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Studie der Uni WienFernunterricht für sechs von zehn Lehrern große Belastung

Besonders großes Entwicklungsrisiko bei Schülern aus Deutschförderklassen und mit niedrigem sozio-ökonomischem Status - Fehlende Ressourcen als Herausforderung.

© APA/dpa/Kay Nietfeld
 

Die Umstellung des Schulunterrichts auf Fernlehre vor neun Wochen war für die Mehrheit der Lehrer eine Strapaze, zeigt eine aktuelle Studie der Universität Wien. Mehr als 60 Prozent der Lehrer fühlen sich durch die Umstellung der Schulen auf Heimunterricht (eher) stark belastet. Unter den Schülern ist der Anteil nach Einschätzung der Pädagogen mit 64 Prozent sogar noch etwas größer.

Für die Studie hat ein Team um Susanne Schwab vom Zentrum für LehrerInnenbildung der Uni Wien knapp 3.500 Lehrer (vor allem Volks-, Sonder- und Neue Mittelschule, AHS) aus allen Bundesländern befragt. Besonders groß schätzen die befragten Lehrer demnach das Entwicklungsrisiko durch die Umstellung des Unterrichts für Schüler in Deutschförderklassen bzw. -gruppen und für Schüler mit niedrigem sozio-ökonomischem Status ein. Diese Kinder fühlen sich nach Einschätzung der Lehrer beim Homeschooling eher alleine und haben Motivationsprobleme.

Als Herausforderung sehen Lehrer bei Risikoschülern vor allem die fehlenden Ressourcen daheim, weil Eltern sie nicht unterstützen können oder ihnen pädagogische Materialien fehlen. Außerdem hat nach Einschätzung der Lehrer ein Drittel der Schüler nicht genug Möglichkeiten, daheim am Computer, Laptop oder Tablet zu arbeiten. Der persönliche Kontakt sei für diese Schülergruppe besonders wichtig.

Eltern haben wichtige Rolle

In der Elternarbeit ist es den Lehrern wichtig, die Kinder nicht zu "verlieren". Gerade in speziellen Formen wie den Deutschförderklassen berichten sie allerdings von Problemen, die Eltern mit einzubeziehen, weil diese die Kinder nicht ausreichend unterstützen können.

Drei Viertel der Lehrer geben an, dass sie sich durch das Hometeaching mehr für die privaten Lebenslagen ihrer Schüler interessieren, knapp 86 Prozent nehmen darauf nun auch stärker Rücksicht. Lehrer aus Sonderschulklassen haben laut der Befragung die Lernangebote am stärksten individualisiert, gleichzeitig haben sie aber weniger persönlichen Kontakt mit ihren Schülern halten können als Lehrer aus Integrations- oder Regelklassen.

Für Unverständnis und Enttäuschung unter den befragten Lehrern hat in der Zeit seit den Schulschließungen die Kommunikation des Bildungsministeriums per Pressekonferenz gesorgt. Lehrer hätten keine zusätzlichen Informationen bekommen. Das habe die Eltern verunsichert, die wiederum den Druck an die Lehrer weitergegeben hätten.

Kommentare (3)

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Isidor9
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Lehrerstress

Wer im ganzen Jahr nur ein paar Monate arbeitet, dem ist bald was zu stessig.
Das Lehrergejammer ist schön langsam unerträglich.Wenn es nach mir ginge müssten die Lehrer auch im Sommer die Kinder beaufsichtigen bzw.Nachhilfe geben ,aber nicht so wie jetzt extra im Rahmen einer sündteuren Schwarznebenbeschäftigung,sondern im Rahmen ihrer Lehrertätigkeit im Sommer in den dann auch geöffneten Schulen.

tenke
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Ach, zur Abwechslung machen

wieder die belasteten Lehrer auf sich aufmerksam. Bald sind sie wirklich bemitleidenswert..

Ifrogmi
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genau die sozial schwachen, ...

... die naturgegeben schulischen schwach(st)matiker, sind diejenigen, die immer die neueste spielekonsole, die neuesten spiele und handys mit internet zum spielen haben. mädchen dieser gruppe bevorzugen allerdings tablets.
es geht also nicht darum alle mit hardware zu beschenken, sondern darum, dass den eltern klar wird, dass eventuell ein laptop eine bessere investition in die zukunft des kindes ist, als eine neue konsole mit 30 spielen.