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In letzter Sekunde gerettetFünf Falkennestlinge durch Dachstuhlabriss verwaist

Der Tierschutzhof Pfotenhilfe zieht die Greifvogelküken nun von Hand auf.

Die Nestlinge sind derzeit noch mit Flaum bedeckt
Die Nestlinge sind derzeit noch mit Flaum bedeckt © Pfotenhilfe
 

Bei einem Dachstuhlabriss in St. Georgen bei Obernberg am Inn (Bezirk Ried im Innkreis, OÖ) entdeckten Bauarbeiter fünf sehr junge Greifvögel. Die Nestlinge, die noch nicht befiedert sondern nur mit Flaum bedeckt sind, wurden von ihnen behutsam in einem Korb auf eine erhöhte Stelle gesetzt, in der Hoffnung, dass sie von den Eltern weiterhin versorgt werden.

Der Baustellenlärm war aber leider zu groß, zudem wird in Kürze der neue Dachstuhl aufgesetzt und somit der Zugang erschwert bis unmöglich. Als ein Mitarbeiter des am nächsten Tag verständigten Tierschutzhofs Pfotenhilfe die Fünflinge in Sicherheit brachte, waren sie schon mehr als hungrig und beschwerten sich lautstark.

"Es handelt sich um Falkennestlinge, die mich jetzt zusätzlich zu unseren dutzenden weiteren Wildtierwaisen auf Trab halten", schmunzelt Pfotenhilfe Geschäftsführerin Johanna Stadler. "Alle drei Stunden reißen sie ihre gierigen Schnäbel lautstark auf, bekommen von mir artgemäßes Futter und glauben jetzt natürlich, dass ich ihre Mama bin. Man muss sie jedoch rechtzeitig vor der Auswilderung entwöhnen, um eine Fehlprägung zu vermeiden, die gefährlich werden kann, weil sie Menschen dann beispielsweise aus Eifersucht attackieren können."

Die Tierschutzorganisation ersucht Finder von jungen oder verletzten Wildtieren schnellstmöglich bei ihrer Wildtierhotline anzurufen, da es in letzter Zeit öfters vorgekommen ist, dass Menschen selbst versucht haben die Tiere zu versorgen oder sie zu lange beobachtet haben und diese dann sterbend oder schon tot auf dem Tierschutzhof im Salzburger Seengebiet angekommen sind. 

"Wir lehnen wirklich keinen Notfall ab, aber man muss uns auch die Chance geben, die Tiere zu retten und daher schnell reagieren", so Stadler. "Auch werden wir immer wieder gefragt, ob wir die Tiere abholen können, was uns aber aufgrund der großen Zahl der zu versorgenden Tiere nicht möglich ist."

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