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Drahtzieher eines Neonazi-NetzwerksEx-Objekt-21-Chef erneut vor Gericht: Fünf Jahre Haft

Prozess in Ried mit strengen Sicherheitsvorkehrungen.

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Sujetbild © APA/GERT EGGENBERGER
 

Mit strengen Sicherheitsvorkehrungen und etlichen Zusehern hat am Montag ein Prozess gegen den ehemaligen Drahtzieher des Neonazi-Netzwerks "Objekt 21" im Landesgericht Ried begonnen. Der Mann muss sich erneut wegen Wiederbetätigung verantworten, weil er noch während seiner Haft sowie während Freigängen eindeutiges Material gepostet haben soll.

Der 35-Jährige - Verteidigung: Andreas Mauhart - soll ebenfalls während eines Freigangs trotz Waffenverbots Schießübungen gemacht haben. Er war im November 2018 bedingt aus der Strafhaft entlassen worden, im März 2019 wanderte er aber erneut in Untersuchungshaft. Sein Strafregister weist bereits neun Eintragungen auf, davon vier Verurteilungen nach dem Verbotsgesetz.

Am späten Abend fiel dann das Urteil: Fünf Jahre Haft für den 35-Jährigen.

Das "Objekt 21" hatte sich in Desselbrunn in einem Bauernhof eingemietet. Im Lokal des "Kultur- und Freizeitvereins", wo u.a. Rechtsrock-Konzerte stattfanden, prangten Sprüche wie "Der Führer hat immer recht" oder die mit dem Vereinslogo versehene "Reichskriegsflagge" an der Wand. Darüber hinaus waren einige der Rechtsextremen als Schutztruppe für einen Rotlicht-Boss tätig und verübten für ihn Brandstiftungen bzw. Anschläge mit Skorpionen oder mit Buttersäure auf Etablissements der Konkurrenz.

Vor Gericht geständig

Der Angeklagte bekannte sich bei seiner Einvernahme am Vormittag voll schuldig. Ihm wird vorgeworfen, er habe einschlägige Fotos verschickt, auf Facebook gepostet, seine einschlägigen Tätowierungen zur Schau gestellt, gegen ein Waffenverbot verstoßen und CDs mit Propaganda verkauft, zum Teil aus dem Gefängnis heraus. Ein Urteil soll voraussichtlich noch am Montagabend gesprochen werden.
 
Der 35-Jährige beteuerte, dass er seine Gesinnung ändere, doch das würde dauern. Er sei nicht mehr in der rechten Szene und er wolle seine einschlägigen Tätowierungen überstechen lassen, wegen seiner Freundin. Der Staatsanwalt bohrte jedoch immer wieder nach, hielt ihm vor, dass er kurz vor seiner Haftentlassung im November 2018 an eine Freundin geschrieben habe: "Acht Jahre Haft und kein bisschen Zweifel an meiner Überzeugung".
 
Der Beschuldigte stellte nicht in Abrede, dass im Holocaust schlechte Sachen passiert seien, ihn würden eher Kriegshelden wie ein deutscher Pilot ziemlich begeistern. Als Beweggrund für seine Läuterung meinte er unter anderem: "Ich habe meinen 30. Geburtstag in Haft verbracht, ich will nicht den 40. und 50. Geburtstag in Haft verbringen". Er sei in den vergangenen sieben Jahren nur etwa sechs Monate in Freiheit gewesen.
 
Unter anderem meinte der frühere Drahtzieher des Neonazi-Netzwerks Objekt 21, dass er nicht gewusst habe, dass es strafbar sei, einschlägige Fotos auch nur an eine Person zu verschicken. Hauptthema am Nachmittag soll die Aussage eines Beamten vom Bundesamt für Verfassungsschutz sein.

 

 

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