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Sölden war vorbereitet15 Anzeigen und Checkpoints in Tirol

Häufigste Missachtung in Innsbruck - Großteil der Menschen laut Polizei "sehr einsichtig" - Menschen in Sölden haben Sperre erwartet.

© APA/JAKOB GRUBER
 

Die Tiroler Polizei hat am Dienstag 15 Anzeigen ausgesprochen, weil Menschen sich nicht an die herrschende Ausgangssperre gehalten hatte. Die meisten davon entfielen auf die Stadt Innsbruck, berichtete Manfred Dummer, Leiter der Tiroler Polizeipressestelle, gegenüber der APA. Die meisten seien aber "sehr einsichtig", sagte er.

Die Exekutive gehe in dieser Situation "aufklärend und informativ" vor. Für Unbelehrbare gäbe es aber in Form einer Anzeige Konsequenzen. Einer Gruppe auf einem Spielplatz in der Landeshauptstadt sei es etwa so ergangen. Sie hatten Ball gespielt und sich "unkooperativ" verhalten, so Dummer. Das seien aber nur "Einzelfälle", meinte er.

Die Nacht sei dagegen sehr ruhig verlaufen - es habe keine Schwierigkeiten gegeben. Auch die Verkehrssituation war am Dienstag ruhig. Der Pkw-Verkehr sei "fast zum Erliegen" gekommen, der Lkw-Verkehr dagegen "rollt über den Brenner". Dienstagfrüh war es aber vor Kufstein zu einem rund 20 Kilometer langen Stau aufgrund der deutschen Grenzkontrollen gekommen. Der Stau habe sich aber im Laufe des Tages aufgelöst.

Bevölkerung in Sölden gefasst

Indes war die Polizei Dienstagabend erneut zum Einsatz wegen der Absperrung der Orte Sölden und St. Christoph am Arlberg gerufen worden. Die Menschen in Sölden hätten "sehr gefasst und ruhig" reagiert, sagte Dummer. Man habe in der Ötztaler Gemeinde schon damit gerechnet - die Leute waren auch vor dem Aufbau der Sperrpunkte um 22.00 Uhr informiert worden. Bei dem Weiler Aschbach, etwa fünf Kilometer vor Ortsbeginn, wurde nun ein Checkpoint errichtet, der durchgehend von zwei Polizisten und zwei Bundesheerbediensteten besetzt sei.

Die bekannte Ötztaler Tourismusgemeinde Sölden ist Dienstagabend von der Behörde unter Quarantäne gestellt worden. Für den Bürgermeister Ernst Schöpf (ÖVP) war das keine Überraschung, sagte er im APA-Gespräch: "Ich bin als Realist davon ausgegangen, dass das Damoklesschwert über uns hängt". Der Ort sei nun - wie immer nach der Saison - "wie ausgestorben", beschrieb er die Stimmung.

"Das hat mich nicht aus dem Nichts getroffen", sagte er. Im Laufe des Nachmittags hätten sich die Anzeichen verdichtet, dass es zu einer Isolierung kommen könnte. Nicht zuletzt hatte ihn der Bezirkshauptmann darauf vorbereitet, um 18.00 Uhr habe es schließlich ein Gespräch mit Landeshauptmann Günter Platter (ÖVP) gegeben.

Der Ablauf der Sperre sei ruhig verlaufen. Im Gegensatz zu den bereits zuvor gesperrten Gemeinden St. Anton und im Paznauntal seien seit Montag schon alle Gäste abgereist. Neben den Einheimischen blieben nun noch 300 Mitarbeiter der Tourismusbetriebe übrig. Die davor eingeführte Ausgangssperre erleichtere jetzt ebenfalls die Situation, sagte Schöpf. Die Umstellung sei nicht mehr so groß. Talauswärts gäbe es ohnehin nur wenige Berufspendler, Firmen und Baubranche seien schon "lahmgelegt".

In Sölden gab es bisher fünf positive Corona-Fälle. Sie stehen - wie auch in Ischgl - in Zusammenhang mit einer Apres-Ski-Bar. Mitarbeiter einer Schirmbar hatten sich dort gegenseitig angesteckt.

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