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Grobe Wissenslücken zum HolocaustEdtstadler: Alle Schüler sollen Mauthausen besuchen

Mehr als die Hälfte der Befragten (56 Prozent) wusste bei einer Erhebung nicht, dass vom Nazi-Regime sechs Millionen Juden ermordet wurden. Unter den jüngeren waren es sogar 58 Prozent.

Innen-Staatssekretärin Karoline Edtstadler
Innen-Staatssekretärin Karoline Edtstadler zeigt sich "erschüttert" © APA/HERBERT PFARRHOFER
 

Innen-Staatssekretärin Karoline Edtstadler (ÖVP) hat angesichts der in der "Holocaust Knowledge and Awareness Study" bekannt gewordenen Wissenslücken der Österreicher das Ziel ausgegeben, dass alle Schüler, Migranten und Asylwerber das ehemalige KZ Mauthausen besuchen sollten. "Dass junge Österreicher zu wenig über Mauthausen wissen, erschüttert mich zutiefst", sagte sie in einer Aussendung.

Gleichzeitig bestärke sie das Ergebnis "in meinem Weg, dagegen anzukämpfen", sagt die Staatssekretärin. "Ich habe deshalb das Ziel ausgegeben, dass jeder Schüler einmal in seiner Schulzeit, aber auch alle Migranten und Asylwerber, die neu in Österreich sind, die KZ-Gedenkstätte Mauthausen besuchen sollen. Das kann zum Beispiel im Rahmen der Wertekurse erfolgen. Nur so kann eine Aufklärung über die schrecklichen Ereignisse erreicht werden", meinte Edtstadler.

Studie lässt aufhorchen

Am Sonntag wird der Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen gedacht. Tage davor lässt eine aktuelle Studie die Alarmglocken schrillen: Das Wissen der Österreicher über den Holocaust ist durchwegs mangelhaft. Mehr als die Hälfte der Befragten (56 Prozent) wusste bei einer Erhebung für die Claims Conference nicht, dass vom Nazi-Regime sechs Millionen Juden ermordet wurden. Unter den jüngeren waren es sogar 58 Prozent. 38 Prozent glauben zudem, dass der Nationalsozialismus wieder an die Macht kommen könnte.

Mehr als ein Drittel aller Österreicher (36 Prozent) und 42 Prozent der um die Jahrtausendwende Geborenen glauben, dass zwei Millionen oder weniger Juden während des Holocaust ermordet wurden. 13 Prozent der jüngeren Befragten meinen zudem, dass die Zahl der ermordeten Juden "weit übertrieben" sei. Dass so etwas wie der Holocaust in anderen europäischen Staaten wieder geschehen könnte, glauben 58 Prozent der Österreicher.

Österreich Täter und Opfer

Auch die Ansicht, wonach Österreich sowohl Täter als auch Opfer in der NS-Zeit gewesen ist, wird nach wie vor breit vertreten. 68 Prozent der Befragten haben diese Meinung. 45 Prozent gaben an, dass die Österreicher keine Maßnahmen ergriffen hätten, als Österreich von Nazi-Deutschland annektiert wurde, während 32 Prozent sagten, dass die Annexion mit breiter Unterstützung stattgefunden habe. Sieben Prozent glaubten gar, dass die Österreicher mehrheitlich gegen die Annexion waren.

Mauthausen unbekannt

Auf die Frage nach Konzentrationslagern der Nazis in Österreich konnten 42 Prozent der Befragten das ehemalige Todeslager in Mauthausen nicht nennen. Wissenslücken gab es auch mit der Nazi-Verfolgung verknüpfter Personen: So kannten zwar etwa 80 Prozent Anne Frank, doch nur 20 Prozent konnten die Niederlande als Verfolgungsland anführen. Während 51 Prozent der Österreicher Adolf Eichmann kannten, wussten nur 14 Prozent, dass dieser Österreicher war. Bei Adolf Hitler waren es zumindest 79 Prozent.

