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Interview mit Gründer17-Jähriger startet Lehrer-Bewertungs-App: "Klage wäre chancenlos"

Hinter der seit heute verfügbaren Lehrer-Bewertungs-App "Lernsieg" steckt der 17-Jährige Schüler Benjamin Hadrigan. Die Drohungen der Lehrergewerkschaft beeindrucken ihn nicht.

© Lukas Beck
 

Fünf Sterne für "sehr gut" bis ein Stern für "nicht genügend" – so lautet das Prinzip der Lehrer-Bewertungs-App "Lernsieg", die heute Vormittag in Wien präsentiert wurde.

Gründer der App ist der 17-jährige Schüler Benjamin Hadrigan, der in diesem Jahr ein Buch über das Lernen mit Social Media veröffentlicht hat und seit zwei Jahren als außerordentlicher Student Wirtschaftsrecht an der WU Wien studiert. Unterstützt wird er von einem Konsortium von Privatinvestoren und der auf Medienrecht spezialisierten Wiener Anwaltskanzlei Krüger-Bauer.

Im Interview mit der Kleinen Zeitung spricht Hadrigan über seine Beweggründe, erklärt, wie die App funktioniert und warum ihn die Wortmeldungen aus der Lehrergewerkschaft schockiert haben. 

Wie bist du auf die Idee gekommen, Lehrer via App zu bewerten?
BENJAMIN HADRIGAN: In der Schule habe ich mir oft gedacht, dass viele Lehrer unglaublich engagiert sind. Die Leistung von diesen Lehrern wird aber oft nicht anerkannt. Als Schulsprecher wollte ich das Problem lösen und den Schülern meiner Schule ermöglichen, Feedback zu geben. Damals bin ich aber aus verschiedenen Gründen kläglich gescheitert. Der Gedanke hat mich aber nie losgelassen. Mir ist wichtig, dass Schüler gehört werden und dass gute Leistung anerkannt wird. Lehrer sind pragmatisiert und bekommen nach einer Alterspyramide mehr Gehalt. Ob ein Lehrer engagiert oder gut ist, ist komplett egal. Gleichzeitig werden Lehrer oft an den Pranger gestellt und gesagt, sie wären faul. Das finde ich furchtbar, weil damit ganz vielen tollen Lehrern unrecht getan wird. Ihre Leistung soll sichtbar werden.

Was hat der Name “Lernsieg” mit dem Bewerten von Lehrern zu tun?
HADRIGAN: “Lernsieg” ist mein Lieblingswort geworden. Unter diesem Namen habe ich auch ein Buch veröffentlicht, in dem ich erklärt habe, wie man mit Social Media lernen kann. Es ist geplant, die App weiter auszubauen und auch im Lernbereich zu erweitern. Dann wird der Name auch mehr Sinn ergeben.

Wien.memo

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Wie kann man als Schüler mithilfe von “Lernsieg” seine Lehrer oder seine Schule bewerten?
HADRIGAN: Zuerst muss man sich mit seiner Handynummer registrieren. Nach erfolgter Verifizierung können Schüler sowohl Schulen als auch Lehrer nach Kategorien bewerten. Bei Schulen sind das zum Beispiel Klassenzimmer, Sportanlagen, Mensa und Kantine oder auch Fridays for Future. Bei Lehrern lauten sie unter anderem Unterricht, Fairness, Respekt, Durchsetzungsfähigkeit und Pünktlichkeit. Jeder Schüler hat nur eine Stimme, bewertet wird mit ein bis fünf Sternen und es gibt keine Kommentarfunktion. So sollen Missbrauch und Diffamierungen verhindert werden.

Woher kommen die Daten der Schulen und Lehrer?
HADRIGAN: Wir haben keine Datenbank gehackt. Diese Daten sind indirekt öffentlich zugänglich. Ich habe von der Website des Bildungsministeriums alle Schulkennzahlen manuell herauskopiert. Das waren zirka 4.000 für uns relevante Schulen, also alle nach den Volksschulen, die nicht bewertet werden sollen. Ein Team von Studenten hat jede Schulwebsite besucht und die Daten der Lehrer zusammengetragen. Sollten die Daten nicht mehr stimmen, gibt es in der App auch die Möglichkeit, Änderungswünsche zu beantragen.

