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Corona-VirusReinigungspersonal in Gesundheitseinrichtungen wird aufgestockt

Alleine in Spitälern, Seniorenwohnheimen oder anderen Gesundheitseinrichtungen sind in der Reinigung und Desinfektion rund 6.500 speziell geschulte Kräfte tätig.

© APA/BARBARA GINDL
 

Mit 9,33 Euro (brutto) pro Stunde zählen sie alles andere als zu Spitzenverdienern. Auch in Dankesreden werden sie ziemlich regelmäßig vergessen: die Reinigungsfachkräfte. Viele Gesundheitsbetriebe, Anbieter im Öffentlichen Verkehr oder Seniorenheime haben wegen des Coronavirus die Reinigung intensiviert, personelle Engpässe seien aber nicht zu befürchten, heißt es seitens der Wirtschaftskammer.

Alleine in Spitälern, Seniorenwohnheimen oder anderen Gesundheitseinrichtungen sind in der Reinigung und Desinfektion rund 6.500 speziell geschulte Kräfte tätig, sagte Gerhard Komarek, Bundesberufszweigobmann für Gebäudereinigung in der Wirtschaftskammer, zur APA. Auch wenn etliche Mitarbeiter wegen Covid-19 Angst hätten und um Versetzung in andere Bereiche gebeten haben, gebe es keine Personalnot. "Viele Büros und Betriebe haben nur mehr Journaldienst und sparen bei der Gebäudereinigung. Daher können wir gut umschichten", so Komarek.

Am Uniklinikum Salzburg etwa wurde der Personalstand für die Reinigung und Desinfektion "massiv erhöht" und die Frequenz bei der Reinigung verstärkt, wie die leitende Hygienefachkraft Christa Bernhofer der APA schilderte. Wurden die Oberflächen von sogenannten Kontaktstellen wie Türgriffen bisher zwei Mal pro Tag gereinigt und desinfiziert, werde das im Covid-Haus nun deutlich öfter der Fall sein.

Welche Desinfektionsmittel?

Grundsätzlich erfolge die Desinfektion mit "begrenzt viruziden" Mitteln, die ohnedies routinemäßig zum Einsatz kommen. Coronaviren seien sogenannte behüllte Viren und deswegen nicht chemiebeständig, erklärte die Hygienespezialistin. Sämtliche Mitarbeiter einer externen Firma, die in der Spitalreinigung eingesetzt werden, seien dafür speziell geschult. Darüber hinaus stünden rund um die Uhr eigene Desinfektionstrupps bereit, die bei Bedarf Räume komplett desinfizieren.

Einer der größeren Dienstgeber für Reinigungskräfte ist Dragan Janus in Wien, der rund 1.000 Mitarbeiter beschäftigt, viele davon auch in Spitälern, Seniorenheimen oder öffentlichen Verkehrsmitteln in Wien und mehreren Bundesländern, wie er im APA-Gespräch schilderte. Auch er muss nun verstärkt Personal im medizinischen Nahbereich einsetzen und hat bereits umgeschichtet, weil in Schulen oder Verwaltungsgebäuden weniger Arbeit anfalle. "Aber es wird länger dauern, wir sind also auch auf Neuzugänge angewiesen." Neue Reinigungskräfte können aber nicht in Spitälern eingesetzt werden, weil sie die entsprechende Ausbildung nicht haben. Und die ist zurzeit auch nicht möglich. Im 23. Wiener Gemeindebezirk steht zwar eine der modernsten Gebäudereinigungsakademien Europas, allerdings hat auch die ihren Betrieb vorübergehend einstellen müssen.

Janus muss also eigenen Angaben zufolge auch viel Überzeugungsarbeit leisten, um den Mitarbeitern die Angst vor der Arbeit im Spital zu nehmen. "Auch Reinigungskräfte machen sich Sorgen wegen des Coronavirus. Um sich, ihre Kinder, ihre Eltern und andere Nahestehende. Doch sie sind sich ihrer Verantwortung bewusst und wissen, dass viel weitreichendere Krankheiten ausbrechen würden, wenn keine ordnungsgemäße Reinigung und Desinfektion stattfindet. Das Coronavirus wäre nichts dagegen."

Und Janus griff auch zu einem ungewöhnlichen Mittel: Mit einer bezahlten OTS-Aussendung holte er das Reinigungspersonal vor den Vorhang. In Reden würden jetzt viele Branchen berechtigterweise zu Helden erklärt, "wer bei den Danksagungen leider stets auf der Strecke bleibt, sind vor allem jene, die das System durch ihre Arbeit aufrechterhalten und es anderen ermöglichen, ihrer nachzugehen: die Mitarbeiter in der Reinigung." Nachsatz: "Wir sind stolz auf unsere Branche und bedanken uns bei allen, die ihren entscheidenden Beitrag leisten."

 

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