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1200 Teilnehmer Akademikerball: Demonstration ging ruhig zu Ende

Laut Polizei nehmen etwa 1200 Demonstranten am Protestzug unter dem Motto "FPÖ-Burschiball blockieren" teil. Das Platzverbot ist größer als im Vorjahr und inkludiert auch den Ring zwischen Bellariastraße und Goethegasse.

Organisatoren zählten über 2.000 Teilnehmer © APA/HERBERT P. OCZERET
 

Der FPÖ-Akademikerball in der Wiener Hofburg am Freitag war auch heuer wieder von Protesten begleitet. Rund um den Heldenplatz gab es erneut Platzsperren, gröbere Zwischenfälle blieben laut Polizei aus. Am Ball selbst trat nach dem Ibiza-bedingten Rücktritt von Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache diesmal dessen Nachfolger Norbert Hofer ans Rednerpult - und hob die Bedeutung der Korporationen hervor.

Das Tanzereignis, das von Kritikern als internationales Vernetzungstreffen Rechtsextremer gesehen wird, brachte heuer etwas weniger Demonstranten auf die Straße als im Vorjahr. Laut Polizei versammelten sich bei der Schlusskundgebung vor der Oper rund 1.200 Personen. Die Demo-Organisatoren der "Offensive gegen Rechts" schätzten die Teilnehmerzahl letztlich auf 2.200. Gegen 20.00 Uhr lichteten sich die Reihen.

Die Teilnehmer starteten gegen 18.00 Uhr, ausgestattet mit Trommeln und einem "No Pasaran"-Transparent ("Kein Durchkommen", Anm.) sowie einem Lkw an der Spitze, von der Wiener Universität zu ihrem Marsch durch die Innenstadt. Dabei ertönten die obligaten Parolen wie "Alerta, Alerta, Antifascista". Am Karlsplatz wurden Parolen wie "Rassistisch, sexistisch, ekelhaft - das ist die deutsche Burschenschaft!" von der Menge skandiert oder Plakate mit Slogans wie "Nazis raus aus der Hofburg!" hochgehalten. Die Demo klang bei der Oper mit musikalischen Darbietungen aus.

In der Hofburg füllten sich zu diesem Zeitpunkt die Festsäle erst so richtig. Zwar waren weniger Gäste als im Vorjahr gekommen, als die Stimmung angesichts der FPÖ-Regierungsbeteiligung am Hochpunkt war; es fand sich aber wieder zahlreiche freiheitliche Polit-Prominenz am Burschenschafterball ein. Neben Parteichef Hofer zog Wiens FPÖ-Chef und Vizebürgermeister Dominik Nepp an der Spitze der Ehrendelegation ein. In dieser fanden sich u.a. auch der Nationalratsabgeordnete Harald Stefan, Volksanwalt Walter Rosenkranz, Ex-FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker, Wiens FPÖ-Klubobmann Toni Mahdalik und der nicht amtsführende FPÖ-Stadtrat Maximilian Krauss ein.

Auch der Tiroler FPÖ-Chef Markus Abwerzger, die nicht amtsführende FPÖ-Stadträtin Ursula Stenzel, Ex-EU-Mandatar Andreas Mölzer, der ehemalige Dritte Nationalratspräsident Martin Graf und der Nationalratsabgeordnete Phillip Schrangl wurden gesichtet.

Und auch der nach der Ibiza-Affäre zurückgetretene und aus der FPÖ ausgetretene ehemalige FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus war in die Hofburg gekommen, blieb aber wortkarg: Er erwarte sich einen "schönen Ballabend", erklärte er lediglich. Dem Ball fern blieb hingegen Strache, der gemeinsam mit Gudenus durch seine Aussagen in dem auf Ibiza heimlich aufgenommenes Video die tiefe Krise der FPÖ ja erst ausgelöst hatte.

Hofer trat bei der Eröffnung ans Rednerpult und strich dabei die Bedeutung der Korporationen für die Partei hervor. "Ihr sei der wahre, der harte Kern, auf den man auch weiter aufbauen kann." Auch warnte Hofer vor einem Verlust der Freiheit, den es als burschenschaftlichen Wert zu verteidigen gelte. Denn "man will uns vorscheiben, wie wir zu leben haben". Das gelte etwa für die Frage der Motorisierung, der Nahrungsmittel, aber auch dafür, "wie wir zu denken und zu formulieren haben", etwa beim Thema des Gendern bei Diplomarbeiten.

