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Aufgrund der HitzewelleErstmals Fernkälte für 80 Wohnungen

Für rund 80 Wohnungen am Althangrund im 9. Wiener Gemeindebezirk gibt es jetzt Abkühlung in Form von Fernkälte.

THEMENBILD: WETTER / HITZE
Sujetbild © APA/BARBARA GINDL
 

Wien stöhnt unter der Hitzewelle: Für rund 80 Wohnungen am Althangrund im 9. Wiener Gemeindebezirk gibt es jetzt Abkühlung. Der von den Immobilienentwicklern 6B47 Real Estate Investors im Vorjahr errichtete Neubau Althan Park ist das erste Gebäude in Wien, in dem Privatpersonen ab sofort Fernkälte beziehen können.

„Wien gehört zu den europäischen Hauptstädten, die stark vom Klimawandel betroffen sein werden. Die Hitzetage nehmen massiv zu, eine umweltfreundliche Kühlung ist das Gebot der Stunde. Großes Potential liegt hier in der Fernkälte, die wir jetzt auch selektiv für Neubauten im Privatkundenbereich anbieten können. Mit Althan Park starten wir hier ein komplett neues Feld, weitere Gebäude – vor allem in den Wiener Stadtentwicklungsgebieten – werden folgen“, so Wien Energie-Geschäftsführer Michael Strebl.

Kälte kommt aus der Spittelau

Das Wohngebäude ist direkt an die Fernkältezentrale Spittelau angeschlossen. Für die Verbindung zum Althangrund hat Wien Energie eine zusätzliche Versorgungsleitung Richtung Franz-Josef-Bahnhof errichtet. Bisher deckte das Leitungsnetz der Spittelau vor allem den Bereich um die Heiligenstädter Lände bzw. entlang des Währinger Gürtels ab. Wichtige, öffentliche Gebäude wie das AKH, die BOKU oder das Ö3-Gebäude in der Muthgasse werden von hier ebenfalls mit umweltfreundlicher Kälte versorgt.

So funktioniert Fernkälte

Ein Großteil der Kühlenergie bei Fernkälte kommt aus Abwärme von Verbrennungsprozessen. Im Sommer ist Wärme aus der Müllverbrennung in Wien der wichtigste Energieträger für die Kühlung. Als Antriebsenergie wird Wärme anstelle von Strom verwendet. Dadurch können Strom und Treibhausgasemissionen eingespart werden. Über ein eigenes Fernkältenetz wird auf etwa 5-6 Grad Celsius abgekühltes Wasser direkt zu den Abnehmern transportiert und dort über die eigenen Kühlsysteme in den Gebäuden verteilt.

Foto © Wiener Stadtwerke

So funktioniert das auch beim Althan Park: Wien Energie liefert das kalte Wasser bis zur Übergabestation in den Gebäudekomplex. Die Aufteilung auf die verschiedenen Wohnungen und deren Steuerung erfolgt über das hauseigene Kühlsystem. Auch die Kostenaufschlüsselung und Abrechnung erfolgt bei diesem Objekt direkt über die Hausverwaltung. Bei zukünftigen Projekten ist auch das Modell einer direkten Verrechnung zwischen Privatkunden und Wien Energie angedacht.

16 Fernkältezentralen

Aktuell sorgen in Wien insgesamt 16 Fernkältezentralen dafür, dass es auch an Hitzetagen kühl bleibt. Über das mehr als 12 Kilometer lange Fernkältenetz mit einer Fernkälte-Gesamtleistung von rund 130 Megawatt (MW) versorgt Wien Energie Kunden in der gesamten Stadt. Das entspricht über 2.500.000m² klimatisierter Bürofläche oder 250 Fußballfeldern. In den nächsten fünf Jahren investiert Wien Energie rund 65 Millionen Euro in den Ausbau der Fernkälte.

