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Lkw-Abbiegeassistenten Förderungen sollen zu Schulbeginn starten

Wie es aus dem Verkehrsministerium hieß, sollen bis zu 25 Prozent oder maximal 900 Euro der Kosten des Umbaus übernommen werden.

© APA/HANS KLAUS TECHT
 

Die Förderungen zur freiwilligen Nachrüstung mit Abbiegeassistenten bei Lkw sollen zu Schulbeginn starten. Wie es aus dem Verkehrsministerium hieß, sollen bis zu 25 Prozent oder maximal 900 Euro der Kosten des Umbaus übernommen werden. Verkehrsminister Andreas Reichhardt sprach von einem "wichtigen Schritt in Richtung Verkehrssicherheit".

Gefördert werden "System- und Einbaukosten von Abbiegeassistenzsystemen sowohl bei der Nachrüstung von Kfz als auch als ausgewiesene Ausstattung bei Anschaffung von Neufahrzeugen". Finanziert wird die Regelung durch die Rücklagen des Verkehrssicherheitsfonds. Diese müssen vom Finanzministerium noch freigegeben werden - bis zum Herbst sollte dies geschehen sein.

"Ich freue mich, dass wir diese Unterstützung für Lkw-Unternehmen, die bereits von meinem Vorgänger Norbert Hofer initiiert wurde, nun endgültig auf den Weg gebracht haben. Durch die StVO-Novelle, die bereits im parlamentarischen Verkehrsausschuss einstimmig beschlossen wurde, ist es den Gemeinden nun möglich, Rechtsabbiegeverbote an gefährlichen Kreuzungen zu verhängen. Damit und mit der Subvention für die Nachrüstung technischer Systeme in Lkw haben wir von Seiten des BMVIT wichtige Schritte in Richtung Verkehrssicherheit gesetzt", sagte der Verkehrsminister.

Eine verpflichtende Ausstattung für Lkw mit Abbiegesystemen wurde von der EU ab dem Jahr 2022 beschlossen. Diese Regelung gilt auch für Österreich.

KFV unterstrich Wichtigkeit von Förderung

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) hat die Wichtigkeit von Förderungen für Abbiegeassistenten noch einmal betont. Laut EU-Beschluss sind ab 2022 Abbiegeassistenten bei neuzugelassenen Lkw zwar Pflicht, es würde aber zehn Jahre dauern, bis eine Marksättigung erreicht sei, wie Direktor Othmar Thann bei einem Hintergrundgespräch in Wien sagte.

Der Anteil der Abbiegeunfälle mit Lkw am gesamten Umfallgeschehen ist zwar ein kleinerer Faktor, doch sind die Folgen fast immer schwer, und die Hälfte endet für die Opfer tödlich. "Es darf sie nicht mehr geben", sagte Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der deutschen Unfallforschung der Versicherer (UDV). Um solche Unglücke zu vermeiden, gibt es zwei Möglichkeiten: Es müssten entweder die Ampelanlagen so geschaltet werden, dass Radfahrer bzw. Fußgänger und abbiegende Fahrzeuge getrennte Grünphasen haben - oder die Lkw eben mit Abbiegeassistenten ausgestattet werden. Diese könnten bei optimaler Fahrerreaktion zwei Drittel der Zusammenstöße vermeiden helfen.

Viele Tote

Von 2012 bis 2018 sind in Österreich 179 Radfahrer bzw. Fußgänger bei Unfällen mit Lkw-Beteiligung gestorben. "Nicht ohne Grund setzt die Automobilindustrie schon seit Jahren verstärkt auf Fahrassistenzsysteme, die kritische Situationen frühzeitig erkennen, vor Gefahren warnen und wenn nötig auch aktiv eingreifen", sagte Thann.

Die nachgerüsteten Abbiegeassistenten sind zwar nicht so wirksam wie bereits in ein Kfz integrierte Assistenten, aber doch wesentlich "besser als nichts". "Besser 60 Prozent morgen als 100 Prozent nie", sagte Thann. Grundsätzlich sollten die Potenziale, die sich durch den Einsatz von Fahrerassistenzsysteme in Bezug auf Sicherheit bieten, aber noch effizienter ausgeschöpft werden.

 

 

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