TirolGanzer Gipfel soll für Skigebiet gesprengt werden

Alpenverein, Naturfreunde und der WWF versuchen das Mega-Projekt noch zu verhindern.

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Rennen um Gletscherskigebiets-Zusammenschluss Oetztal/Pitztal
© WWF/Vincent Sufiyan
 

Während am Rettenbachgletscher in Sölden die Skirennsaison gestartet ist, findet am benachbarten Karlesferner unterhalb des Linken Fernerkogels derzeit ein ganz anderes, stilleres Rennen statt: der Wettlauf zwischen massentouristischer Erschließung und unberührter Hochgebirgslandschaft.

Die "Allianz für die Seele der Alpen" - bestehend aus Alpenverein, Naturfreunden und WWF Österreich - warnt vor den langfristigen Folgen von weiterer massentouristischer Verbauung und Naturzerstörung. Für Prestigeprojekte wie die Gletscherverbauung Pitztal-Ötztal wird kostbare Landschaft für immer zerstört, der Bodenverbrauch ist enorm. Daher muss die ungebremste Expansion von Skigebietsfläche mit verbindlichen Ausbaugrenzen eingedämmt werden", fordern Alpenverein-Generalsekretär Robert Renzler und WWF-Alpenschutzexperte Josef Schrank. "Anstatt Gletscherverbauungen für neue Marketingsuperlative zu genehmigen, sollte die Politik nachhaltige Konzepte fördern, wo Tourismus und Naturschutz Hand in Hand gehen."

Aktuell besonders gefährlich für die Umwelt ist das geplante Mega-Projekt "Schigebietserweiterung und -zusammenschluss Pitztal-Ötztal". Die Fakten: 35.000 Kubikmeter verbauter Beton, Sprengung und Abtrag von über 750.000 Kubikmetern Gestein, Erde und Eis, mehr als 116 Fußballfelder permanenter Flächenverbrauch. "Während die Augen der Skiwelt auf den Rennhang des Rettenbachgletschers gerichtet sind, laufen direkt am Nachbarberg Planungen für ein naturzerstörerisches Megaprojekt von unfassbaren Dimensionen. Der geplante Gletscherzusammenschluss mit zusätzlichen 64 Hektar Pistenfläche ist ein massiver Eingriff in eine hochsensible Gebirgslandschaft", sagt Robert Renzler, Generalsekretär des Österreichischen Alpenvereins.

Vor allem der Gipfel des Linken Fernerkogels ist dem Projekt im Weg. Er soll deshalb gesprengt werden.

Petition für den Naturschutz

Mit einer Petition will man die Baumaßnahme bekämpfen und die „Neuerschließung von drei bisher unberührten Gletschern“ verhindern. Konkret sei eine Fläche von mehr als 116 Fußballfeldern betroffen - es sollen drei Seilbahnen sowie Restaurants und Bars mit einer Kapazität von 1600 Gästen errichtet werden. Vier Kilometer an neuen Straßen und Wegen sowie ein befahrbarer Tunnel mit einer Länge von 600 Metern sei geplant.

Der Nutzungs- und Erschließungsdruck auf diese besonders wertvollen, letzten alpinen Freiräume ist größer denn je: Nur noch sieben Prozent der österreichischen Staatsfläche sind heute weitgehend naturbelassen und unerschlossen. Auch die vorherrschende Meinung, dass Gletscherskigebiete aufgrund ihrer Schneesicherheit keine künstliche Beschneiung bräuchten und deshalb umweltverträglicher wären, widerlegt Robert Renzler: "Pisten auf Gletschergebiet benötigen drei Mal so viel Schnee wie normale Pisten. Von den 64 Hektar neuer Pistenfläche sollen zehn Hektar technisch beschneit werden, was einen riesigen Speicherteich notwendig macht, der bisher unberührte Fließgewässer ableitet. Diese Pläne für die Verbauung unberührter Gletscherwildnis mit energiefressender Infrastruktur sind sinnbildlich für die verfehlte Klima- und Umweltpolitik Österreichs." 

Forderung nach Gletscherschutz ohne Ausnahmen

Mehrere Studien zeigen, dass ohne umfassende Klimaschutzmaßnahmen und bei weiter zunehmender Klimaerwärmung die Ostalpen noch in diesem Jahrhundert weitgehend eisfrei sein könnten. Österreich ist aufgrund seiner alpinen Lage besonders unter Druck, da höher gelegene Bergregionen und die Gletscher sich deutlich schneller als der weltweite Durchschnitt erwärmen. "Die großen Herausforderungen unserer Zeit - Klimakrise, Biodiversitätskrise und Flächenfraß - müssen ganzheitlich betrachtet und auf allen Ebenen bekämpft werden. Daher brauchen wir anstatt eines weiteren Ausbaus touristischer Infrastruktur vielmehr einen umfassenderen Schutz der letzten alpinen Freiräume sowie einen Gletscherschutz, der ohne Ausnahmen durchgesetzt wird", sagt Josef Schrank, Alpenschutzexperte vom WWF Österreich.

