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Bis zu 105 Wochenstunden ArbeitMehrere Au-pair-Mädchen in Tirol ausgebeutet

Sollen ohne entsprechende Entlohnung gearbeitet und auf Matratzen geschlafen haben, Italienerin und Syrer wurden vorübergehend festgenommen.

Finanzpolizei begann mit den Ermittlungen schon 2019 © APA/HERBERT-PFARRHOFER
 

Acht Au-pair-Mädchen im Alter zwischen 18 und 27 Jahren aus Togo, Marokko, Madagaskar und Georgien sind offenbar in Tirol von einer 34-jährigen Italienerin und ihrem 26-jährigen syrischen Lebensgefährten ausgebeutet worden. Die jungen Frauen sollen unter anderem nicht nur im Haushalt der Italienerin, sondern auch in ihrer Putzfirma gearbeitet haben - ohne eine entsprechende Entlohnung.

Die beiden Verdächtigen wurden am 22. Jänner auf richterliche Anordnung festgenommen, teilte die Polizei am Freitag mit. Zudem wurden Hausdurchsuchungen durchgeführt. Dabei wurde ein niedriger dreistelliger Bargeldbetrag sichergestellt, hieß es. Am Tag darauf wurde das Paar wieder auf freien Fuß gesetzt. Die abschließenden Erhebungen waren im Gange.

Die Au-Pairs sollen in Einzelfällen bis zu 105 Wochenstunden gearbeitet haben. Auch sollen die Frauen gezwungen worden sein, auf Matratzen am Boden gemeinsam mit anderen Personen zu schlafen. In zwei Fällen soll es zudem zu sexuellen Übergriffen durch eine dritte Person gekommen sein. Diese stellt dies laut den Ermittlern jedoch in Abrede.

Die Frauen waren mit dem Versprechen nach Tirol gelockt worden, bei maximal 20 Stunden Wochenarbeitszeit und freien Tagen eine adäquate Unterkunft und ein angemessenes Taschengeld zu erhalten. Zudem wurde laut Landeskriminalamt der Besuch eines kostenlosen Deutschkurses in Aussicht gestellt.

Hinweis kam von Finanzpolizei

Die Italienerin war bereits im Frühjahr 2019 ins Fadenkreuz der Ermittler geraten. Nach einem Hinweis der Finanzpolizei Innsbruck wurden Ermittlungen aufgenommen. Die Frau stand im Verdacht, Au-pair-Mädchen zur Beaufsichtigung ihres acht Jahre alten Sohnes und zur Mithilfe im Haushalt über eine eigene Au-pair-Agentur im Internet angeworben und ausgebeutet zu haben. Zu jenem Zeitpunkt war nur der Fall eines 22-jähriges Au-pair-Mädchen aus Togo bekannt gewesen, das bei der Italienerin gearbeitet, aber vertragswidrig nicht entlohnt worden sei, so die Exekutive am Freitag. Entgegen der Vereinbarung sei der jungen Frau kein eigenes Zimmer zur Verfügung gestellt worden. Sie musste mit mehreren Personen zusammen in einem Zimmer schlafen.

Gegen die Italienerin wurde schließlich ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Menschenhandels eingeleitet. Durch die weiteren Ermittlungen zog der Fall dann größere, nunmehr bekannte, Kreise.

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Danke für Ihr Verständnis.

semperubique
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"Die Frauen waren mit dem Versprechen nach Tirol gelockt worden, ..."

von woher gelockt?
aus ihren heimatländern oder waren sie bereits als asylsuchende in österreich?
wenn zweites, dann haben sie den aufruf vom AMS, arbeitskräfte vom osten nach westen zu verlagern wohl falsch verstanden.

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lizard75
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AuPair

Also meines Wissens nach sind Deutschkurs, Taschengeld, freie Tage und eigenes Zimmer nicht "Teil einer Vereinbarung" oder "Versprechen" sondern gesetzliche Ansprüche für Au Pairs... solche schwammigen Formulierungen sollten eigentlich vermieden werden.

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stadtkater
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Unverständlich,

warum diese Branche einen derart schlechten Ruf hat;-)!

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smithers
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unglaublich

was in österreich alles so vor sich geht.
ich hoffe es gibt hier jeweils die höchstmögliche strafe.

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pinsel1954
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Versklavung von Menschne würde ich sagen.....

......und das gehört meiner Meinung mit Mehrjähriger Haftstrafe geahndet und dann für beide lebenslanges Eireiseverbot für solche Verbrecher.
Würde mich wundern wäre der Syrer kein "Schutzsuchender" in unserem Land für den noch unser Steuertopf offen steht.

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exilgrazer
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Komisch,

dass Sie nur den Syrer erwähnen, die Italienerin, die, weil schon einmal auffällig geworden, mit keinem Wort. Wie kommt das? 🤔

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stadtkater
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Als "Schutzsuchende"

können nur Asylwerber aus dem Nicht-EU-Ausland gelten. EU-Bürger, wie etwa aus Italien, haben freies Aufenthaltsrecht überall in der EU (eigentlich nur, wenn sie sich selbst erhalten) und brauchen bei uns daher nicht um Asyl ansuchen.

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