Ist es möglich, als Schüler auch Lehrer von fremden Schulen zu bewerten? 
HADRIGAN: Das wäre theoretisch möglich, ja. Ich glaube aber, dass Schüler, wenn sie die Möglichkeit haben, etwas mitzugestalten, nur die Lehrer zu benoten, von denen sie auch unterrichtet werden.

Was passiert, wenn ein Schüler einen Lehrer bewertet hat, aber dann seine Meinung ändert?
HADRIGAN: Jeden Tag hat man die Möglichkeit, seine Bewertung neu zu überschreiben. Diese Funktion ist uns sehr wichtig. Wenn die Stimmung in einer Klasse nicht passt, wird der Lehrer mit der Klasse reden. Wird die Stimmung dann besser, kann sich das auch auf die Bewertung auswirken.

Foto © Lernsieg

Wie konntest du Investoren von dem Projekt überzeugen? Wird die App etwas kosten?
HADRIGAN: Die App ist kostenlos und wird es auch bleiben. Irgendwann wird sich die Frage nach dem Umsatz stellen. Wir brauchen ja auch Geld, um das Projekt weiter auszubauen. Es gibt Pläne, wie wir es monetarisieren können. Jetzt warten wir einmal ab, wie die Schüler darauf reagieren. Dann setzen wir weitere Schritte.

Die Lehrergewerkschaft hat die App vorab scharf kritisiert. Hast du mit so viel Aufregung gerechnet?
HADRIGAN: Nein, ich war ehrlich gesagt ein wenig verwundert und auch schockiert. Die Reaktion von Herrn Kimberger (Lehrer-Gewerkschaftschef, Anm.) ist merkwürdig. Wenn man nicht weiß, wie die App funktioniert, wie kann man dann sagen, dass man die Betreiber verklagen wird? Er hat bis jetzt auch niemanden von dem Projekt kontaktiert. 

Hätte man die Aufregung nicht verhindern können, wenn ihr als Betreiber von “Lernsieg” das Gespräch mit Bildungsverwantwortlichen gesucht hättet?
HADRIGAN: Lehrerbewertungen sind politisch schon länger ein Thema. Unser Projekt ging in den letzten zwei Monaten sehr schnell voran und wir haben beschlossen, jetzt zu starten. Ich bin aber gerne bereit, mit der Lehrergewerkschaft und auch mit Bildungsministerin Iris Rauskala Gespräche zu führen und gemeinsam an der App zu arbeiten. 

Ein Kritikpunkt seitens der Lehrergewerkschaft ist, dass Persönlichkeitsrechte von Lehrern verletzt werden könnten. Warum bist du dir sicher, dass das nicht so ist?
HADRIGAN: Wir haben ein Rechtsgutachten erstellen lassen, damit sich die Firma, die die App entwickelt, an bestimmte Kriterien hält und damit die App nicht abgedreht werden kann. Ich bin mir sicher, dass die Juristen der Lehrergewerkschaft wissen, dass sie vor Gericht chancenlos sind. Natürlich muss Herr Kimberger aus Show-Gründen seine Mitglieder vertreten aber rechtlich haben sie keine Chance. In Deutschland gab es einen ähnlichen Fall mit der Plattform “Spickmich”, die juristisch nicht verboten wurde, obwohl sie sogar eine Kommentarfunktion hatte. Wir machen eine deutlich abgespecktere Variante, weil wir niemanden diffamieren wollen. Es ist eine kontrollierte App, die Transparenz im Schulsystem ermöglicht.