Kommentare (65)
FCQEBB6DRV2U5205
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Zum Glück

konnte man in Kärnten in den 80er Jahren durch den Einsatz des Alpenvereines und eines Spenders ähnliches an der Hochalmspitze verhindern. Nicht auszudenken das Gebiet wäre für den Skitourismus erschlossen worden. Hoffentlich tragen die Anstrengungen der Tiroler Naturschützer gegen solch ein Unternehmen ebenfalls Früchte.

beethoven10
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Die Pitztaler

die folge für kärnten, nächtigungs minus und stagnation.

heku49
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Auch ein Skigebiet in der Groß- bzw. Kleinfragant könnte verhindert werden.

Aber Wahnsinnige wollen diesen Beschluss unterwandern. Warum denkt die Politik nicht an kommende Generationen?

FCQEBB6DRV2U5205
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heku49

ja und das alles für eine sinnlose südseitige(!) Talabfahrt.

heku49
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konnte...

Die Kleinfragant ist ein Kleinod, dass seinesgleichen sucht!

zyni
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Das ist wie wenn man den Schlossberg

abträgt um Bebauungsflächen zu gewonnen. Das ist einfach nur krank.

wollanig
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Hey,

gute Idee!

paulrandig
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zyni

Es gab in den Sechzigern, glaub' ich, einmal eine Gedankenübung (allerdings nie ernsthaft in Betracht gezogen), die vorsah, auf dem Schlossberg ein gigantisches Hochhaus für ganz Graz zu bauen und das Grazer Becken für einen Stausee zu fluten...

Bergfuexin
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Der Anfang vom Ende!

Macht mir Angst....
:-(

Nixalsverdruss
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Kann diese Idioten noch irgend jemand bremsen...???

Es geht nur um das Geld und die deutschen Touristen!
Hört doch endlich auf die Natur, ihr Idioten!

Musicjunkie
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Die Antwort auf 99% aller Fragen:💰💰💰

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Schlechte liegt so nah.

viola68
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Allein der Gedanke an daran ist vollkommen Irr.

Könnten die nicht auch bei uns einen Berg sprengen, er nimmt den halben Winter unserem Dorf die Sonne? Ich hoffe das hier die Naturschützer , die Grünen, sofort eingreifen und Nein dazu sagen

hermannsteinacher
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Ja, den Dachstein!

Wintersonne für Hallstatt!

Aleksandar
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Geht's noch

Da faseln Politiker/innen von Umwelt- und Natur- und Klimaschutz; dennoch gestatten sie ein Umweltverbrechen nach dem anderen. Anzumerken ist aber, dass sie an der Macht bleiben, also gewählt werden wollen. Und offensichtlich ist die Mehrheit der Tiroler/innen und Tiroler bzw. auch der restlichen Österreicherinnen und Österreicher über die Erweiterung des Schigebietes hoch erfreut. Sonst würden die Politiker/innen nicht derartige Wahnsinnstaten unterstützen. Wer vernünftig denkt und Sinnvolles fordert, wird abgewählt.
Soviel zu ernsthaftem Bemühen, Umwelt und Natur zu erhalten.

franziska59
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verrückt, profitgierig

....als hätten wir nicht schon genug Schigebiete in Österreich-...diesen ganzen Aufwand und Umweltzerstörung für ein paar Monate im Jahr! Es sollten auch noch unsere nächsten Generationen die Chance haben, unberührte Natur erleben zu dürfen!

VH7F
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Piefkesaga wird noch übertroffen

Genehmigt das wer?

heku49
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Verrückter geht es nicht mehr!

Anscheinend denken viele Menschen es wird nach Ihnen keine Generation mehr lebenswerten Raum vorfinden wollen.

SoundofThunder
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🤔

Das fällt dann nur den Grünen auf den Schädel. Die brauchen dann nie mehr auch nur ein einziges Wort mehr über Umweltschutz verlieren. Es wird ihnen niemand mehr glauben. Die Schwarzen können in Österreich eh schon tun und lassen was sie wollen weil sie es am besten verstehen anderen die Schuld für ihr Versagen in die Schuhe schieben zu können. Für eine deppate Piste einen Gipfel wegsprengen! Geht‘s noch?

plolin
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Wahnsinn !

