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Böen bis 100 km/hSturmtief gibt noch nicht auf

Vor allem Ober- und Niederösterreich bekamen die Auswirkungen des Frühlingssturms "Sabine" zu spüren. Entwarnung kann aber noch nicht gegeben werden – auch am Dienstag sind schwere Böen möglich.

 In der Stadt Salzburg wurde von einer Sturmböe ein rund 500 Quadratmeter großes Blechdach eines Wohnblocks weggeblasen
In der Stadt Salzburg wurde von einer Sturmböe ein rund 500 Quadratmeter großes Blechdach eines Wohnblocks weggeblasen © APA/BARBARA GINDL
 

Die Folgen des Sturmtiefs "Sabine" aka "Ciara" sind Österreich im Vergleich zu vielen nordeuropäischen Staaten relativ gering ausgefallen. Personen kamen nicht zu Schaden, jedoch sorgten Spitzen von 100 km/h und darüber für Sachschäden und zahlreiche Feuerwehreinsätze in Nieder- und Oberösterreich, Tirol und Vorarlberg. Tausende Stromausfälle wurden aus den beiden östlichen Bundesländern vermeldet.

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>> 102 Sturm-Einsätze in der Steiermark

Nachdem das Tiefdruckgebiet "Sabine" am Montag in Salzburg nur für geringe Schäden gesorgt hat, hat in der Nacht eine neuerlich Sturmfront das Bundesland erreicht. Laut Auskunft des Landesfeuerwehrkommandos gingen gegen 3.00 Uhr die ersten Alarmierungen ein. In der Folge mussten Feuerwehrleute vor allem umgestürzte Bäume von Straßen, Stromleitungen und Dächern räumen.

Bis kurz nach 8.00 Uhr waren im ganzen Land rund 440 Feuerwehrleute zu mehr als 50 Einsätzen ausgerückt. Der Schwerpunkt des Geschehens lag dabei im nördlichen Flachgau. In der Stadt Salzburg wurde von einer Sturmböe ein rund 500 Quadratmeter großes Blechdach eines Wohnblocks weggeblasen. Das Dach stürzte zum Teil auf einen Garten und einen Parkplatz, Menschen wurden dabei aber nicht verletzt. Laut Berufsfeuerwehr konnten die Bewohner der 25 Wohnungen in dem Gebäude bleiben, weil es gelang, das Dach mit Planen provisorisch wieder abzudecken.

Auch im Flachgau wurde eine Lagerhalle zum Teil abgedeckt, zudem stürzte ein Baum in die Fahrleitung der Salzburger Lokalbahn. Die Strecke dürfte für die Reparatur des Schadens wohl bis Mittag gesperrt bleiben. Zwischen Oberndorf und Lamprechtshausen wurde von der Salzburg AG ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Die ÖBB meldeten in der Früh hingegen keine Einschränkungen im Zugverkehrs.

In Krispl (Tennengau) kam Dienstagfrüh bei starkem Schneetreiben ein Auto von der schneebedeckten Straße ab. Es rutschte über eine Wiese ab, kam aber vor einem Abhang zum Stehen. Die Freiwillige Feuerwehr barg das Fahrzeug.

"Sabine" beschädigte Heimstätte des SCR Altach

Sturmtief "Sabine" hat sich am Dienstag in Vorarlberg nicht mehr so scharf gezeigt wie tags zuvor, hat aber dennoch Unruhe gestiftet und Schaden angerichtet. In der Nacht auf Dienstag verzeichnete die Rettungs- und Feuerwehrleitstelle (RFL) 59 Feuerwehreinsätze, bevor sich die Situation am Vormittag deutlich entschärfte. Im Stadion des SCR Altach zerriss "Sabine" die Dachplane der Nordtribüne.

Die Landeswarnzentrale Vorarlberg berichtete von insgesamt 175 "Sabine"-Einsätzen der Feuerwehr bis Dienstag, 9.00 Uhr. Laut RFL wurden die Feuerwehrleute von Montag, 19.00 Uhr, bis Dienstag früh, 7.00 Uhr, 59 Mal gerufen, nach 7.00 Uhr noch 13 Mal. Erneut knickte der Sturm zahlreiche Bäume und deckte Dächer ab. Verletzt wurde niemand. Während das Sturmtief am Montag vor allem im Norden des Landes bzw. im Bregenzerwald gewütet hatte, war in der Nacht auf Dienstag mehrheitlich der Bezirk Feldkirch betroffen. Die Windgeschwindigkeiten lagen wieder jenseits der 100 km/h-Grenze, im Gebirge waren sie noch höher.