Kommentare (94)

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Aleksandar
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Warum die große Aufregung

Wenn alles abrufbar ist (Schulkennzahlen, Daten von Lehrer/innen), braucht sich niemand zu wundern, wenn mit diesen Daten "gearbeitet" wird. Außerdem könnte so eine Lehrer/innen/bewertung durchaus auch reizvoll sein, wenn die Schüler/innen ehrlich mitspielen. Wenn es Bösartigkeiten kommt, ist es von den Betroffenen und deren Umkreis leicht erkennbar. Gegebenenfalls kann man die Schüler/innen, die Unwahrheiten verbreiten, klagen. Beurteilungen von Lehrer/inne/n müssten sachlich begründet sein.
Übrigens: Lehrer/innen regt euch nicht auf! Ihr wollt digitale Kompetenz - da habt ihr sie in Reinkultur!

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erstdenkendannsprechen
1
7
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da kann aber jeder bewerten. nicht nur die schüler. auch der briefträger, der pfarrer oder die schulwartin.

oder ich oder sie.
das ist kein feedbackinstrument. feedback zielt auf qualitätssteigerung ab. wie soll das da gehen?

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tigeranddragon
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Klagen

auf welcher Basis? Das es um eine subjektive Einschätzung des Schülers geht

Ich schätze einmal, solch ein 17jähriges Elitebübchen, in dem Fall Herr Hadrigan, lässt sich von einem Lehrer nicht gerne etwas sagen.

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Aleksandar
0
2
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Klagen ...

wenn's z. B. um üble Nachrede etc. geht. Die Schüler/innen, die diese App verwenden, werden halt aufpassen müssen, was sie schreiben.

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Rick Deckard
18
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Unser Schulsystem fußt auf Maria Theresia.

wir sind auch geistig damals stecken geblieben. Nur ja nicht anecken - Respekt vor dem Herrn Professor - selbst wenn er der größte Depp ist. Unterwürfigkeit und Selbstaufgabe vor der Obrigkeit...Deswegen sind wir, wo wir sind. Auslöser und Mitauslöser zweier Weltkriege - weil uns das eigene Denken gefehlt hat - und bis zum heutigen Tage fehlt. Siehe Politik - siehe Schulbildung - siehe Kommentare...

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erstdenkendannsprechen
1
1
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ich habe zu meiner schulzeit (und das ist schon ein paar jahre her)

die erfahrung gemacht, dass kritik - sachlich vorgebracht und begründet - immer möglich ist und habe ausschließlich positive erfahrung damit gemacht. auch als elternteil.
obrigkeitshörigkeit hat nicht zwei weltkriege ausgelöst - da spielte mehr mit, und sie können sich mit geschichte beschäftigen, um das herauszufinden.
ich weiß nicht, wie viel sie international unterwegs sind. in bezug auf eigenes denken sind wir sehr weit, verglichen mit den aller- allermeisten ländern auf der welt.

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mapem
1
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Na, dann schau dir mal …

die netten Videos an, die die netten „unterwürfigen und obrigkeitshörigen“ HTL-Schüler monatelang ins Netz stellten, als sie systematisch ihren „Deppen-Professor“ fertig machten (Spuckaffäre) …

Ich glaube, das einzige, was a bisserl im theresianischen Zeitalter hängen geblieben ist, ist deine Vorstellung von Schule, Ricki … wüsste auch keine Schule, wo die Kids mit dem Gürtel verdroschen werden, eins mit dem Rohrstock drübergezogen bekommen oder Scheitelknien müssen. Kennst du eine, Ricki?

Na Gott sei Dank kannst jetzt so einem Deppen-Lehrer nur ein Sternderl reinsemmeln, wenn der mal eine Hausübung übers Wochenende aufgibt – hehe!
Für´s Marketing hätt ich auch schon eine gute Idee:
„Diese App – braucht einfach ein jeder T…!“ … Mit Lernsieg zum Sieg-Lerner!

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tintifax
2
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da heagott

hot an großn tiergoatn

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schenner80
5
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Altersempfehlung laut App 4+

Und wirklich jede/r kann seine Sternderln vergeben, sowohl mit dem Handy ruhiggestellte Kleinkinder als auch längst der Schule Entwachsene.