Für Matthew Bronfman, Vorsitzender der Taskforce für Befragungen der Claims Conference, wird durch die Ergebnisse der Befragung zur Dimension des Holocaust deutlich, "dass wir vor einem Problem stehen". Man scheitere offenbar darin, junge Menschen zu unterrichten "und die Folgen werden furchtbar sein".

Die "Holocaust Knowledge and Awareness Study" wurde von der Claims Conference beauftragt. Befragt wurden 1.000 Österreicher via Telefon- oder Online-Interview. Die Daten wurden von Schoen Consulting analysiert.

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Danke für Ihr Verständnis.

X22
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In einem gleichen sie sich, dadurch spielen die Details keine wesentliche Rolle

es wird eine, meist mehrere Gruppen unterdrückt, diese Ansätze muss man früh genug erkennen und sie nicht gewähren lassen. Was dann kommt ?........

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voit60
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Schrecklich

diese Erkenntnis. Für mich ist es das Wichtigste, dass N azis nie mehr entscheidend an die Macht kommen.

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differentialrechnung
8
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Ich hoffe inständig,

dass Ihr Entsetzen alle radikalen Ideologien betrifft - säkulare, wie religiöse, sozialistische wie nationalistische.

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mapem
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A bisserl Abschwächen und …

„so schlimm war´s aber auch nicht“ … „aber die anderen auch“ usw. geht immer – gell, differential …
Nennt man latenten Faschismus bzw. latenten Nationalsozialismus … jemand, der unter anderen gesellschaftspolitischen Verhältnissen, gleich bald mal wieder am Heldenplatz in der Menge mitgrölt …

Man hat oft den Eindruck, dass manche schon in den Startlöchern scharren, weil´s dafür grad so günstige Einzelfälle gibt … gell differntial …

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voit60
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natürlich

nur bitte auch nicht die Austrofaschisten vergessen, für die andersdenkenden Menschen war die Zeit damals auch nicht gerade die Lustigste.

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Ifrogmi
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sand im differential?

.

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wollanig
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ifro

was ist ihr Problem? Ihre Ideologie?

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Hildegard11
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Wahlberechtigung

Vielleicht sollte man Wahlberechtigung an sinnerfassendes Lesen-können knüpfen? Natürlich ohne Gewähr. Es gibt Ignoranten in allen Levels.

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differentialrechnung
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Wenn wir schon dabei sind ....

Lücken im Wissen über historische Ereignisse zu stopfen, sollen die möglicherweise mehr als 20 Millionen Opfer einer radikalen "roten", d.h. kommunistischen Enteignungs- und "Umerziehungspolitik" zwischen dem Ausbruch der Revolution während des Ersten Weltkrieges und dem Ende der Union Sozialistischer Sowjetrepubliken, auch erwähnt werden.

Dass nichts Dasselbe wir irgendwas Anderes ist, entwertet kein Leid und spricht niemanden frei.

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Planck
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Ja wissen S',

es gibt hierzulande keine Kellerstalinisten, was anderes aber schon.
Das hat mit regionalen Geschichtsverläufen zu tun, davon hat man offenbar entweder keine Ahnung oder will es nicht wissen.
Und dann gibt's noch die Allerschlimmsten: Die gut finden, was gerade abgeht.

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Mein Graz
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@differentialrechnung

Es ging bei der Studie wahrscheinlich darum zu erfahren, wie gut die Österreicher über österreichische Geschichte informiert sind. Und die Ergebnisse sind erschreckend.

Sind meine Landsleute schon über die Geschichte der eigenen Heimat sehr schlecht oder gleich gar nicht informiert, ich möchte lieber nicht wissen, was sie von Weltgeschichte wissen!

Das ist natürlich keinesfalls der Versuch, Leid gegen Leid, Tod gegen Tod aufzuwiegen. Jeder Mord ist grausam, jeder Ermordete einer zu viel!