Die Welt steht nicht mehr lange. Allein der Gedanke an sowas ist vollkommen irr.
Aber, soviel ich weiß, wird Tirol von Schwarz/Grün regiert. Ich bezweifle stark, dass die Grünen bei diesem Schwachsinn mitmachen.

Sakul1
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Die Grüne...

Man kann doch annehmen, dass sich die Grüne der Landesregierung voll "ins Zeug" legt, um dieses Umweltverbrechen zu verhindern, oder ? !Muss man da Zweifel haben...?

bluebellwoods
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Spannend...

da tun wir alle brav Müll trennen, steigen aufs Rad oder Öffis um, reden groß von Nachhaltigkeit aber so ein massiver und unnötiger Eingriff in die Natur wird - höchstwahrscheinlich - genehmigt. Als ob die derzeitige Größe nicht ausreicht.
Man sollte auch bedenken, dass es für Familien nicht mehr leistbar sein wird, wenn die Skigebiete immer größer und luxuriöser ausgebaut werden.

0A0G4FLK9CKZ4QC8
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.....

.....dass man Geld nicht essen kann!.....

Reipsi
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Dummheit stirbt

scheinbar nicht aus .!

Mein Graz
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@Reipsi

Das findest du dumm - das ist gut.

Greta Thunberg, die ebenfalls für die Erhaltung der Umwelt eintritt, machst du lächerlich ("Sie wird ja wohl übers Wasser gehen können.")
Das finde ich dumm.

Reipsi
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1
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Tut mir leid , Greta

wird vermarktet und ist genau so extrem wie die deutsche Kapitänin. Erstens läßt sich das ( auf der ganzen Welt ) nicht so schnell ändern, das sind Träumereien und ist unrealistisch . Ausserdem würde es kurzfristig Unruhen in großen Ausmaß geben, egal wo und noch was , entscheiden sollte eigentlich die Mehrheit der Bevölkerung, oder nicht ?

8Y23WAKYCHC4M75D
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Die Gretagewissensberuhigung

Für etwas eintreten kann man bald einmal. Ob dies jedoch konstruktiv ist und etwas bewirkt, steht auf einem anderen Blatt Papier.

sgy
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Wenn man nicht fragt, kann man auch keine Antwort bekommen.

Wenn nie jemand für erwas eintritt, wird sich die Welt wohl auch kaum jemals ändern. Schön, dass es Menschen gibt, die es versuchen.

Mein Graz
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@büffel

Dass Greta Thunberg etwas bewirkt steht doch wohl für jeden außer Frage.
Sie schafft es sogar, dass Politiker denen der Umweltschutz am Arxxx vorbei geht zu Wort melden - auch wenn sich einer wie Trump nur über sie lustig macht (und der dürfte so ziemlich zu den letzten gehören die etwas begreifen).

Was ich jedoch nicht verstehe:
Passiert etwas mit der Umwelt vor der Haustür spricht man von Dummheit, schreibt über die Gier nach Geld usw.
Setzt sich jemand allerdings für die Umwelt weltweit ein wird er/sie mit Häme, Hass, Verächtlichmachung und Spott überschüttet.

Wie passt das zusammen?

biwi65
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Unglaublich!!!

Wieder so ein wahnwitziges Vorhaben, kriegen die wirklich vor lauter Gier nach Geld und Prestige den Hals nicht voll? Ich hoffe, die Politik hört endlich auf sich zu verkaufen und stoppt diesen Irrsinn!

Hildegard11
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Im heiligen Land Tirol...

....ist wohl nur der Profit heilig. Ins Irrenhaus mit den "Projektwerbern"!

sunny1981
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Schon der Gedanke gehört bestraft

.

cockpit
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Die spinnen komplett

.

Reipsi
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Ja genau

die Tiroler !

tenke
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Die eigenen Taschen auffüllen,

auf unser aller Kosten, darum geht es.
Echt KRANK was wir unserer Natur antun.

beethoven10
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Die Pitztaler

was ist denn dein beitrag?

beethoven10
1
0
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Die Pitztaler

was ist denn dein beitrag?

schetzgo
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Wenn das passiert...

... Wird sich einiges ändern!

fans61
18
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Ein Wahnsinn...möchte nur erinnern wer in Tirol regiert:

Schwarz und Grün!

Nadu1205
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Kranke...

... Welt! Wir werden dafür die Rechnung kassieren!

gonde
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Die sind wohl verrückt geworden. Alleine schon die verrückte Idee gehört bestraft!

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Kommentare 26-65 von 65