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crawler
2
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In Kärnten gab es ja schon

Vergleichbares. Da wurde eine Leiterin mit anonymen Anzeigen längere Zeit eingedeckt. Der/die Anzeiger wollte/n dass sie abberufen wird. Ähnliches kann man sich dann bei Lehrern erwarten, wenn diese nicht im Sinne der Schüler/Eltern handeln.

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hfg
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Der Einwand

Die Bewertung nicht anonym zu machen, wie es die Gewerkschaft einwendet ist natürlich eine Schnapsidee. Die Schüler sind dem Lehrer ausgeliefert nicht umgekehrt.
Weiters unterschätzt man die Kinder wenn man Ihnen Rachebewertungen unterstellt.
Die Schulen und Lehrer sollten mehr Selbstvertrauen haben - die Gewerkschaft ist ohnehin immer gegen alles.
Meine Tochter hat sofort gesagt sie wird alle ihre Lehrer sehr gut bewerten - weil sie Ihrer Meinung nach auch sehr gut sind.

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blackpanther
5
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Ex FPÖ Minister Krüger

steht also hinter diesem Projekt und ein paar anonyme Investoren (vielleicht auch eine Oligarchennichte???). Wenn Herr Krüger und sein m Meinung nach vorgeschobene Strohmann, der Möchtegern Greta, so dafür sind, dass die ganze Welt weiß, wie Lehrer bewertet werden, dann müssen sie aber sofort und detailliert sämtliche daran beteiligte Personen offenlegen und auch eine App entwerfen, bei der von allen Schülern mit vollem Namen deren Bewertungen und Zeugnisnoten veröffentlicht werden. Diesen Aufschrei der Schüler höre ich schon von weitem...

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SoundofThunder
5
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😏

Wenn der Schüler einen Fleck bekommt,bekommt der Lehrer ganz sicher die volle Punktezahl vom Schüler. So können die Schüler die Lehrer erpressen.

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tigeranddragon
2
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Das

war wahrscheinlich der Ursprung...oder so ähnlich

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crawler
2
17
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Genauso ist es,

wobei die Eltern natürlich auch nicht zu unterschätzen sind.

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mapem
7
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Interessant …

quasi eine online-bashing-app … ja ja, ich weiß, jetzt kommen die vorgeschobenen Argumente, dass man „die besonders engagierten und ausgezeichneten“ Lehrer endlich ins öffentliche Rampenlicht stellen kann – haha, ich hau mich ab!

Vielmehr stell ich mir die Frage: cui bono? … Vielleicht kann hier das unbekannte „Investoren-Konsortium“ im Hintergrund Licht ins Dunkel bringen?! …

Und wer sich a bisserl in Geschichte auskennt, der weiß, dass die Kontrolle und das Dirigieren einer Gesellschaft in autokratische Systeme immer auch damit beginnt, die Bildung in den Griff zu bekommen … vor allem dann, wenn diese jetzt noch an demokratischen und humanistischen Paradigmen ausgerichtet ist.

Und wie melde ich mich dann an? … „Lernsieg-Heil“?!

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selbstdenker70
22
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...

Selten so einen Blödsinn gelesen. Natürlich geht es nicht primär darum die besten Lehrer aufzuzeigen, sondern die schlechten, und davon haben wir mehr als genug, einmal öffentlich und anonym aufzuzeigen. Über die Effizienz unsere Schulen brauchen wir ja nicht diskutieren. Da bin ich für jede Möglichkeit der Verbesserung dankbar. Warum du das aber mit einem Nazi Dreck in Verbindung bringst wirst auch nur du, und deine ewige "die Geschichte zeigt uns", in der du dich ja so gut auskennst, verstehen. Wäre ich diese Firma, Ich würde deine Daten ausheben lassen und saftig verklagen. Einfach nur eine Frechheit, einen 17 jährigen damit in Verbindung zu bringen...

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mapem
9
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Haha - unser Denkerle

reicht natürlich gleich die berechtigten Zweifel nach, die ich ad agenda habe … und du weißt´s nicht einmal – lieb!