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Natur56
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Nationalsozialismus.....

Wo haben die eigentlich ihren Ursprung.........................?

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SoundofThunder
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🤔

Als aus dem Jäger und Sammler ein Bauer wurde😉. Lang ist es her.

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Balrog206
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Oder

ein Sozialist , den die mögen die Bauern ja überhaupt nicht !

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Mein Graz
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@Natur56

Ernst gemeinte Frage?

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create
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@ Mein Graz: Nein, entweder Provokation oder Halb-/

bzw Nichtwissen. Ich hätte da noch einen anderen Ausdruck parat, aber ich möchte ja nicht beleidigen. Ich tendiere zu Letzterem...

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X22
4
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Opfer gab es wegen der Nationalsozialisten viel mehr,

an die 60 Mil. Tote, diese waren zur Hälfte Kinder und Frauen, als Auslöser des Krieges haben auch sie eine Mitschuld.

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thj123
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Erinnerung ist wichtig

Eine Erinnerungskultur ist wichtig. Natürlich ist es Vergangenheit und keine Nachfolgegeneration muss sich schuldig fühlen, jedoch müssen wir uns dieses traurige Kapitel schon vor Augen führen, denn das Ziel muss heißen" Nie mehr wieder".
Meine Empfehlung schaut auch Mauthausen an. Dort bekommt man eine ungefähre Ahnung, was das Naziregime verbrochen hat. Vernichtung durch Arbeit!

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ChihuahuaWelpe55
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Und deshalb MUSS die FPÖ abgeschaffen werden!

Diese Einzelfälle sind schon nicht mehr so einzelfällig!!!

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levis555
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Erinnert mich an einen Fußballclub. Der Trainer wird abgelöst, wenn seine Spieler verlieren..

Die Spieler auszutauschen wäre zu kompliziert.
Die Affen, welche die Effen ermächtigen, sind eigentlich das Problem...

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ChihuahuaWelpe55
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Wenns keine Auswahl gibt, die sich differenzieren

dann kannst nur alle in einen Topf kehren! Strache gibt sich vordergründig wie ein zahmes, handsames Schaf, aber in dem Video, in dem Vilimsky und Strache gegen „Armina Wolf und die Linken“ wettern, das spricht schon Bände!

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zardoz
0
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ChihuahuaWelpe55

Horch doch mal ALLEN Politikern zu! Zum Schämen und da nehme ich keine Partei aus.

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gesss777
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Die Geschichte lehrt uns

Ganz richtig. So lange es noch geistig eingeschränkte Menschen gibt, wird es immer Rechtsradikale geben. Die Mehrheit macht das aus. Die Persönlichkeiten der Vergangenheit hätten nie einen solchen Zuspruch bekommen, hätten sie nicht den Zuspruch einer breiten Masse bekommen.

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ChihuahuaWelpe55
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Und wenn der Sebastian schon fast die Wortwahl und Hetztiraden von der FPÖ

gegenüber den Sozialdemokraten übernimmt, dann hat er in der Bundesregierung nichts verloren!

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tomtitan
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Wurde in den Schulen der Geschichtsunterricht abgeschafft?

Oder wird das Thema nicht mehr behandelt?

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HoellerP
13
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Das passiert...

...wenn Menschen Raum gegeben wird, die Lügen verbreiten und das mit dem Deckmäntelchen Meinungsfreiheit zudecken wollen.

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lieschenmueller
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Bei manchen Artikeln

und den leider daraus gewonnen Erkenntnissen wünscht man sich, man hätte sie nicht gelesen.

Aber es erklärt immer mehr ............

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SoundofThunder
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Die Opferrolle stand den Österreichern ins Gesicht geschrieben.