Kommentare (7)

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smotron1
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Infrastruktur wiederverwenden

Kann man dafür nicht die Fernwärmeinfrastruktur verwenden?

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rettung144
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smotron1

Nein das geht nicht weil viele schon warmwasser über die fernwärmebeziehen mit einem Flachwärmetauscher. Und man kann das Kalte Wasser auch nicht einfach über die Heizkörper einleiten die würden sofort zu schwitzen beginnen und man hätte ein kondensatproblem. Wenn man eine Kalte Flasche aus dem Kühlschrank nimmt und in die warme wohnung stellt kondensiert sofort das wasser aus der luft. Man braucht da wieder eigene wärmetauscher mit lüfter und abfluss für das wasser

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smotron1
0
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Ja schon,

aber zumindest zweiteres könnte man dann mit einer Adaption realisieren und man bräuchte zumindest außen keine neue Rohre vergraben?

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büffel
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Für Privathaushalte eine Dekadenz sondergleichen

Bei Krankenhäusern verstehe ich den Einsatz von Hilfsmitteln zur Kühlung.
Aber es ist stark absurd, daß klimaschädigende Technologien verwendet werden, um dem Luxus der angenehmen Sommerkühle in Privathaushalten zu fröhnen und somit den Klimawandel zu "kompensieren".
Es geht auch locker ohne Kühlmittel: untertags die Fenster geschlossen halten, Rollos runter, und am späten Abend alles auf.
Aber das ist halt nicht so bequem und bringt auch keine wirkliche Frische in die Wohnung, doch mit so etwas werden wir leben (lernen) müssen.
Und bevor nun wieder die Stimmen hochgehen, daß das eh nur mit der Abwärme der Müllverbrennungsanlage bewerkstelligt wird, überlegt Euch bitte, daß man damit noch ganz andere Dinge machen könnte, z.B. Energieversorgung usw.

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rettung144
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büffel

Schon mal was von wärmepumpen gehört? Diese sind extrem effizient!
Vorallem läuft die Kühlung ja nur 2-3 monate.
Schon mal im Sommer in einer Dachgeschosswohnung gewesen wo es den ganzen Sommer 35-40 grad hat? Da hilft kein abdunkeln mehr.
Meine Klimaanlage zb. hat eine Stromaufnahme unter volllast von 1kWh und macht daraus fast 4kw Kühlleistung dank inverter technologie läuft sie aber nie auf 100%. Ich komme den ganzen Sommer mit knapp 50€ an Stromkosten aus.

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büffel
12
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Nicht alle Wohnungen sind DG-Wohnungen

Sind ja nicht nur die Dachgeschoßwohnungen, welche so angeboten werden.
Wir können uns so eine Energieverschwendung einfach nicht mehr leisten, und mit "leisten" meine ich nicht das Finanzielle. :-(

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Kristianjarnig
1
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Die Anlage läuft....

...und die Kühlung ist ein Nebenprodukt.

Wo bitte soll da das Problem sein. Nur weil WIR es nicht haben soll es kein anderer haben oder wie kann man Ihren Post denn bitte sonst verstehen.

Es macht doch Sinn die vorhandene Energie so deckend wie möglich einzusetzen.

Wir machen es genauso wie Sie es beschreiben, alles zu tagsüber und dann am Abend/Nacht durchlüften. Ich weiß auch nicht ob ich willens wäre für eine (Dauer-)kühlung gutes Geld auszugeben. Aber die Kundschaft ist offenbar vorhanden und solange die Energie nicht nur zum Zwecke der Kühlung verschwendet wird finde ich das auch in Ordnung so.

Ich glaube Österreich und die meisten Staaten der EU sind schon auf dem besten Wege die Welt zu retten(ob es uns Angesichts der "Dreckschleudern" USA/China/Russland/Indien, um nur die größten zu nennen, sei dahingestellt). Ich persönlich denke es ist mehr als nur 5 nach 12 und wir haben bereits alles "verpennt".

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