Jaja –isma schon klar dass du zum Schlag derer gehörst, die dann aus der Anonymität heraus dann ordentlich ihren aufgestauten Saft über diese App gegen die blöden Lehrer ablassen. Weißt Denkerle, da sima auch schon so a bissale mittendrin im „Nazi-Dreck“ … aber das weißt du auch nicht … und weißt warum Denkerle? Weil du weder das Erste noch das Zweite tust – oder tun kannst – was dein Nick beschreibt.

Und ja, Denkerle – meine Daten ausheben und mich mal so richtig … ja ja, da brennt jetzt deine Phantasie mit dir so richtig durch – gell! Den mapem mal so richtig …!! Hui – sima schon wieder mittendrin im „Nazi-Dreck“! … Hoffentlich muss ich nicht den Gehsteig aufwischen – ich hab´s a bisserl mit dem Kreuz.

Tja, Denkerle … a bisserl firm in Geschichte is nie schlecht, weißt – einmal sind´s die mit dem gelben Stern … dann sind´s oft die Lehrer … und dann sind´s oft die mapems – gell!
Aber du kannst ja das machen, was man dann mit dieser App auch machen kann … anonym den Daumen runter buzzern.
Ich glaub, diese App wird der absolute Hit – für Selbstdenker, die sich nicht zum Elternsprechtag trauen.

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mapem
9
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Und noch was, Denkerle …

welche „objektive“ Aussagekraft bzw. Beurteilung sollte diese App wohl besitzen, wenn jeder Faulsack seine Lehrer mit 5 Sternderln belohnt, wenn´s oft Videos schaun, nix tun müssen und gute Noten nachhgeschmissen bekommen – und andere bekommen ein Sternderl, weil´s was verlangen und einem auch einen Fleck geben? … Na, was glaubst denn, Denkerle?!

Und hast dir schon mal überlegt, warum irgendwelche „Investoren“ da Geld reinstecken – hm?! … Glaubst, dass die da Kohle locker machen, damit so Denkerleins so liebe Sternleins durchs Web jagen weils so lustig ist – oder weil man aus den Daten dann irgendwas rausholen kann? … Ich grüble grad, was das sein könnte … und ja, Denkerle – du grübelst ja offenbar über überhaupt nix … deshalb muss ich immer etwas schmunzeln, wenn ich deinen Nick lese …

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alfjosef
0
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LehrerInnen zu beurteilen verlangt nach Mitbestimmung! In Privat-Unternehmungen gibt es Betriebsvereinbarungen / Financiers im Hintergrund vertreten Interessen, welche wohl?

Solche Aktionen sind zu hinterfragen, nicht zu bejubeln! Wenn es solche Beurteilungen, mit Anwendung von App-Systemen geben soll, so gilt ein hohes Mass an Mitbestimmung durch die Gewerkschaft als zuständige Interessenvertretung der LehrerInnen! Ein Betriebsvereinbarung in Privatunternehmungen, Gesetzesbestimmungen im Öffentlichen und im Schuldienst, das sind daher die stufenweisen Abläufe. Die Anonymen Investoren "im Hintergrund" haben eben Interessen, wie in all unseren Lebensbereichen. Die Gewerkschaft ist hier die legitimierte Interessen-Vertretung, eben der LehrerInnen! Einige "im Hintergrund" haben auch klare "verdeckte" Ziele und müssen sich harte Kritik gefallen lassen. So läuft es in unserer Demokratie! Einige sollten froh sein, dass es bei uns derartige Mitbestimmungsregelung gibt.

