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Tour für Kinder nicht geeignet Tödlicher Bergunfall eines Sechsjährigen: Anklage gegen Mutter

Bub war "nicht durchgehend fachmännisch gesichert" - Steig auf Drachenwand sei "von Haus aus nicht für Kinder geeignet" - Kind trat in Dunkelheit ins Leere.

Steig auf Drachenwand sei "von Haus aus nicht für Kinder geeignet"
Steig auf Drachenwand sei "von Haus aus nicht für Kinder geeignet" © APA/fotokerschi.at/Berthold
 

Nach dem tödlichen Absturz eines Sechsjährigen von der Drachenwand in St. Lorenz am Mondsee (Bezirk Vöcklabruck) Ende Februar hat die Staatsanwaltschaft Wels Anklage wegen grob fahrlässiger Tötung gegen die Mutter erhoben. "Das Kind war nicht durchgehend fachmännisch gesichert", bestätigte Staatsanwaltschaftssprecher Christoph Weber einen Bericht der "Kronen Zeitung" am Dienstag.

Die vierköpfige Gruppe aus Tschechien - Sohn, Mutter, ihr Lebensgefährte sowie ein Freund - hätte die Tour eigentlich nicht machen sollen, lautet der Verdacht. Der schwierige Kletterstieg sei "von Haus aus nicht für Kinder geeignet", sagte Weber. Dennoch habe die Frau mit 18-jähriger Klettererfahrung den Sohn mitgenommen. Schon der Aufstieg habe mit gut sechs Stunden dreimal so lange wie üblich gedauert, geht aus den Ermittlungen hervor.

In der Dunkelheit kam es zum Unglück

Beim Abstieg im Bereich einer Schlucht - dem sogenannten Saugraben - war es in Dunkelheit dann zu dem Unglück gekommen. Als die vier gerade ein Stück mit Leitern absolviert hatten, rutschte der Bub offenbar auf. Er stürzte über abschüssiges, felsdurchsetztes Gelände 60 bis 70 Meter in die Tiefe. Für ihn kam jede Hilfe zu spät.

Die Staatsanwaltschaft hat nun einen Strafantrag wegen grob fahrlässiger Tötung gegen die 42-Jährige beim Landesgericht Wels eingebracht. So soll sie etwa dem Sohn trotz Dunkelheit keine Stirnlampe aufgesetzt haben, auch ihre hatte sie anscheinend nicht eingeschaltet. "Der Bub dürfte gegen 18.20 Uhr auf dem schmalen Weg ins Leere getreten bzw. weggerutscht und in die Tiefe gestürzt sein", meinte der Staatsanwalt. Im Falle einer Verurteilung drohen der Frau bis zu drei Jahre Haft.

Kommentare (9)

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dieRealität2019
1
16
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unglaublich wenn ich das lese

"... Schon der Aufstieg habe mit gut sechs Stunden dreimal so lange wie üblich gedauert, geht aus den Ermittlungen hervor..." und das mit einen sechsjährigen Kind.
.
Gewissenlos gegen über ihren Kind. Für mich als 81jähriger mit Kinder Kindeskinder und Patenkinder durch 3 Generatione, der zeitweise auch im Berg WE Schneeberg, Rax Osttirol (Tourengeher ohne Klettersteige) mit ihnen unterwegs war, nicht nachvollziehbar. Erschüttert mich wenn ich sowas lese.

dieRealität2019
1
4
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unverständlich und zugleich erschütternd

"...Der schwierige Kletterstieg sei "von Haus aus nicht für Kinder geeignet", sagte Weber. Dennoch habe die Frau mit 18-jähriger Klettererfahrung den Sohn mitgenommen..."

MoritzderKater
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Den eigenen Ehrgeiz hintanzustellen,....

..... war für die Mutter wohl keine Option.
Tut mir leid, aber NULL Verständnis für diese Sorglosigkeit einem Kind gegenüber.
Strenge Bestrafung, auch wenn es eine Zusatzbestrafung zum erlittenen Verlust darstellt.

Wie sollte sich ein Kind dagegen wehren, wenn Eltern nur an sich denken?

dukostmi
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6
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Eltern werden auch immer komischer.

Hab mir jetzt ein paar Mal den Blog vom Balluch durchgelesen, da darf auch einmal das kleine Kind bloßfüßig in der Wiese neben Kreuzottern hüpfen und dann wieder Rinder erschrecken.
Zu meiner Zeit hatten die Kinder auch einiges an Freiheiten, aber die Eltern noch mehr Hausverstand, hat man den Eindruck. Gab auch noch kein Internet, da musste man noch selber denken...

Hildegard11
3
96
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Der Ehrgeiz mancher Eltern...

..ist trotzdem krankhaft und unverständlich.

dude
106
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Ein tragisches Unglück!

Ich hoffe, dass sich die Familie einen guten Anwalt leisten kann! Die Frau hat bereits die Höchststrafe erhalten! Das eigene Kind zu verlieren kann durch nichts mehr übertroffen werden!
Es sagt sich für Außenstehende so leicht, dass irgendein Sport oder irgendeine Route "von Haus aus" für Kinder nicht geeignet sei. Dabei gibt es viele kleine Kinder die um Welten besser und sicherer klettern, Skifahren, Radfahren, etc., als Erwachsene!
Ich möchte mir gar nicht vorstellen, welch schwierige Touren z. B. David Lama im Alter von 6 Jahren schon geklettert ist, bevor er zum besten Kletterer der Welt wurde. Tödlich abgestürzt ist er erst als erwachsener Mann.

erstdenkendannsprechen
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nein, das ist kein unglück.

ein unglück ist nicht vorhersehbar, nicht einrechenbar in das, was man tut.
das ist grobe fahrlässigkeit dem kind gegenüber. kein verständnis. wenn man sein kind dem aussetzt, dann muss man auch mit den konsequenzen leben (für sie als mutter sowieso unsagbar schmerzlich, aber auch rechtlich hat das eine bedeutung).

serious
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David Lama

Ein Lawinenunglück kann wohl keiner vorhersehen.. die Vernunft einer Mutter sollte jedoch immer vorhanden sein.

MichaelaAW
2
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Ach oje

Sehr tragisch, schwerer Fehler, harte Bestrafung. Alles Gute der Mutter - möge sie Frieden finden.