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WelsProzess nach Attacke zu Silvester: Angeklagter wird eingewiesen

Der Mann soll auf dem Welser Stadtplatz in der Silvesternacht einen inzwischen 39-Jährigen mit mehreren Messerstichen in Kopf-, Hals- und Brustbereich lebensgefährlich verletzt haben.

Prozess in Wels © (c) APA/ERIKA AUER (ERIKA AUER)
 

In Wels hat Donnerstagvormittag der Prozess gegen einen 27-Jährigen begonnen, der verdächtigt wird, in der Silvesternacht am Stadtplatz auf seinen Begleiter eingestochen und diesen lebensgefährlich verletzt zu haben. Die Staatsanwaltschaft beantragte aufgrund einer psychischen Erkrankung des Mannes die Unterbringung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher, was der Beschuldigte ablehnt.

Selfie führte zu Verdächtigem

Der Mann soll auf dem Welser Stadtplatz in der Silvesternacht einen inzwischen 39-Jährigen mit mehreren Messerstichen in Kopf-, Hals- und Brustbereich lebensgefährlich verletzt haben. Danach flüchtete er, das Taschenmesser warf er weg. Ein Selfie eines Passanten, der ebenfalls den Jahreswechsel auf dem Welser Stadtplatz feierte, führte die Ermittler zu dem Verdächtigen. Polizisten aus Grieskirchen hatten ihn erkannt, Cobra-Beamte nahmen ihn Ende Februar in dessen Wohnung fest.

Der Staatsanwalt erklärte gleich in seinem Eröffnungsplädoyer, dass die Geschworenen in der Verhandlung nur darüber zu entscheiden hätten, ob der an einer schweren Psychose erkrankte und damit nicht zurechnungsfähige Mann eingewiesen werde soll oder nicht. "Wäre er nicht krank, hätte er sich heute wegen versuchten Mordes vor Gericht zu verantworten", erklärte er. Doch Gerichtspsychiaterin Adelheid Kastner attestierte dem Mann eine derart schwerwiegende Erkrankung, dass für die Allgemeinheit "eine potenzielle Gefährdung" bestehe. "Es könnte das nächste Mal jeden von uns treffen", warnte Kastner. Der Mann zeige sich jedoch nicht einsichtig und sei "total unkooperativ".

Alkohol konsumiert

Er will auf keinen Fall in eine Anstalt, gestand aber vor Gericht ein, dass er drei Jahre nach der Scheidung der Eltern als Zwölfjähriger depressiv geworden wäre. Dass er in der Silvesternacht gewalttätig geworden sei, erklärte er mit seinem Alkoholkonsum. Bevor er in Wels loszog habe er daheim eine Flasche Sekt und eine halbe Flasche Wodka geleert. Auf dem Stadtplatz kam er dann mit dem späteren Opfer ins Gespräch, das ebenfalls stark betrunken war.

Nach kurzer Zeit kam es zum Streit und der 27-jährige soll mit voller Wucht zugestochen haben. "Ich dachte, er hat mir in den Bauch geboxt und daher bekomme ich nur mehr schwer Luft", erklärte der 39-Jährige im Zeugenstand. Darauf ging er dem Verdächtigen nach und wollte ihn zu Rede stellen. Unzählige Male soll er von dem jüngeren Mann attackiert worden sein, sechsmal wurde er von dem Messer getroffen.

Nachdem das Opfer eine dicke Daunenjacke trug, bemerkte er laut eigenen Angaben die Stichverletzungen zunächst nicht. Daher setzte sich in ein Taxi und fuhr heim. Erst dort brach er zusammen und wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Spital eingeliefert, schilderte er den Geschworenen, was in der Silvesternacht passierte.

Der Mann wurde am Nachmittag vom Landesgericht in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher rechtskräftig eingewiesen. Alle acht Geschworenen schlossen sich dem Antrag der Staatsanwaltschaft auf Unterbringung an.

 

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