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FPÖ-Pläne verworfenAngelobung von Rekruten im KZ Mauthausen abgesagt

Ex-Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) wollte - in Abstimmung mit dem Mauthausen Komitee - Bundesheer-Rekruten vor dem Vernichtungslager der Nazis angeloben lassen.

Hält Rekruten vor einem KZ für eine gute Idee: Mario Kunasek © 
 

Das von Ex-Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) geplante Vorhaben, auf dem Appellplatz des ehemaligen KZ Mauthausen Grundwehrdiener anzugeloben, wird nicht umgesetzt. "Die Veranstaltung ist abgesagt", sagte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) gegenüber dem "Kurier", wie dieser am Dienstagabend berichtete (online).

Am späten Nachmittag hatte die Zeitung vermeldet, dass der wissenschaftliche Beirat des Mauthausen Memorial gegen die Angelobung ist und noch diese Woche zu dieser Causa tagen wird. Tanner erklärte dazu zunächst laut "Kurier", sie werde sich an die Entscheidung des Beirats halten.

Unterschiedliche Ansichten

Am Abend berichtete die Zeitung dann von einer Stellungnahme des wissenschaftlichen Beirats, in der er sich nun "mit Nachdruck gegen die geplante Angelobung" ausspricht. Tanner kündigte laut "Kurier" erneut an, sich daran zu halten, die Veranstaltung sei daher "abgesagt".

In Kunaseks Vorschlag war demnach das Mauthausen Komitee - ein Verein, der die Gedenkkultur vor Ort pflegt - eingebunden. Dort hält man die Idee für positiv. Der Vorsitzende Willi Mernyi weist darauf hin, dass das Gelöbnis ja die Demokratie feiere.

Beiratsvorsitzender Bertrand Perz hingegen hält fest: "Jegliche Inanspruchnahme von KZ-Gedenkstätten für Veranstaltungen, die sich nicht direkt auf deren konstituierende Funktionen als Friedhof, als Denkmal an die Opfer und als Museum/Lernort zur Geschichte des Konzentrationslagers beziehen, ist ungeeignet und problematisch".

Kommentare (18)

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Musicjunkie
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Beiratsvorsitzender Bertrand Perz hingegen hält fest: "Jegliche Inanspruchnahme von KZ-Gedenkstätten für Veranstaltungen, die sich nicht direkt auf deren konstituierende Funktionen als Friedhof, als Denkmal an die Opfer und als Museum/Lernort zur Geschichte des Konzentrationslagers beziehen, ist ungeeignet und problematisch".

Dem ist mMn nichts hinzuzufügen.

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Civium
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Unsere jungen Männer die ihren

Dienst für die Republik zu den sie verpflichtet sind tun und die Uniform des demokratischen neutralen Österreich tragen sollten nicht nicht auf eine Apellplatz der Trauer angelobt werden.
Das sind wir den Opfern des Nationalsozialismus schuldig und lässt sich mit nicht deren Würde vereinbaren!
Das Bundesheer schützt unsere Grenzen und unsere Verfassung die Demokratie!
Wir sollten vielleicht einmal darüber nachdenken vielleicht ein Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus einzuführen, das würde die künftigen Generationen vor dem Vergessen bewahren!

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jaenner61
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nachtrag

ich bin mir sicher, dass alle begeistert applaudiert hätten, wenn diese idee von rot oder grün gekommen wäre!

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Lodengrün
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Auch

schon neurotisch wenn es eine andere Farbe als blau ist?

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Civium
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Wir sollten in diesem Punkt was die Würde der

Opfer des Nationalsozialismus betrifft keine Parteifarben und kein Politikum kennen, sondern nur ein rot weiss rotes aufrechtes Gedenken!
Nie wieder FASCHISMUS in Europa!!

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jaenner61
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mich würde interessieren

wie viele von den personen, die sich hier über diese sache so aufregen, mauthausen schon besucht haben. ich finde, mauthausen sollte jeder mal gesehen haben, ganz egal aus welchem grund man hingekommen ist. durch so eine angelobung würden wieder viele junge menschen die chance haben, dieses mahnmal persönlich zu sehen und zu erleben. (auch ich muss gestehen, dass mir erst durch einen besuch in mauthausen bewusst geworden ist, welches unfassbare ausmaß an menschenverachtung dort stattgefunden hat) nachdem unser heer aus der erfahrung der jahre seit der gründung ein heer des friedens und des erhalts von frieden/demokratie und auch von einsätzen im katastrophenfall ist, sehe ich keinen grund daraus schon wieder einen skandal zu machen.

