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Migrations-KinderDaten von Schülern veröffentlicht: Kein Vertrag für Lehrer

In einem Video las der Pädagoge sämtliche Schüler-Namen vor - ein Kind bezeichnete er dabei als "Mobbing-Opfer".

© APA/Helmut Fohringer
 

Jener Wiener Lehrer, der in einem Video seinem Ärger über den angeblich hohen Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund in der Klasse, die er ab Herbst als Klassenvorstand übernehmen sollte, freien Lauf gelassen hat, erhält keinen neuen Vertrag. Man habe sich zur "Nicht-Weiterverwendung als Lehrer entschlossen", hieß es am Mittwoch seitens der Bildungsdirektion Wien gegenüber der APA.

Video veröffentlicht

In dem Video las der an einer NMS in Wien-Donaustadt tätige Pädagoge Schüler-Namen samt Adressen, Sozialversicherungs- und Notfalltelefonnummern vor. Laut einem Online-Bericht der Tageszeitung "Heute" Ende Juli veröffentlichte der Pädagoge das Video auf einer Internetseite. Darin bezeichnete er etwa ein Kind, dessen Name auf keinen Migrationshintergrund schließen lässt, als wahrscheinliches Mobbing-Opfer.

Daraufhin prüfte die Bildungsdirektion dienstrechtliche Konsequenzen für den Pädagogen mit befristetem Dienstvertrag. Nach einer Vorladung des Lehrers sprach sich das zuständige Gremium in der Bildungsdirektion aufgrund des "inakzeptablen Videos" gegen eine Verlängerung des Vertrages aus. Darüber hinaus habe man eine Meldung bei der Datenschutzbehörde gemacht. Diese prüfe nun ebenfalls den Sachverhalt, hieß es aus der Bildungsdirektion.

Kommentare (11)

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Plantago
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Wieder einmal wird der Bote gehängt,

der die schlechte Nachricht überbringt, die alle nicht sehen wollen. Es ist schon oft genug, sachlich und begründet aufgezeigt worden, was da alles schief läuft. Aber nichts konnte die Verantwortlichen aus ihrem Dauerschnarchprozess aufwecken. Auch nicht dieser Hilfeschrei eines verzweifelten Lehrers. Dieses Land geht den Bach runter.

smithers
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Es war natürlich absolut hirnlos von dem Lehrer die persönlichen Daten der Schüler nicht unkenntlich zu machen, sondern sie direkt zu zeigen.
Die Problematik die sich auftut, wenn 90% der Schüler oder noch mehr einen Migrationshintergrund haben, gehört aber selbst verständlich aufgezeigt. Da hat er aber sicher Recht. Allerdings sollte ein Lehrer aber auch über ausreichend Intelligenz und Mittel verfügen, um die Problematik angemessen zu kommunizieren.

smithers
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Was ist

wenn der Mann einfach Recht hat?

ronny999
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Sie könnten

ja auch ihre Daten im Forum offen legen, damit jeder weiß wer Unrecht und Recht nicht unterscheiden kann.

lissilein
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mit was??

mit was soll der bitte recht haben? persönliche Daten zu veröffentlichen? was wäre denn, wenn statt smithers hier Ihre Telefonnummer, Adresse, soz.v.nr. und etc.. steht? sag mal gehts noch? Vorurteile äußern als Pädagoge... die Lehrer können so viel bewirken und Einfluss auf gerade diese sensiblen Themen haben
Der Typ hat seinen Beruf verfehlt! Aber gewaltig! und Sie würden unter Klarnamen hier auch nix posten zwecks Datenschutz!

schadstoffarm
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Recht/Justiz ist der Meinung dass er im Unrecht ist

.

UHBP
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"gegen eine Verlängerung des Vertrages aus"

Dumm gelaufen! Hätte er einen unbefristeten Vertrag gehabt, wäre das Dienstrechltich alles keine Problem gewesen.

100Hallo
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freie Meinung

Dazu zu freien Meinungsäusserung.

Morioka
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Freie Meinungsäusserung wohlmöglich auch berechtigte Kritik an Zuständen wäre gewesen:

Ab nächstem Halbjahr werde ich eine Klasse unterrichten, in der 99% der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund sitzen werden, ein einziger stammt aus Österreich. Das führt zu list->(Schwierigkeiten, Problemen); Als Lehrkraft stehe ich dem hilflos gegenüber, fühle mich im Stich gelassen, könnte dem einen Kind im Fall des Mobbing welches in dieser Konstellation häufig auftritt nicht ständig zur Seite stehen.

Etwas in dieser Form vorgebrachtes hat vllt. nicht die Schlagkraft wie das was er gemacht hat, heisst aber nicht, dass es überhört oder nicht wenigstens zur Kenntnis genommen, geglaubt worden wäre.

Sein Vortrag fällt nicht mehr unter 'freie Meinungsäusserung', oder Kritik an Zuständen, sondern ist für mich eines - kriminell und verantwortungslos. So einen würde ich in der Firma auch nicht haben wollen, weil man dem nicht vertrauen könnte, mit sensiblen Daten entsprechend umzugehen. Er wird es also auch bei der Jobsuche schwer haben, was er sich selbst, und nicht 'den bösen Ausländern die man ihm als Schülerschaft vor die Nase setzt', nur sich selbst. Geändert hat er damit auch nichts, an der Situation, oder wie man sie verbessern kann beigetragen, einen sinnvollen Diskurs angestossen ... Schade drum.

tupper10
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Ein paar Idioten (sorry!) wollen das offenbar nicht kapieren

Man kann nicht hergehen und private Daten von Kindern im Internet veröffentlichen und damit diese Kinder zu potenziellen Zielscheiben ausländerfeindlicher Attacken machen, und dann sich darauf berufen, dass man das im Rahmen mseiner freien Meinungsäußerung machen darf.
Jede Freiheit hat dort ihre Grenzen, wo sie anderen schadet. Ich darf ja auch nicht jemanden umbringen und sagen, ich hätte damit nur meine Meinung geäußert.

berggrazer
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Kurze Frage...

.... Hä? Was hat das Preisgeben sensibler Informationen Unmündiger mit "freier Meinungsäußerung" zu tun? Heute a paar Mal zu oft gegens Küchenkastl grennt?