit der Erfahrung die ich hier im Forum gemacht habe.

samro
0
3
Lesenswert?

erklaerung

langsamdenker
heute muss ich ihnen doch widersprechen wenn es um die geschichte mit ihren eltern geht.
sehen sie ich habe zweimal davon gelesen. einmal no samro und gitarre und dann war es nochmals. das zweite mal war absolut geschmacklos.
hier geht es nicht wirklich darum sie an der erkrankung ihrer eltern wirklich schuld zu machen. hier sind figuren, die andere so als psycherln und depperl dastehn lassen moechten, weil sie ihnen ein speer im auge sind.
das ist das einzige thema.
dann wird man aengsteler, panikmacher oberlehrer genannt und auch eben besschuldigt psychisch danieder zu liegen um umliebsame irgendwie ihr image zu nehmen.
das geht sogar soweit dass man luegner genannt wird und da ists fuer mich genug.
aber und jetzt kommt mein aber: die geschichte mit ihren eltern stinkt denen gewaltig weil solche nicht hoeren wollen von spaetfolgen krankheit und der wahrheit.
und genau das ist so wichtig dass menschen wie sie sowas erzaehlen. genau das nimmtden lustigen die segeln aus dem wind.
nur sie muessen das richtig einordnen und sich nicht von solchen anpi***** lassen.
sie haben richtig gehandelt und dass sie die geschichte erzaehlen ist fuer viele so wichtig.
ich hoffe die klz folgt endlich ihrem aufruf und man laesst genesene endlich reden.
ich weiss aus erster quelle, dass es immermehr junge daheim gibt denen es in der quarataene ***** geht und die lange noch unter der infektion leiden.
danke dass sie den mund aufgmacht haben.

langsamdenker
0
1
Lesenswert?

@samro Man hat ja in Berlin gesehen, was das für welche sind

Nur werden die eher mehr als weniger. Der deutsche Gesundheitsminister wurde gestern Opfer einer Spuckattacke. Wenn da einer mit Covid Infektion dabei war...
Hier im Forum spucken die nur virtuell, aber mir reicht das auch. Solange die Medien die "Spucker" verhätscheln und ihnen die Bühne geben, die sie brauchen um ihre Flatulenzen in die Welt zu blasen, wird es nur noch schlimmer. Mit "freier Meinungsäußerung" hat das, was die aufführen nichts mehr zu tun. Man braucht Gesetze gegen Hass und Hetze und das öffentliche Verbreiten von Unterstellungen und aggressiven Anschuldigungen, die auch konkret formuliert sind.
Es gibt ja sonst auch für jeden Schei... ein Gesetz, nur hier, wo man - wie in Deutschland Menschen gefährdet, oder in Foren kränkt, diffamiert und mit Unterstellungen bombardiert, da ist alles erlaubt?

samro
0
1
Lesenswert?

richtig

absolut richtig
die medien bieten dadurch unterstuetzung und mich wundert was hier im forum zur zeit alles stehen bleibt.

puncto gesetze muss etwas kommen, ABER auch schon jetzt ist ja nicht alles frei. das stgb greift anders als so manche denken auch im netz wenn es um beleidigung geht. und ich taufe es mal nur so, da ja hier mehrere paragrafen treffen koennen. und auch die einbringungsdauer ist nicht mehr nur 6 wochen besonders bei einem, da gibts also schon etwas.
aber richtig die gesetze muessen hier strenger werden. und in den foren muss ganz klar auch vorgegangen werden. diese buehne ist gefaehrlich und bietet nur jeden tag mehr naehrboden fuer sowas.

langsamdenker
0
1
Lesenswert?

Nachtrag:

Und ich mein nicht den "Forenjargon" - wo man sich gegenseitig den Parteitroll umhängt oder Unfug konstatiert, sondern Angriffe ins höchstpersönliche und private (Familie, Kinder, Lebenspartner etc.). Das geht übers "Geschmacklose" weit hinaus. Und Krankheiten sind etwas höchstpersönliches - auch und gerade, wenn die Angehörigen von Postern betroffen sind. Wer da Erfahrungen schildert muss gegen die "Spucker" besser geschützt werden.

samro
0
1
Lesenswert?

troll

das ist absolut was ich schon einmal hier auch sagte.
da wurde ich als luegner bezeichnet weil eine nachricht, da links von anderen zeitungen, nicht durchging und dann jemand, also eh altbekanntes :))), dann seine vernichtungskampagne ziehen wollte.
da kam auch keine entschuldigung und als ich dazu aufforderte, kam auch noch die hueterin der gerechten, die stets hier auftaucht, wenn sie solche aufmerksam machen und auffordern das zu unterlassen.
auch zu mir kam das parteitroll, und ganz ehrlich das ist mir egal, aber das andere hat eine ganz andere ebene und darf hier keinen platz haben.
ich verstehe sie also sehr gut.
es ist nur fuer mich so genial zu sehen, dass man immer gleich vorgeht und auch immer die gleichen als beschuetzer auftreten. die gleichen worte, die geichen user, andere nicks.

rehlein
0
2
Lesenswert?

@langsamdenker

Verstehe Sie total!

Aber bei uns können die Patienten ohne Scham oder Schuldgefühle über ihre Erkrankung sprechen, weil sie wissen und merken, dass wir keine Schuldzuweisungen machen, bzw. völlig wertfrei sind.

An Covid zu erkranken ist ja keine Schuld, und niemand kann was dafür.

Und auch Sie, werter langsamdenker, können nichts dafür, dass Ihre Eltern erkrankt sind, also machen Sie sich da keinen Kopf mehr drüber!
Es ist sicher ein Unterschied ob man das privat jemandem erzählt oder ob man mit einem Arzt oder Pflegekraft in einem Krankenhaus, das hauptsächlich Covid-Pat. behandelt, spricht, da wissen die Pat. ja, dass wir das Verständnis dafür haben.

Also Kopf hoch!

Wünsche einen schönen Abend und GLG!

BernddasBrot
21
37
Lesenswert?

Warum wird Niki Popper immer noch als Experte geführt ??

Er war gerade jener , der anfänglich so an die Hunderttausende Tote berechnet haben sollte.... zum Vergleich vom Gesundheitsministerium heute veröffentlicht.....aktuelle Zahl 3.363 davon 30 auf Intensivstation ( ca 1,1 % ) gesamt Österreich 27.166 davon genesen 23.070 bzw. 733 gestorben ( 0,3 % ).....

langsamdenker
6
2
Lesenswert?

@bernd

Der Denkfehler, dem Sie und viele andere unterliegen.

Man verbietet das Rauchen vollständig. Es gibt keinen Lungenkrebs mehr.

Daraus schließen SIE. Rauchen kann nicht schädlich sein, denn es gibt ja gar keine Lungenkrebsfälle und fangen wieder an zum pofeln.

Verstehns den Fehler?

 
Kommentare 1-26 von 40