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Banner und Schnee-EngelSo protestierten Umweltschützer gegen Tiroler "Gletscherehe"

Am Sonntag wurden am Linken Fernerkogel, wo die Verbindung entstehen soll, mehrere Banner entrollt. Bereits am Samstag hatte die Umweltschutzbewegung "Extinction Rebellion" in Innsbruck und in Sölden Protest-Kundgebungen gesetzt.

Am Sonntag wurden am Linken Fernerkogel, wo die Verbindung entstehen soll, mehrere Banner entrollt © (c) APA/SOPHIA REISS (SOPHIA REISS)
 

Umweltschützer haben am Wochenende in Tirol gegen den geplanten Zusammenschluss der Gletscherskigebiete Ötztal und Pitztal demonstriert. Am Sonntag wurden am Linken Fernerkogel, wo die Verbindung entstehen soll, mehrere Banner entrollt. Bereits am Samstag hatte die Umweltschutzbewegung "Extinction Rebellion" in Innsbruck und in Sölden (Bez. Imst) Protest-Kundgebungen gesetzt.

Beim Zusammenschluss der Skigebiete, in den Medien "Gletscherehe" genannt, sollen die Lifte im Ötztal mit jenen im Pitztal mit zusätzlichen 64 Hektar an Skipisten verbunden werden. Geplant sind unter anderem die Errichtung von drei Seilbahnen und eines Speicherteichs. Auch ein 600 Meter langer Skitunnel und die Schleifung eines Berggrats am Linken Fernerkogel um 40 Höhenmeter sind vorgesehen. Im Jänner startet die Verhandlung der Umweltverträglichkeitsprüfung.

Die Protestaktion am Sonntag wurde vom Innsbrucker Rainer Pfluger organisiert. Mit 15 weiteren Personen stieg er zum Linken Fernerkogel im Gletscherskigebiet auf, um dort auf mehreren Bannern Botschaften wie "Stoppt den Ausverkauf der Alpen. Naturräume erhalten!!!" zu platzieren. "Wir möchten ein Zeichen gegen diesen Zusammenschluss setzen", sagte Pfluger laut einer Mitteilung von "Extinction Rebellion" (XR, etwa: "Rebellion gegen das Aussterben"). Auch andernorts werde über Erweiterungen und Zusammenschlüsse nachgedacht, "diese Erschließungsspirale kann nicht im Sinne von nachhaltigem Tourismus sein", so Pfluger.

Schnee-Engel - als friedliches Zeichen

XR demonstrierte am Samstag zunächst mit sieben Aktivisten am Flughafen Innsbruck. Das geplante Großprojekt soll Touristen unter anderem über die umliegenden Flughäfen anziehen. "In Hinblick auf den fortschreitenden Klimawandel halten wir es nicht für nachhaltig, den Flugverkehr weiter zu steigern", sagte dazu XR-Aktivist Georg Pleger. In Sölden legten sich dann 40 Demonstranten zu Mittag unter die Gondeln der Giggijochbahn und machten Schnee-Engel - als friedliches Zeichen, um Aufmerksamkeit auf bedrohte Tierarten im Gletschergebiet lenken. Am frühen Abend wurde mit Fackeln symbolisch eine Sanduhr dargestellt. Die Sanduhr sollte verdeutlichen, dass die Zeit in Sachen Klimawandel abläuft.

40 Demonstranten legten sich unter die Gondeln der Giggijochbahn und machten Schnee-Engel - als friedliches Zeichen Foto © Extinction Rebellion

Der Protest der XR-Aktivisten richtete sich jedoch nicht nur gegen den Skigebietszusammenschluss, sondern enthielt auch die Forderung nach Abhaltung eines Bürgerrats zum Thema Tourismus. Bürgerräte werden in Vorarlberg und Salzburg bereits praktiziert, dabei werden aus dem Melderegister ausgewählte Bürger für ein bis zwei Tage eingeladen, über gesellschaftlich relevante Themen und Herausforderungen zu diskutieren. "Wir wollen, dass Bürger über alle wichtigen Fakten informiert sind und eine fundierte Entscheidung treffen können", stellte dazu Oliver Roß aus dem Demo-Organisationsteam fest.

Am frühen Abend wurde mit Fackeln symbolisch eine Sanduhr dargestellt. Foto © Extinction Rebellion

Kommentare (5)

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limbo17
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Die Grünen

in der Tiroler Landesregierung werden das schon verhindern!
Ist doch Ureigenstes Gebiet der Grünen unser Umweltschutz!
Oder ist die Gier nach Macht und Geld doch größer????
Tja ein Schelm wer Böses dabei denkt!

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umo10
4
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Schade um die Chance

Die demonstrierer werden das touristische Projekt wohl noch kippen. Schifahren ist österreichisch und sogar mit aufstiegshilfen mit erneuerbarer Energie

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Mein Graz
0
3
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@umo10

Wofür? Es gibt m.E. genügend Aufstiegshilfen und auch Pisten - es muss nicht zusätzlich noch Natur zerstört werden. Es geht hier nicht um erneuerbare Energie, es geht darum, wertvollen Naturraum dem Massentourismus zugänglich zu machen. Hier wird investiert, damit ein paar Investoren daran verdienen!

Schi fahren ist österreichisch - die Zeiten sind vorbei, wo sich (fast) jeder einen Schiurlaub leisten konnte. Schi fahren ist so teuer geworden, dass der Durchschnittsösterreicher es sich gar nicht mehr leisten kann.
Schi fahren wird vom Breitensport zum Privilegiertensport - und das ist nicht österreichisch!

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Frohsinnig
8
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Ausverkauf?

Schon die Übertreibung in der Argumentation zeigt dass hier ein paar Aktivisten, wirtschaftlich vermutlich ij Innsbruck gut abgesichert, auf dem Rücken der Im Pitztal und und im Ötztal wohnenden Menschen unterwegs sind. Leere Alpentäler und überfüllte Ballungsräume - ist es das was sie wollen?

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dude
2
7
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Ganz abgesehen von meiner persönlich, ablehnenden Haltung...

... gegenüber diesem naturverschwenderischen Mammutprojekt, verstehe ich die Gedankengänge der Investoren nicht! Wenn ich Geld - und in diesem Fall sehr viel Geld - in ein Projekt stecke, will ich mehr herausbekommen. Ist ja legitim. Aber ein unsichereres Investment, als in den Skisport gibt es doch nicht. Bei der Rasanz der globalen Erwärmung wage ich keine Prognose, ob in 10 Jahren der Skisport noch in dieser Form wie heute ausgeübt werden wird. Dass er kein Massenphänomen mehr sein wird, das aber notwendig wäre für einen wirtschaftlichen Betrieb eines derartigen Großprojektes, darüber bin ich mir sicher!
Aber wahrscheinlich denken sich diese Investoren: Wenn's aufgeht, verdienen wir gut, wenn's in 10 Jahren in die Hose geht - wie ich es befürchte - trägt's die Allgemeinheit!

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