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VerkehrskonfliktExperten beraten in Brüssel zu Lkw-Blockabfertigung

Vertreter von Österreich, Deutschland und Italien versuchen den Transitstreit zu lösen.

Blockabfertigung in Tirol
Blockabfertigung in Tirol © APA/dpa/Josef Reisner
 

Im Konflikt um die Lkw-Blockabfertigung in Tirol findet heute Montagnachmittag ein Expertentreffen in Brüssel statt. Vertreter von Österreich, Deutschland und Italien kommen zusammen, bestätigte die Sprecherin des Verkehrsministeriums Montagfrüh auf APA-Anfrage. Das Treffen finde auf Einladung der EU-Kommission statt, EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc werde aber nicht dabei sein.

Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) hatte vergangene Woche im heftigen Streit um die Tiroler Fahrverbote und sonstige Transit-Maßnahmen erklärt, dass das Bundesland "in Gespräche eintreten" wolle. Gleichzeitig machte Platter klar, dass Tirol an den Fahrverboten im niederrangigen Straßennetz sowie den Lkw-Blockabfertigungen festhalte.

Die deutsche Industrie dringt auf eine schnelle Lösung im Streit um den Transitverkehr über die Brennerroute. Instrumente wie Blockabfertigungen von Lastwagen behinderten den freien Warenverkehr massiv und könnten erhebliche Schäden verursachen, sagte Holger Lösch, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI). Zwar sei das Anliegen Tirols, die Auslastung der Inntal- und Brennerautobahn zu reduzieren, nachvollziehbar, so Lösch laut einer Meldung der Deutschen Presseagentur (dpa). "Statt wohlstandsgefährdender Verkehrsbehinderungen braucht es jedoch gangbare Transportalternativen für den Langstreckentransport zwischen Deutschland und Italien." Kurzfristig wirksam für die Entlastung der Bevölkerung seien Anreize, auf der Brennerroute besonders saubere und besonders leise Lkw zu verwenden.

Die Schiene könne auf der Brennerachse erst mittelfristig zu einer geeigneten Transportalternative werden, nach Fertigstellung des Brennerbasistunnels. Deutschland und Italien müssten viel mehr Tempo machen, um Schienenzuläufe zum Brennerbasistunnel zu schaffen.

Kommentare (4)

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ausTirol
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Söder: Tirol behindert freien Warenverkehr

Und wieder bejammert ein Herr Söder, daß die bösen Tiroler den heiligen freien Warenverkehr „behindern“ würden. Als ob diese „Freiheit“ nur mit einem bestimmten Verkehrsmittel, dem LKW, realisierbar wäre. Als ob diese „Freiheit“ nur ab einer bestimmten Mindestgeschwindigkeit möglich wäre. Als ob nicht jede Firma auf ihrem Areal ein ausreichendes Lager einrichten könne, um Benötigtes auch „just in time“ zur Hand zu haben.

Und wieder plaudert ein Herr Söder, daß es auch in Bayern bei Staus auf den Autobahnen einen Umgehungsverkehr gäbe, das wäre normal und gefälligst hinzunehmen. Nachbarschafts–freundlich übersieht er dabei absichtlich, daß Bayern nur an seiner Südgrenze höhere Gebirge hat, während wir in Tirol mitten drin liegen und es daher kaum leistungsfähige Auswege geben kann.

Im TV schiebt er locker–flockig die Verantwortung für die krassen Verzögerungen beim Bau der nördlichen Zulaufstrecken an Berlin ab (ZDF heute journal vom 07.07.). Als wäre Söders CSU in Bayern nicht schon seit Kriegsende in Regierungsverantwortung und in Berlin ab 2009 nur CSU–Leute im Verkehrsministerium (Ramsauer / Dobrindt / Schmidt / Scheuer). Im April 2011 begann die Hauptbauphase für de BBT.

Statt patziger und frecher Sprüche höchstbezahlter Herrschaften – wir wären nur an höheren Mauteinnahmen interessiert – wollen wir endlich einmal sach– und umweltgerechte Lösungskompetenz für uns, die Betroffenen sehen. Unsere Landesregierung möge in der Sache hart bleiben, so hart es nur geht …!

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47er
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Wie schützt sich die Schweiz, die auch zwischen Deutschland und Italien liegen.

Ist zwar nicht bei der EU, aber doch stark verbunden. Meines Wissens, LKW-Transit nur auf der Bahn und das auch nicht so billig. Österreich hat im Gegensatz zu Deutschland und Italien durch die Gebirgslage viel höhere Errichtungs- und natürlich auch Erhaltungskosten, die durch den immer stärker werdenen LKW-Verkehr mit immer schwereren Fahrzeugen zudem gefordert werden. Viele Transporte sind zudem nur Lohnfuhren, wo in anderen Ländern nur billigere Zwischenarbeiten ausgeführt werden, die Hälfte aller Konsumgüter sind schon auf der Strasse unterwegs. Und dann reden wir von Klimakatastrophe, mit dieser Einstellung gibt esnoch lange keine Lösung.

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ausTirol
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Die Schweiz hat einfach besser, konsequenter und durchschlagskräftiger verhandelt

Die Schweiz hat den topographischen Vorteil, daß die Tunnels in ihrem Staatsgebiet liegen und die nördlichen wie südlichen Zulaufstrecken auch. Zum Zweite hat die Schweiz 1994 durch einen Volksentscheid eine klare verkehrstechnische Linie im Verfassungsrang vorgegeben („Alpeninitiative“). Und drittens hat die Schweiz einfach besser, konsequenter und durchschlagskräftiger verhandelt.

Österreich hingegen hat zwar beim EU-Beitritt eine Mengenbegrenzung (glaublich von 1,6 Mio LKW-Fahrten) ausverhandelt, dies lief jedoch 2004 ersatzlos aus. Unsere Verhandler, Bundeskanzler und Verkehrsminister haben sich nur lasch und en passant „engagiert“, „Erfolg“ für unsere Lebensraum hinlänglich bekannt. Noch Fragen?

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duesentrieb1
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Der Gütertransport

gehört schon längst auf die Schiene verlagert. Und dann mit kleineren Lastwagen regional verteilt. Es ist doch ein Irrsinn, wenn 1000e Schwer-LKW 🚛 quer durch Europa fahren, vom Norden Russlands bis nach Spanien und retour, ein ökologischer Super-GAU. LKWs muss das Benutzen von Autobahnen extrem erschwert werden (z.B. Generelles Überholverbot). Vielleich gelingt dann das Umdenken.

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