Fußball-Bundesligist SCR Altach informierte über einen Schaden an seiner Heimstätte, der Cashpoint Arena. "Die Dachplane der Nordtribüne hielt den Sturmböen in der Nacht auf Dienstag nicht Stand. Mithilfe der Feuerwehr, die gegen 2.00 Uhr ausrückte, konnte die Plane gesichert werden, so dass keine Gefahr für Außenstehende entstand", gab der Verein bekannt. Die Reparaturarbeiten seien bereits im Gang, "das Spiel am Samstag gegen FK Austria Wien kann wie geplant stattfinden", wurde betont.

Wieder stark eingeschränkt war der Skibetrieb, der Großteil der Lifte und Bahnen stand still: Am Arlberg etwa waren am späten Dienstagvormittag lediglich 19 von 88 Anlagen in Betrieb, im Skigebiet Silvretta Montafon 14 von 35.

Sperren von Verkehrsverbindungen im Waldviertel aufrecht

Nach dem Sturm vom Montag sind im Waldviertel auch am Dienstag noch Verkehrsverbindungen gesperrt gewesen. Es handelte sich nach Angaben der zuständigen Straßenmeistereien um zehn Landesstraßen. Sperren bestanden im Raum Waidhofen a.d. Thaya, Raabs a.d. Thaya (Bezirk Waidhofen a.d. Thaya) und Gföhl (Bezirk Krems).

Nachtschicht für die Feuerwehren in OÖ

In Oberösterreich hat der Sturm in der Nacht auf Dienstag die Einsatzkräfte weiter gefordert. Insgesamt war die Lage zwar entspannter als am Montag, aber die Aufräumarbeiten dürften noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Nach wie vor kam es zu Stromausfällen. In Linz und in Schwertberg wurden Dächer großflächig abgedeckt.

In Linz hatte der Sturm bereits am Montag das 200 bis 300 Quadratmeter große Flachdach eines Mehrparteienhauses abgetragen. Es fiel auf zwei geparkte Pkw. Verletzt wurde niemand. In Schwertberg fegte "Sabine" das Blechdach eines Einfamilienhauses zur Gänze weg und wehte es in ein angrenzendes Feld. Um zu verhindern, dass das abgetragene Blechdach erneut vom Wind erfasst wird, wurde es zerlegt, berichtete die örtliche Feuerwehr.

Waren am Montag vor allem das nördliche Inn- und das Mühlviertel betroffen, so verlegte sich "Sabine" in der Nacht mit bis zu 111 km/h weiter in den Süden. Die Feuerwehren rückte zu rund 100 Einsätzen aus, Schwerpunkte waren diesmal der Bezirk Braunau und das Alpenvorland. Es galt umgestürzte Bäume zu beseitigen, blockierte Verkehrswege freizumachen, eingeschlossene Fahrzeuge bzw. deren Insassen zu befreien, beschädigte Dächer abzudichten und Stromleitungen zu sichern. In der Nacht auf Dienstag forderten zudem ein Brand auf einer Küken-Farm in Perg und ein vermutlich durch einen Blitz ausgelöster Wohnhausbrand in Taufkirchen an der Pram die Einsatzkräfte.

In der Nacht gab es auch erneut Störungen im Stromnetz, davon waren rund 5.500 Haushalte betroffen. Von jenen 30.000 Anschlüssen, bei denen am Montag der Strom ausgefallen war, mussten 90 über Nacht ohne Elektrizität auskommen. Denn die Reparaturen waren wegen der Sturmböen teilweise zu gefährlich. Tagsüber standen wieder rund 240 Mitarbeiter der Netz Oberösterreich im Einsatz, um die Versorgung wieder herzustellen.

Bisher bescherte der Sturm den Freiwilligen Feuerwehren in Oberösterreich 1.300 Einsätze, an denen 5.500 Helfer beteiligt waren. Auch wenn die Meteorologen nur mehr Windspitzen von bis zu 80 km/h für Dienstag und 60 km/h für Mittwoch ankündigten, so waren die Aufräumarbeiten noch lange nicht abgeschlossen.

Noch keine Entwarnung

Im Großteil Österreichs ist es heute, Dienstag, noch stürmisch mit Böen meist zwischen 80 und 100 km/h, auf den Bergen auch deutlich darüber. Wie die ZAMG weiter berichtete, bleibt der Wind auch am Mittwoch stark, vor allem im Gebiet vom Flachgau bis zum Nordburgenland sowie allgemein auf den Bergen.

