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Virtual Reality Bergwerk Hallstatt kann virtuell begangen werden

Mittels Virtual Reality (VR) kann man sich künftig durch die einst riesigen Abbauhallen von Hallstatt bewegen.

© APA (AFP)
 

Seit rund 7.000 Jahren wird in Hallstatt Salz abgebaut und seit rund 60 Jahren erforschen Archäologen des Naturhistorischen Museums (NHM) Wien die einstigen Stollen. Mittels Virtual Reality (VR) kann man sich künftig wieder durch die einst riesigen Abbauhallen bewegen. Am Wochenende (17.-18.8.) wird das neue VR-System bei der Veranstaltung "Archäologie am Berg" in Hallstatt gezeigt.

Abbau seit der Steinzeit

Seit der Steinzeit wird das "weiße Gold" in der Region Hallstatt abgebaut. So hat sich eine weltweit einzigartige Kultur- und Industrielandschaft und um 700 vor Christus eine der vermutlich reichsten Gemeinschaft Mitteleuropas entwickelt, die einst halb Europa mit Salz versorgt hat, hieß es bei der Vorstellung des VR-Systems am Dienstag im NHM in Wien. Eine ganze Kulturepoche, die Hallstattzeit, wurde nach dem Ort im Salzkammergut benannt.

Schon in der Bronzezeit, um das Jahr 1.100 vor Christus und in der Hallstattzeit um 700 vor Christus hatte der Bergbau im Hochtal über dem touristisch mittlerweile extrem frequentierten Ort riesige Dimensionen. Die hallstattzeitlichen Abbauhallen waren rund 300 Meter lang und 30 Meter breit, erklärte der Leiter der Ausgrabung und Forschung im prähistorischen Salzbergwerk, Hans Reschreiter, von der Prähistorischen Abteilung des NHM.

Aufsehenerregende Funde

Freilich haben zwei katastrophale Murenabgänge und der Bergdruck diese größten bisher nachgewiesenen prähistorischen Bergwerke wieder geschlossen. Mit zahlreichen Forschungsstollen sind die Archäologen aber weit in die einstige Welt unter Tage eingetaucht. Gerade in Hallstatt sind die Bedingungen dazu perfekt, da das Salz auch uraltes organisches Material konserviert, das sonst verrotten würde. Aus aufsehenerregenden Funden, wie dem ältesten Rucksack oder den ältesten Handschuhen Europas, lasse sich vieles über das frühere Leben herauslesen. In den im Rahmen von Sonderführungen zugänglichen Forschungsstollen könne man aber vor allem die einstige Dimension des Bergbaus nicht darstellen.

Aus diesem Grund gingen die Archäologen zusammen mit Experten der Scenomedia GmbH in rund einjähriger Arbeit daran, ein VR-System zum bronzezeitlichen Abbau zu entwickeln, das nun in einem um rund 400.000 Euro erbauten eigenen Raum in den Salzwelten zur Verfügung stehen wird. Die beiden VR-Brillen bieten die Option, entweder in die Rolle eines prähistorischen Bergmannes oder in jene eines Archäologen schlüpfen, der das Areal im Berg erforscht. So habe man die Möglichkeit, die in mühevoller Kleinarbeit zusammengetragenen Informationen kompakt selbst zu erleben und "sich mit der Brille in diese Zeit zu begeben", sagte Scenomedia-Geschäftführer Andreas Scheucher.

Fühl- und erlebbar

Man habe "den damaligen Bergbau fühl- und erlebbar" machen wollen und die VR-Technologie sei "das perfekte Mittel, um Wissenschaft zu transportieren", so Reschreiter. Das bringe letztendlich auch Aufmerksamkeit und Verständnis für die damaligen Herausforderungen, die den heutigen mitunter nicht unähnlich waren: In den Resten des alten Bergbaus finde man nämlich Hinweise auf sehr aktuelle Fragen zur Verknappung von Ressourcen, zum Transport wertvoller Güter und letztendlich zu Umweltveränderungen, mit denen der Bergbau vor tausenden Jahren konfrontiert war.

Dass diese laut NHM-Generaldirektor Christian Köberl "sehr neue Art und Weise, die Forschungsarbeit zu visualisieren" auch umgesetzt werden konnte, sei auf die langjährige gute Kooperation mit den Salzwelten zurückzuführen. Letztere könnten heuer möglicherweise erstmals die 400.000 Besucher-Marke knacken, sagte Geschäftsführer Kurt Reiter. Angesichts des Touristenandrangs brauche es nicht nur Angebote für die Masse, sondern auch hochwertige Angebote etwa im Zuge von Spezialtouren. Das neue VR-Angebot wird unter dem Namen "Salzwelten Exklusiv" angeboten.

 

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