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MoritzderKater
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@jaenner61

Ja, ich habe mich über dieses Vorgehen auch aufgeregt und Nein, ich war noch nie in Mauthausen, dafür aber in DACHAU und ich glaube nicht, dass es weniger schrecklich war, als dieses KZ in Mauthausen.
Das was ich dort sehen musste, hat meine Vorstellungen angsterfüllt werden lassen, dass so etwas wieder passieren könnte.
Und ausgerechnet die FPÖ, die genügend Grund hätte, sich gerade in diesem Fall zurückhaltend zu geben, möchte hier eine Art von PR betreiben.
Widerlich!

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jaenner61
3
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was hat das mit der partei zu tun?

egal ob sie in mauthausen oder in dachau waren, sie konnten das leid, dass dieses regime verursacht hat vor ort sehen (ja ich will sogar sagen in einer gewissen weise spüren)
egal welche partei auch immer das vorgeschlagen hat, junge burschen hätten dadurch die möglichkeit gehabt, diese erfahrung dort zu machen.
noch dazu ist dieser ort die letzte ruhestätte vieler menschen, welcher ort wäre geeigneter derer zu gedenken ( wir gehen ja auch auf den friedhof und denken an unsere verstorbenen angehörigen)

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MoritzderKater
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Wenn eine Nichtmilitärische Institution......

...... in Mauthausen eine Gedenkfeier veranstaltet dann ist es o.k., aber selbst wenn die Grünen und denen kann man ja absolut keinen Bezug zum NS-Regime und ihrer
Gräueltaten unterstellen, eine derartige Idee gehabt hätten, ist es untragbar.
Militär ist Militär und zur Zeit haben wir GsD Demokratie und hoffen auch, dass es so bleibt. Wer gibt uns die Garantie dafür?
Die Anklänge der letzten parlamentarischen Regierung, haben uns ja geliefert, wie sehr die Tendenz zum Überwachen in den Köpfen der einzelnen Regierungsmitglieder verankert war.
Bis zur Denunziation war doch alles schon gedacht.
Oder haben Sie den Pferdeflüsterer vergessen?

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Lodengrün
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Da wollte

jemand eine Show in eigener Angelegenheit starten. Das Argument trifft den Punkt und entlarvt die Absicht.

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michael787
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Allein die Idee!

Entweder völlig hirnverbrannt oder eine bewusste Provokation. Wenn man die Demokratie feiern will, dann kann man das auch tun, ohne Militär an eine Gedenkstätte der Kriegsgräuel zu beordern.

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styrianprawda
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@michael787

Mauthausen darf nicht als "Ort der Kriegsgräuel" heruntergespielt werden.

Es hatte mit Krieg nichts zu tun, sondern rein um planvolle, rassistische Menschenvernichtung!

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Lepus52
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Die FPÖ

steigt von einem Fettnäpfchen ins andere und ihre Wähler lieben das.

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KarlZoech
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@ Lepus52: Fettnäpfchen würde ich nicht sagen, auch nicht pervers, doch man merkt die Absicht,

dass sich da Blaue schnell reinwaschen wollten, indem unter einem blauen Verteidigungsminister dort eine Angelobung stattfindet.
In der Sache selber hat sowohl der Standpunkt von Willy Mernyi (vom Mauthausenkomitee) als auch des wissenschaftlichen Beirates viel für sich.

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Miraculix11
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Ich verstehs nicht...

....wie man auf die Idee kommen kann irgendetwas in Mauthausen zu veranstalten das mit Militär zu tun hat. Andererseits ist Willi Mernyi unverdächtig. Der ist Bundesgeschäftsführer der Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter.

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MoritzderKater
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Sie geben einfach keine Ruhe.......

Was wollen SIE in Mauthausen?
In alten Wunden stochern und sagen, da schaut her, wir haben uns geändert?
Wissen die jungen Soldaten überhaupt, was dort passiert ist?
Ich bezweifle es stark.
Die alten Burschenschafter wollen sich "reinwaschen"

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Stadtratte
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Also,...

gibt es etwas noch Perverseres?

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Klaudinger
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pervers.....

....schlimmer gehts immer. Bei unseren Pappenheimer weiß man nie, was noch so alles kommen wird. Besonders seitens der FPÖ

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