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tigeranddragon
4
28
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Mr. Hadrigan,

sie scheinen ihre politische Richtung schon gefunden zu haben...... meine Bewertung für sie als Entwickler dieser App, wenn ich sie bewerten müsste........1 Stern, absolut Daumen nach unten

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knapp
7
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"Klage wäre chancenlos",

ist schon mal ein heftiger Einstieg vom Herren Jungunternehmer. Zeugt nicht unbedingt von Kooperation mit Lehrern und Schulen. Unter anderem sollen Respekt und Pünktlichkeit der Lehrer bewertet werden. Ich glaube, dass gerade bei diese Themen eher die Schüler bewertet werden sollten. Diese App bringt dem System "Schule" überhaupt nichts. Feedbacks müssen vor Ort online am Semesterende durchgeführt werden, wie an den Unis. Die App soll also bald "monetarisiert" werden - vielleicht als guter Nachbar - böser Nachbar Bespitzelungstool? Nein danke! Nachdem auch der ehemalige blaue Minister Krüger hinter dem Projekt steht, werde ich das Gefühl nicht los, dass damit vielleicht wieder eine "law & order" Stimmung geschürt werden soll.

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erstdenkendannsprechen
0
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es gibt an vielen schulen feedbacksysteme, die auch angewand werden und funktionieren

edu-feedback war mal in aller munde, gibt aber schon bessere. nur dringt da halt nichts an die medien.
schüler geben lehrern feedback, auch der direktion, lehrer geben der leitung feedback. eine feedback-kultur, die qualität zum ziel hat. das sehe ich bei der app nicht.
klagen wären chancenlos? abwarten.
in zeiten, in denen lehrer die noten ihrer schüler nicht laut sagen dürfen (bin ich dafür), in denen zeichnungen der kinder mit namen nicht im schulhaus hängen dürfen, ebenso fotos oder ein geburtstagskalender (es sei denn, die eltern haben ein schriftliches einverständnis gegeben) finde ich eine bewertungsapp mit klarnamen der lehrer und adresse der arbeitsstätte sehr wohl problematisch.
ich wäre dann dafür, dass es für auch eine app für die bewertung der eltern von schülern geben sollte - oder der schüler. auch mit klarnamen, bitte.
feedback geht anders.
und: man muss nicht mal schüler sein, um sich in der app einzuloggen und draufloszubewerten... tolle erfindung.

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schenner80
2
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Bewertungskategorien

Unter anderem soll man in dieser App die Sauberkeit in Schulen bewerten. Meint man hier die Gründlichkeit des Putzpersonals beim Wegwischen der von Schülerinnen und Schülern hinterlassenen Jausenresten?

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schenner80
0
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Sorry, Jausenreste

Tippfehler

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ctsch
10
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Alles und jede/r wird bewertet.

Lest mal die Bewertungen von Dienstleistern. Wenn man einem/er nicht zu Gesicht steht oder im Gastgewerbe kein glutenfreies Brot, laktosefreie Milch..... zur Hand hat dann donnerts gleich negativ Meldungen.
Ich finde Lehrer haben es genauso verdient bewertet zu werden , wenn die Meinung objektiv und ehrlich ist wie jeder andere Berufszweig auch.

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SoundofThunder
0
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So ist es

Viele Bewertungen,Positive und auch Negative (für die Konkurrenz),werden gekauft.Es gibt eigene "Firmen" die dies gegen Bezahlung machen. Das Like bzw. Dislike für 50Cent das Stück. Ist ein Schmutziges Geschäft.

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Rick Deckard
34
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jedes Nichtgenügend ist der Beweis,

daß der Lehrer versagt hat.

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erstdenkendannsprechen
1
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nein, ganz und gar nicht.

dass es so wenige nicht genügend gibt, sagt nicht, dass die lehrer gut sind. sie geben kaum nicht genügend, und sie wissen warum.
der lehrer hat ein kind ein paar stunden im jahr. zb. biologie im gymnasium: ca. 70 stunden pro jahr. da soll stoff gemacht werden, geprüft werden, auf die (mögliche) matura vorbereitet werden.
und wenn dann jemand nicht will (ein kind von 36 in der klasse, oder zwei oder drei) - dann ist der lehrer schuld. sie kennen sich aus...