Für Donnerstag prognostizierten die Meteorologen nur noch schwachen Wind und einige sonnige Stunden mit Nachmittagstemperaturen zwischen fünf und elf Grad. Das hält nicht lange: Am Freitag ziehen im Großteil des Landes mit kräftigem bis stürmischem Wind Schneeschauer durch, in tiefen Lagen können es Regenschauer sein.

Dafür verspricht das Wochenende nur schwach windig, oft sonnig und mild zu werden. Die Temperaturen erreichen dann Höchstwerte um zehn Grad, mit leichtem Föhn bis 15 Grad.

Windwarnung in Österreich Foto © skywarn

Orkantief "Sabine" hat seine Spuren in Deutschland hinterlassen

Die Kaltfront von Orkantief "Sabine" hat Deutschland verlassen - das stürmische Wetter ist aber noch geblieben. Im südlichen Teil der Republik meldeten die Einsatzstellen der Polizei auch in der Nacht auf Dienstag noch eine Vielzahl umgestürzter Bäume.

Sturmtief "Sabine": Schäden in ganz Deutschland

Deutschland wurde von Sturmtief "Sabine" besonders schwer getroffen. In vielen Teilen des Landes gab es große Schäden.

Der abgeknickte Ausleger eines Baukrans steckt im Dach des Frankfurter Doms.

 

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Frankfurter Dom

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Herford (Nordrhein-Westfalen)

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Bochum

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Hamburg

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Hamburg: Feuerwehrleute stehen im Treppenviertel an einer Fassade eines beschädigten Wohnhauses

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Hamburg

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Bochum

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Ein umgestürzter Baum in Bochum (Nordrhein-Westfalen)

 

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Ein umgestürzter Baum liegt auf einer Kreisstrasse bei Lochum im Westerwald (Rheinland-Pfalz)

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Ein Baum liegt über die Mittlere Filderstrasse in Stuttgart (Baden-Württemberg)

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Viele Zugausfälle in ganz Deutschland

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Die Bahnpassgiere brauchen Geduld

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Hessen

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Dagebüll (Schleswig-Holstein)

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Dagebüll (Schleswig-Holstein)

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Dagebüll (Schleswig-Holstein)

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Düsseldorf

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Köln

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Brocken (Sachsen-Anhalt)

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Brocken (Sachsen-Anhalt)

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Iserlohn (Nordrhein-Westfalen)

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Insel Poel (Mecklenburg-Vorpommern)

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Schmitten (Hessen)

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Berlin

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Bremerhafen

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Bremerhafen

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Aukrug-Homfeld (Schleswig-Holstein)

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Wilhelmshafen

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Mönchengladbach

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In der Region Freiburg und im Hochschwarzwald rückten Einsatzkräfte zu zahlreichen Einsätzen aus, viele Straßen waren am frühen Morgen noch gesperrt. Auch in Südbayern hielten auf Straßen liegende Bäume und Stromausfälle die Einsatzkräfte auf Trab.

Richtung Norden wurde es ruhiger, in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz waren noch vereinzelt Bäume durch den Sturm umgefallen, einzelne kleinere Straßen noch gesperrt. Insgesamt war die Lage aber deutlich ruhiger als noch am Montagmorgen. Auch über weitere Verletzte gab es zunächst keine Informationen.

Die Bahn will ihren Fernverkehr Dienstagfrüh ohne größere Einschränkungen wieder aufnehmen - am Vormittag seien einzelne Probleme aber nicht zu vermeiden, hieß es. Im Regionalverkehr werde es vor allem in Bayern und Baden-Württemberg zunächst noch Einschränkungen geben, hieß es von einem Bahnsprecher in der Nacht. Auch auf hessische Strecken waren in der Nacht erneut Bäume gestürzt - hier seien vereinzelt Einschränkungen zu erwarten.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet damit, dass es in den nächsten Tagen stürmisch bleibt. Am Dienstag sei mit Schauern sowie mit stürmischen Böen und Sturmböen zu rechnen. Im Alpenvorland und in Hochlagen sind demnach sogar orkanartige Böen möglich. Die Nordseeküste stellte sich auf Sturmfluten ein.

Am Sonntag und Montag wurden viele Menschen bei sturmbedingten Unfällen verletzt - allein im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen waren es laut Landesinnenministerium 13 Menschen. Auch aus anderen Bundesländern wurden Verletzte gemeldet - zum Beispiel aus dem Saarland. Dort schwebte eine Frau am Montagnachmittag noch in Lebensgefahr.

 

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