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Dreifache Mutter getötetEhefrau mit Holzlatte erstickt: Mordprozess in Wien

Eifersüchtiger Familienvater hatte 32-Jährige mit Überwachungs-Kugelschreiber kontrolliert - als sie Gerät fand, kam es zu tödlichem Streit.

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Sujetbild © (c) APA/HANS KLAUS TECHT
 

Weil er seine Frau vorsätzlich getötet haben soll, hat sich ein Familienvater am Freitag vor einem Wiener Schwurgericht zu verantworten. Der 32-Jährige soll der Frau, die er 2008 im Kosovo geheiratet hatte und mit der er in Wien drei Kinder im Alter zwischen drei und zehn Jahren großzog, am 20. September 2019 in Wien-Wieden eine Holzlatte so lange gegen den Hals gedrückt haben, bis sie erstickte.

Der Mann war schon in der Vergangenheit gewalttätig gegen die dreifache Mutter vorgegangen. Ein Strafverfahren wegen Körperverletzung und Nötigung wurde 2015 mangels ausreichender Beweise eingestellt. Motiv für die Gewaltausbrüche war die rasende Eifersucht des 32-Jährigen. Zuletzt platzierte er in der Jacke der Frau heimlich einen Überwachungs-Kugelschreiber, weil er argwöhnte, sie habe eine Affäre mit einem Arbeitskollegen. Mit dem Spionagegerät wollte der Ehemann die Gespräche aufzeichnen, die seine Frau in seiner Abwesenheit führte. Als die Frau den Kugelschreiber fand, stellte sie den 32-Jährigen zur Rede, worauf es zwischen den beiden zu einem Streit kam.

Im Zuge der Auseinandersetzung zerlegte der Ehemann im Schlafzimmer ein Kinderbett, riss eine Holzlatte aus dem Lattenrost und schlug damit zunächst vier Mal auf den Kopf der 32-Jährigen ein, die infolge dessen zu Boden stürzte. Der Anklage der Staatsanwaltschaft Wien zufolge setzte sich der Mann auf das Becken seiner Frau und drückte das Holzstück so lange gegen ihren Hals, bis sie tot war. Wie die Obduktion ergab, dürften Abwehrverletzungen an der Leiche dafür sprechen, dass sich die 32-Jährige wehrte, gegen den körperlich überlegenen Ehemann aber keine Chance hatte.

Der 32-Jährige marschierte anschließend zur Polizei und stellte sich. Zuletzt behauptete er allerdings, die Frau habe noch gelebt, als er die Wohnung verließ. Die Rettung habe er deshalb nicht verständigt, weil sie ihr Handy bei sich hatte. Der Angeklagte wird von den Verteidigern Wolfgang Blaschitz und Mirsad Musliu vertreten.

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