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Drei Jahre HaftVater soll kleine Tochter zur "Erziehung" missbraucht haben

58-Jähriger erstattete in zwei Fällen Selbstanzeige, stellte sie als überzogene Erziehungsmaßnahmen dar. Weitere Vorwürfe wies er zurück. Er wurde (nicht rechtskräftig) zu drei Jahren Haft verurteilt.

© vkara - Fotolia
 

Wegen schweren sexuellen Missbrauchs der eigenen Tochter hat sich ein 58-Jähriger am Freitag im Wiener Landesgericht vor einem Schöffensenat unter dem Vorsitz von Christoph Bauer verantworten müssen. Ungewöhnlich war, dass die Behörden von dem Fall erst Kenntnis erhielten, nachdem der Angeklagte zu zwei Übergriffen Selbstanzeige erstattet hatte. Zu diesen bekannte er sich auch schuldig.

Der Geschiedene, der zuletzt bei seiner Mutter in Floridsdorf lebte, hatte seine nunmehr zehnjährige Tochter alle zwei Wochen von Freitag bis Sonntagabend bei sich zu Gast. An sich sei das Zusammenleben überaus harmonisch verlaufen - "sie mochte mich, ich mag sie", schilderte der Beschuldigte, früher Systemanalytiker und Account Manager, bevor er arbeitslos wurde.

Die beiden von ihm zugegebenen Vorfälle ereigneten sich im Herbst 2018 bzw. im Februar 2019, beides waren laut Anklage dem Beischlaf gleichzusetzende Handlungen. Der Angeklagte stellte es als aus dem Ruder gelaufene Erziehungsmaßnahmen dar. Warum er das getan habe, wollte Bauer wissen: "Weil ich deppert bin", antwortete der 58-Jährige.

Es habe etwas mit der mangelnden Impulskontrolle zu tun, wegen der er in therapeutischer Behandlung sei. "Sind Sie pädophil?", fragte der Vorsitzende. "Nein, garantiert nicht", antwortete der Beschuldigte brüsk.

Sieht Tochter jetzt nicht mehr

Seit April dieses Jahres sieht er seine Tochter nicht mehr. Die Lebensgefährtin der Kindesmutter hatte ihm nämlich eine Whatsapp-Nachricht geschickt, in der sie ihn ein "perverses Schwein" nannte und ihn vor die Wahl stellte: Er solle sich selbst anzeigen, oder die beiden Frauen würden es tun. Nach einer gewissen Bedenkzeit entschied er sich für die Selbstanzeige.

Das Mädchen erhob in weiterer Folge neue Vorwürfe: Schon vor den beiden inkriminierten Taten sei es wiederholt zu massiven sexuellen Übergriffen gegen sie gekommen. Der 58-Jährige wies dies knapp zurück. "Das stimmt nicht", sagte er. Er wisse nicht, warum sie das sagt.

Der Prozess war bis Mittag anberaumt. Neben der kontradiktorischen Einvernahme des Kindes und der Aussage der Mutter sollte auch ein psychiatrisches Gutachten zur Sprache kommen.

Urteil rasch gefallen

Der Mann wurde zu drei Jahren Haft verurteilt. Der 58-Jährige nahm das Urteil an, die Staatsanwaltschaft gab hingegen keine Erklärung ab. Daher ist der Richterspruch nicht rechtskräftig.

 

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