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Rick Deckard
16
7
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Es gibt gute Lehrer, keine Frage...

aber es gibt auch viele, deren erster Satz beim Elternsprechtag ist: wenn sie sich beschweren wollen, dann bitte beim Landesschulrat! Kein Grüß Gott... Vom Landesschulrat kommt ein lapidarer Zweizeiler...unkündbar, wervolle Pädagogin...

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princeofbelair
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Und es gibt Eltern

die von Haus aus zur Bildungsdirektion laufen, ohne den Lerneifer ihrer Schützlinge zu hinterfragen.

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huetteka1
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Hmmmm....

Ich finde es ist ein guter Weg um endlich wieder (mehr) Qualität in den Unterricht zu bringen. Aber wie weit geht das noch? Falls jemand Black Mirror gesehen hat...

Sollten sich Schüler nicht innerhalb ihrer Gemeinschaft organisieren um zB. den Direktor, Landesschulrat, usw. als "Neutralen" einschalten um gegen etwaige Missstände anzugehen?

Ich wünsche ihm ALLES GUTE bei seinem Projekt und viel Fingerspitzengefühl. Hoffe nur das artet nicht aus in Cybermobbing 2.0.

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Bumsdi
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Missstände offenlegen

Wenn es mit dieser App auch gelingt, auf Missstände hinzuweisen, hat sie schon den Zweck erfüllt. Vielleicht wird dann endlich reagiert - ein Beispielfall aus einer Schule in Graz Wetzelsdorf: in der Maturaklasse war die Französisch-Lehrerin seit Ferienende kaum da, es gibt auch nur unregelmäßig Fachsupplierungen. Weder Schüler noch Eltern erfahren die Gründe für die Abwesenheit der Lehrkraft, die Fachsupplierungen wechseln ständig - sie so eine gute Vorbereitung auf die Matura aus?

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mapem
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Ja weißt, Bumsdi …

mich interessiert und kann nicht alles interessieren, was ein paar hundert Kilometer entfernt an irgendeiner Schule passiert …
Und eine Frage: Ist die Schule für Eltern nicht erreichbar? Gibt´s dort kein Telefon, keine Email-Adresse? Kann ich dort nicht vorsprechen? Elternsprechtage? Sprechstunden?

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erstdenkendannsprechen
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und dann wird die lehrerin mit der app negativ bewertet.

vlt. ist sie krank und die schulleitung/schulaufsicht versagt dabei, eine dauerhafte vertretung zu stellen (vlt. ist auch keine verfügbar). aber schnell mal die lehrer bewerten, kann ja helfen. mit klarnamen und adresse.
so ein problem kann mit einer bewertungsapp nicht gelöst werden - weil es woanders grundgelegt ist.

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Bumsdi
3
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sieht so eine gute Vorbereitung auf die Matura aus?

... soll es heißen ...

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onyx
2
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Grundsätzlich gut

Ich bin neugierig geworden und habe mir die App installiert. Ein paar Schulen wurden bereits bewertet (von wem eigentlich???); Lehrer hingegen noch nicht.

Dass für alle Welt Namen der Lehrer sowie deren Bewertungen ersichtlich sind, gefällt mir gar nicht. Was soll das bringen?

Das Bewertungssystem, welches ich an der Uni kennenlernte, gefiel mir deutlich besser: Zu Semesterende konnten Studenten mittels online-Fragebogen Feedback zu Vortragenden und Lehrveranstaltung geben. Die Initiatorin war die Uni und die Ergebnisse des Fragebogens waren nur für Studenten der jeweiligen Studienrichtung einsehbar. Eine Kommentarfunktion erlaubte die Bewertung zu konkretisieren.

Bewertungssysteme an Schulen fände ich jedenfalls sinnvoll und fortschrittlich, es sollte dies aber im internen Rahmen (zB. Intranet) bleiben.

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erstdenkendannsprechen
0
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ja, weil bei anderen bewertungssystemen qualitätssteigerung das ziel ist

hier nicht.
und ich hab mir die app auch installiert und ich glaube (so weit bin ich noch nicht) ich kann damit schulen/lehrer bewerten, die ich gar nicht kenne. tolles instrument. herumtrollen gut möglich.

