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WienHeimhilfe hob mit Bankomatkarten ihrer Schützlinge Geld ab

Die 49-Jährige betreute in Wien zwei Menschen im Rollstuhl. Ein Angestellter einer Behinderteneinrichtung erstattete Anzeige.

THEMENBILD:  PFLEGEHEIM
© (c) APA (BARBARA GINDL)
 

Eine Heimhilfe hat in Wien zwei ihrer Schützlinge dreist bestohlen. Die 49-jährige soll dem Mann und der Frau, die beide im Rollstuhl sitzen, die Bankomatkarten weggenommen und über 6.000 Euro abgehoben haben bzw. damit bezahlt haben, berichtete die Polizei am Donnerstag. Der Angestellte einer Behinderteneinrichtung kam hinter die Machenschaften und erstattete Anzeige.

Laut Polizei dürfte sich die Frau bereits seit Mai die Bankomatkarten eines 43-Jährigen und eines 45-Jährigen unter den Nagel gerissen haben. Dem Mann entstand dadurch ein Schaden von 6.000 Euro. Die Heimhilfe soll nicht nur Geld behoben, sondern mit der Karte auch Kleidung in einem Geschäft erworben haben. Der 43-jährigen Frau entstand durch eine Abhebung 400 Euro Schaden.

Erpressung erfunden

Am 24. Juni erstattete der Angestellte der gemeinnützigen Behinderteneinrichtung wegen eines Falles schließlich Anzeige. Am nächsten Tag gab er bei der Polizei an, dass noch eine weitere Person Opfer von der Heimhilfe geworden sein dürfte.

Die Betreuerin gab von der Polizei befragt an, dass sie aus Angst so gehandelt habe. Ein Unbekannter hätte sie per Telefon erpresst, weil ihr Mann diesem Geld schulden würde. Auch sei von diesem persönlich bedroht worden, ja nicht zur Polizei zu gehen. Die Ermittler stellten allerdings fest, dass es sich dabei um eine Schutzbehauptung handelt. Die Frau wurde wegen Diebstahls, Entfremdung unbarer Zahlungsmittel sowie Vortäuschung einer mit Strafe bedrohten Handlung angezeigt.

Kommentare (1)

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Mezgolits
3
0
Lesenswert?

... die beide im Rollstuhl sitzen, die Bankomatkarten weggenommen

und über 6.000 EUro abgehoben haben ... - Vielen Dank für Ihren Bericht
und Folgendes, möchte ich mit unserer Frau Justizministerin - abklären:
Wenn die beiden Behinderten, als voll geschäftsfähige Wahlberechtigte,
der Heimhilfe - als Zeichen ihrer Wertschätzung, die 6.000 von ihnen aus
geschenkt hätten - hätte es dann auch eine Anzeige gegeben? Erfinder M.