"Und deswegen ist es so wichtig, dass wir eine gemeinsame Gesinnung haben. Wir dürfen uns auch wehren, wenn uns vorgeschrieben wird, wer diesen Ball besuchen darf und wer ihn nicht besuchen darf. Auch dagegen wehren wir uns zu Recht", sagte Hofer. Im Vorfeld des Balles hatte es scharfe Kritik u.a. von SPÖ und ÖVP am angekündigten Ballbesuch des Identitären-Sprechers Martin Sellner gegeben, dessen Bewegung vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft wird. Auch Guggenbichler betonte zuvor, er werde sich von den Medien nicht zu Diskriminierungen nötigen lassen.

Sellner selbst ließ sich den Ballbesuch aber ohnehin nicht nehmen. Bei seinem Eintreffen stellte er sich bereitwillig den Medien und erklärte, es sei gut, dass es einen rechten Ball gebe.

Seinen Vorgänger Strache erwähnte Hofer mit keinem Wort. Allerdings verwies der aktuelle FPÖ-Chef auf eine Idee von Ex-FPÖ-Chef Jörg Haider, der 1998 eine "Bürgerbewegung" ins Leben rufen habe wollen - und spielte damit wohl auf Straches jüngste Aussagen an, wonach es eine "neue Bürgerbewegung" brauche.

Haiders Idee sei "falsch" gewesen, betonte Hofer: "Dass wir uns der Ideologie berauben lassen, nur um zu einer Bewegung zu werden, das war damals falsch und es wäre auch heute falsch." Die FPÖ brauche die Ideologie als ein "Leuchtfeuer", "um unseren Weg zu finden". "Ich glaube, dass wir uns ganz besonders darum bemühen müssen, unsere Ideologie zu vertiefen. Und hier spielen die Korporationen eine wesentliche Rolle", so Hofer.

Musikalisch wurde der Burschenschafterball nicht nur klassisch begleitet. Auch die "John Otti Band", die bei zahlreichen traditionellen FPÖ-Veranstaltungen gebucht wird, spielte wie schon im Vorjahr auf. Sänger Werner Otti sprach bei seinem Eintreffen von einer "schwierigen Situation" für die FPÖ. Der Frage, ob er auch für Strache spielen würde, ließ er dann aber unbeantwortet.

Kommentare (41)

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crawler
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Im heutigen

"Standard" ist ein Foto von zwei DemonstriererInnen abgebildet. Da ist man sich nicht sicher für wen man mehr Mitleid empfindet. Für die (Berufs-)Demonstrierer oder für die "Burschi's"

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PiJo
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Demonstriererin oder Vermittlerin

In der K rone ist zu lesen Zitat : " Nach Aussage des Mannes ist ein Stein aus einer Demo-Formationen in ihre Richtung. Die Exekutive nahm sich die Gruppe vor und kontrollierte deren Mitglieder. Ein Gesicht war den Uniformierten bekannt: das von Vizebürgermeisterin Hebein." Zitat Ende . Es gibt nur eine schriftliche Stellungnahme " sie hat vermittelt"

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phistofeles
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6 orthografische Fehler in einem kurzen Posting.

Respekt! Und ein Prädikat habens auch noch vergessen.

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Mein Graz
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@PiJo

Weiters steht in der "Krone":
In einer schriftlichen Stellungnahme erklärt Hebein, sie sei „zur Demo gestoßen, als sie sich bereits aufgelöst hat“. Und: „Eine Gruppe von jungen Menschen wurde eingekesselt. In meiner Funktion als Vizebürgermeisterin informierte ich mich beim Einsatzleiter und vermittelte zwischen den Beteiligten.“

Bitte nicht nur Auszüge posten und Aussagen aus dem Kontext reißen (weil es grad gegen eine unliebsame Gruppe passt) sondern den gesamten Text kopieren oder zumindest sinngemäß zusammenfassen.

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caruba1909
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..

1600 Polizisten sind nicht einmal beim Wiener Derby wenn die Hütte voll ist! Völlig übertriebener Einsatz!

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CIAO
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Gar so

sind die Kleine Zeitung -LINKEN- nimmer so beliebt wie man in den +- sieht..

naja sie tun sich schwer - die bösen Rechten wurden durch die guten Linken (Grünen) ersetzt....

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2franky2
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Auffällig...

... ist das die Linken Organisationen weit mehr Schäden verursachen und daraus resultierend mehr Polizeieinsatz erfordert.

