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''Problemwolf''Über 20 Schafe gerissen: Salzburg stellt Antrag auf Wolfs-Abschuss

Eine DNA-Probe, die Ende Mai entnommen wurde, bestätigte einen Wolfsriss auf der Alm.

Sujetbild © APA/BARBARA GINDL
 

Nachdem auf der Tofernalm in Großarl seit Anfang Juli zwischen 20 und 25 Schafe gerissen worden sind, stellt das Land Salzburg einen Antrag den Wolf abschießen zu dürfen. Nun muss die Bezirkshauptmannschaft entscheiden. Der Naturschutzbund fordert zuerst mehr Schutzmaßnahmen bevor ein Abschuss freigegeben wird.

DNA-Probe

Eine DNA-Probe, die Ende Mai entnommen wurde, bestätigte einen Wolfsriss auf der Alm. Bei den aktuellen Fällen stehen die Testergebnisse noch aus. "Wir gehen aber davon aus, dass es sich um Wolfsrisse handelt", sagte der Wolfsbeauftragte des Landes Salzburg, Hubert Stock. 20 bis 25 Schafe wurden getötet, weitere 20 werden vermisst. "Wo diese sind, wissen wir nicht. In dieser Region gibt es auch Füchse, Kolkraben, Gänsegeier und andere Tiere, die so einen Kadaver innerhalb von Tagen fressen", erklärte Stock. "Die Anzahl der getöteten Tiere rechtfertigt die Definition eines Problemwolfs", sagte der zuständige Landesrat Josef Schwaiger (ÖVP). Laut Managementplan des Landes gilt ein Tier ab 25 gerissenen Tieren innerhalb eines Monats als Problemwolf.

Die Bauern, die auf die Tofernalm auftreiben, haben die übrigen Schafe nun wieder ins Tal zurück geholt. "Innerhalb weniger Stunden haben wir sieben tote Schafe gefunden. Wir sprechen hier von insgesamt 700 Hektar, auf denen Pferde, Rinder und Schafe den Sommer verbringen", schilderte Gerhard Huttegger, Obmann der Tofernalm-Agrargemeinschaft. Schon Ende Juni haben die Landwirte nach einer Unruhe in der Herde den Wolfsbeauftragten informiert. Silvester Gfrerer, ein weiteres Mitglied der Agrargemeinschaft forderte, "dass solche Wölfe ohne großen Hürden entnommen werden können. Das muss auf EU-Ebene geregelt werden, der Schutzstatus des Wolfes muss herabgestuft werden."

"Kein Anlass für Abschuss"

Hannes Augustin vom Salzburger Naturschutzbund sieht noch "keinen Anlass für Abschuss". Zunächst müsse beurteilt werden, wie die Schafe geschützt wurden. Der im Frühjahr beschlossene Wolfsmanagementplan des Landes sehe auch Schutzmaßnahmen für die Schafe vor. Diese seien aber vom Land wenig bis gar nicht verfolgt worden, kritisiert Augustin. Der Herdenschutz mit Hirten oder Hunden müsse forciert werden. "Es kann nicht sein, jeden Wolf, der vorbeikommt und Schafe reißt, abzuschießen", betonte der Geschäftsführer des Naturschutzbundes. Es wäre auch EU-rechtswidrig, wenn andere Maßnahmen nicht gesetzt wurden.

 

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