"Wir wurden gewaltsam Annektiert" (Österreichs Abwehrfeuerwerk in Graz ist unvergesslich: Konfetti,Girlanden und frenetischer Jubel während AH mit seinem Konvoi durch Graz fuhr,ein Neil Armstrong nach der Mondlandung wäre Blaß geworden vor Neid.) oder "Was hätten wir schon tun können?" hieß es von jedermann. An den Schulen wurde es auch nicht erwähnt,wer will sich unangenehme Fragen der Schüler stellen? Herr Lehrer! Waren sie ein N..? Und die Großeltern haben geschwiegen bis ins Grab. Simon Wiesenthal hat gesagt:Die Österreicher waren die ärgeren Na..s! Und das Gedankengut wird von zumindest einer Partei bis dato Gehegt und Gepflegt,was uns die ganzen Einzelfälle beweist.

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lieschenmueller
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@SoundofThunder

Wie Sie schreiben, ja, gut wiedergegeben! Außer bei mir, meine Großeltern haben nicht geschwiegen. Mein Großvater war als Sozialist einige Zeit in - ich glaube man nannte es Schutzhaft - und meine Großmutter erzählte über die willfährigen Nachbarn. Und das sogar in einem kleinen obersteirischen Marktflecken, wo man im Grunde nicht DAS mitkriegte wie in einer Stadt. Zum Glück. Man hat sich nicht ausgebombt wiedergefunden in Ruinen. Aber seine Hände in Unschuld gewaschen und man war natürlich niiieee dabei gewesen - dort wie da.

Die 6 Millionen habe ich in meiner lange zurück liegenden Schulzeit schon gelehrt bekommen. Die standen nämlich im kurzen Kapitel, das dem 2. WK gewidmet war. Dafür ellenlang über die Griechen und Römer.

Und weil Sie die österreichischen N.z.s erwähnen. Ich las einmal darüber, warum die besonders grausam waren. Nämlich die argen Posten wurden schon mit Deutschen besetzt, es blieben nur mehr die ganz ekelhaften. Siehe da, da konnten etliche Zeitgenossen damals brillieren. Irgendwas kann jeder!

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SoundofThunder
9
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Bei mir war das Kapitel nur ganz Kurz Thema.

Und meine Großeltern haben geschwiegen was mich dann nur umso neugieriger machte. Und es gab im Jahr 2018 schon über 1000 Straftaten rechtsextremen Hintergrunds in Österreich. Die Hemmschwelle sinkt,dem sollte die Regierung aktiv entgegen treten,aber sie schaut schweigend zu (ausgenommen:Ein Afghane dreht durch).

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lieschenmueller
4
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@SoundofThunder

Meine Mutter musste - weinend, weil der Rock und die Bluse für sie so schön waren, es war eine arme Zeit - die Uniform für diese Mädchenjugend zurückgeben. Mein Großvater verlangte das von ihr und wörtliche überliefert "mit diesen Leuten haben wir nichts zu tun".

Die junge Leiterin der Gruppe war ihre beste Freundin, die hat das halt wortlos akzeptiert. Ich stelle mir vor, in einer anderen Zusammensetzung und nicht halt auf dem Land lebend, das hätte wieder böse für meinen Opa ausgehen können. Und es waren einige Kinder auch so verhetzt, dass sie ihre eigenen Eltern angezeigt haben.

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SoundofThunder
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Lieschenmüller

Hut ab vor ihrem Großvater! Es hätte durchaus Böse enden können. Er hatte Zivilcourage und Moral 👍!

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lieschenmueller
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Er starb als ich 5 war,

aber in meinen Erinnerungen, auch wenn die meisten nur aus Erzählungen in mir sind, er steht für mich auf einem ganz hohen Sockel.

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Hildegard11
2
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Schule

Schule ist nicht alles. Es gibt auch Nachrichten und Dokumentationen. Ich meine, fast täglich drüber zu "stolpern". Eine gewisse Holschuld ist schon zu erwarten. Was machen die Menschen eigentlich den ganzen Tag mit ihren Smartphones?????