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Mein Graz
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@2franky2

Achso? Erzähl einmal das was du mehr weißt als die "Kleine" und lass mich an deinem Wissen teilhaben.
Welche Schäden gab es bei dieser Demo?
Wie hoch werden die Kosten für die Beseitigung der Schäden sein?

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tomtitan
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Da wurden wohl die letzten Rotwähler zusammengekratzt um zu demonstrieren -

Drinnen tanzen die Loser und draußen demonstrieren sie...

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SoundofThunder
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Schlagende Burschenschafter und Cartellverbände gehören zu Österreich

Wer dagegen ist ist ein linker Untermensch. Ist doch so,ihr Burschis und Cartellbrüder? Ich kenne euch! Ihr seid mir zu oft über den Weg gelaufen.

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selbstdenker70
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...

Demo ist nicht gleich Demo. Wenn man 1500 Beamte braucht, weil Ausschreitungen und Zerstörung vorprogrammiert sind, und das alles wegen einer Veranstaltung die so oder so jährlich abgehalten wird, dann sollte man solche Demos hinterfragen.

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baldasar
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Wer zshlts

Oder der sinnlos Einsatz von tausenden Beamten...

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Mein Graz
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@baldasar

Ja, völlig sinnlos, vor allem weil in den letzten Jahren die Demos ruhig verlaufen sind.
Also sollte wohl der zahlen, der diesen übertriebenen Aufmarsch der Polizei veranlasst hat.

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Balrog206
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Mein

Dann kann jeder seine zb Feuerversicherung kündigen den wann brannte es das letzte mal bzw überhaupt !

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Balrog206
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😂😂

Der Witz war gut ! Na wer hat den Aufmarsch wohl veranlasst ? Natürlich die Demo Teilnehmer wer sonst !

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Mein Graz
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@selbstdenker70

Seit 2017 hat es bei den Demos zum Akademikerball keine Ausschreitungen gegeben, die Demos verliefen ruhig.
Und du schreibst von "vorprogrammierten" Ausschreitungen und Zerstörungen?
Da ist bei dir wohl der Wunsch der Vater des Gedanken, denn dann könnte man ja wieder einmal auf die "pöhsen Linxlinken" schimpfen.

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Hildegard11
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Life Ball und Ähnliches...

....ist anscheinend noch das einzig "Erlaubte".

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Hildegard11
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Jahrzehntelang hat der Ball niemanden gestört. Jetzt kostet die Idiotie...

...der sinnlosen Demo Unsummen. Aber li ist ja immer tolerant.

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SoundofThunder
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🤔

Deswegen wird die Sicherungshaft eingeführt.

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Mein Graz
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@Hildegard11

Keine Demo ist sinnlos - denn es steckt immer ein Grundgedanke dahinter.
Dass die Rechten keine Demos abhalten liegt vielleicht daran, dass sie entweder die Organisation nicht schaffen oder keine Leute zusammen bringen - beides ist selbstverständlich nur eine Annahme meinerseits.

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Hildegard11
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Es sollte einfach Ball Ball sein.

Jeder "Weltanschauung" solltr die andere dabei in Ruhe lassen.

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Mein Graz
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@Hildegard11

Okay, dann sollen mich die Rechten und Rechtsrechten mit ihren Weltanschauungen auch in Ruhe lassen.
Tun sie aber nicht, ganz im Gegenteil - sie schüren fast täglich Abneigung und Ängste!

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hakre
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Mein graz

Wer sind denn diese Leute, die diese Demo anführen

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Mein Graz
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@hakre

Ich kenne sie nicht persönlich.
Ich kann nur mitteilen, wer die Demo organisiert habe - ich habs zwar weiter unten schon geschrieben wiederhole mich aber gerne für dich:
Organisation: "Offensive gegen Rechts"

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hakre
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?

wer gehört zur offensive gegen rechts?

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Mein Graz
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@hakre

Da du offensichtlich nicht weißt wie man eine Suchmaschine betätigt kopiere ich dir hier das Impressum rein:
Offensive gegen Rechts
Medieninhaber, Herausgeber und Eigentümer:
No Pasarán! Verein gegen Rechtsextremismus und Sozialabbau
Lasallestraße 40/2/6, 1020 Wien
ZVR: 1407386347
Telefon: +43 680 33 13 355
Mail: offensivegegenrechts(at)riseup(dot)net

Vorsitzende:
Dagmar Schindler

Grundlegende Richtung:
Information über das zivilgesellschaftliches Engagement im Sinne des Eintretens gegen Rechtsextremismus und Sozialabbau.

Herstellungs- und Erscheinungsort:
Wien

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