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woelffchen
42
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Super Idee und tolle App

Finde ich sehr gut, zumal manche Lehrer auf einem "Thron" zu hausen glauben und kein Interesse daran haben, ihren Stoff verständlich zu präsentieren. Andere hingegen würden das letzte Hemd für ihre Berufung geben. Da Eltern leider oft auf Granti beißen bei pragmatisierten und uninteressierten Lehrern, ist diese App wirklich nützlich und gut. Gratuliere!

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tigeranddragon
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Kurze Frage @woelffchen

sie wählen was?....machen sie es öffentlich, is doch eh egal oder?

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sunny1981
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App

An alle Schüler: Lernen wäre wichtiger

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paulrandig
3
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sunny1981

Wo ist da der Widerspruch?

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princeofbelair
3
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Dass die Verlockung groß ist..:

...gute Noten zu “erpressen”. Ist ja bereits so, dass Eltern vermehrt mit Anwälten und Berufungen drohen, wenn Sohn oder Tochter schlechte Noten haben.

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Hildegard11
9
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Ich bewerte auch Dienstleister nicht

Diese ewige Nachfragerei: waren Sie zufrieden? Ein Chef, der nicht sieht, was seine Leute leisten, ist sowieso nicht fähig. Und mittlerweile gibt es genug Kunden, die völlige Ungustln sind. Und die soll man dann alle nett behandeln?? Verlogene Gesellschaft!

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erstdenkendannsprechen
0
3
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danke, sie sprechen mir aus dem herzen.

ich kam einmal in die situation, dass mich die chefin des frisörgeschäftes bat, die frisörin zu bewerten. habe ich auch nicht gemacht. aus genau diesen gründen. aber ich glaube, die meisten tun es...

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erstdenkendannsprechen
0
1
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danke, sie sprechen mir aus dem herzen.

ich kam einmal in die situation, dass mich die chefin des frisörgeschäftes bat, die frisörin zu bewerten. habe ich auch nicht gemacht. aus genau diesen gründen. aber ich glaube, die meisten tun es...

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Ifrogmi
7
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klar, ...

... zum anonymen bewerten reicht's. zum geradestehen für strafbare handlungen, da sind sie wieder kinder die noch nicht reif genug sind.
im übrigen tut mir der typ echt leid. das leben hat schönere seiten für einen jungen menschen als sich nur als mustermodel für ein überangepasstes kind das einen erwachsenen mimen will herzugeben.
ehrlich gesagt: ein armes g'scheiterl - kind, dessen jugend vertan wird nur weil er angepasster und wahrscheinlich auch ein bisserl g'scheiter ist wie die meisten seiner altersgenossen.
kommt ungefähr so wie 30jährige die sich wie altersweise 70jährige gerieren.

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DocMike81
11
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Wo ist das Problem?

Bei uns niedergelassenen Ärzten gibts das online schon seit Jahren (z. B. docfinder) wo man die Ärzte auch bewerten kann, so what..

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tigeranddragon
3
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Schon

a bissi sehr was anderes.....ganz ehrlich, bei manche sogenannten Erwachsenen kann ich nur den Kopf schütteln

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HaHa1985
1
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Dienstleistung

Der Unterschied ist, dass der Arzt, um in docfinder aufzuscheinen dessen AGB akzeptiert, was eine Bewertung einschließt. Akzeptiert er das nicht, ist er auch nicht in den Ergebnissen.

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hfg
18
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Allein die Reaktion der Lehrergewerkschaft

Die das sofort verhindern will ohne auch nur zu wissen worum es genau geht und das sofort bekämpft und droht, zeigt wie das so eine App nur gut sein kann. Außerdem gibt es solche Bewertungen in einigen Ländern. Ein Kommentar wie zB. - wir schauen uns das an und werden dann sehen ob etwas zu beanstanden oder ändern ist - das wäre zeitgemäß gewesen. Aber sofort voll zu schießen und dagegen zu sein ist die beste Werbung für diese App.

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