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SoundofThunder
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🤔

ZDF Info 😉

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Feja
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Dieses Ergebnis verwundert mich gar nicht

Weder meine Tochter noch mein Sohn waren von der Schule aus in Mauthausen.
Das mussten wir als Eltern übernehmen.

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lieschenmueller
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@Feja

Aha? Mein Sohn ist bzw. nehme ich an älter als Ihre Kinder.

Er war im Gymnasium 2 x in Mauthausen. 1 x im evangelischen Religionsunterricht und 1 x im Ethikunterricht. Er erzählte, als sie vor dieser berüchtigten Stiege standen, sind etliche Mädchen seiner Klasse zusammengebrochen, weinend und auch ob des Anblicks mit seiner furchtbaren Geschichte.

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Feja
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lieschen

Meine vor 10-8Jahren wäre das gewesen.
Bei meiner Tochter in der Hauptschule hat es geheissen, das ist eh schon so oft durchgekaut worden und wäre zu belastend für die Kinder. Ich war sage und schreibe die einzige Mama die sich aufgeregt hat.
Im ORG ging man dann davon aus, dass es eh in der Unterstufe erledigt wurde.
Mein Sohn ging gleich ins Gymnasium, aber die hatten in der vierten ein EU Projekt mit Schüleraustausch und wollten es den Gastschülern nicht zumuten.
So oder so gibt und gab es wohl einige Schulen in denen es so lief und wohl noch immer läuft.
Zum Glück gibt es meinen Opa noch. Der hat als Zeitzeuge grossen Wert für die Erziehung meiner Kinder.
Auch die beiden jüngeren lauschen gebannt wenn er von seiner Schulzeit berichtet und was seinem Vater und Onkel widerfahren ist.

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Mein Graz
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@Feja und lieschenmüller

Da darf ich mich auch zu Wort melden.
Weder bei mir Generation 60+ noch bei meinen - damals 3 - Geschwistern (davon eine Schwester, die 12 Jahre jünger ist) haben jemals im Schulunterricht über die NS-Zeit auch nur ein einziges Wort gehört. Diese Zeit wurde einfach totgeschwiegen, zu Hause wurde sie außer von unserer Mutter nie erwähnt, obwohl keiner meiner Angehörigen irgendwie involviert war.

Meine Kinder waren weder in Mauthausen noch bei einer Gedenkstätte, auch bei ihnen war diese schreckliche Zeit und ihre Gräueltaten nicht wirklich ein Thema im Geschichtsunterricht!

Da darf es nicht verwundern, dass v.a. junge Menschen kaum Informationen haben - außer es wird eben zu Hause darüber gesprochen und die Jugendlichen haben selbst Interesse!

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lieschenmueller
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@Mein Graz

Aber in zig Fernsehsendern gibt es seit Jahren die ausführlichsten Berichte über den Holocaust, über Hitler und seinen Helfershelfern. Da kommt man im Grunde gar nicht daran vorbei.

Zeitzeugen gingen an Schulen. Die fast - oder schon - 90jährige Anita Lasker-Wallfisch, eine Ruth Klüger ......... Erster tut es in diesem hohen Alter noch immer. Deren Bücher sind weltbekannt.

Wir muss das Unwissen im Jahr 2019 auf diese wirken?

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Mein Graz
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@lieschenmueller

Ich stelle mal eine Vermutung an:
In Familien, in denen nicht über die Vergangenheit bzw. über Politik gesprochen wird ist wahrscheinlich das Interesse der Kinder und Jugendlichen an solchen Dokumentation enden wollend. Ebenso in Familien, in denen die politische Richtung sich am rechten Rand bewegt, ich stelle mir vor, dass da das Interesse noch geringer ist!
Bücher werden in vielen Familien (vor allem mit geringerem Ausbildungsgrad) nicht gelesen, die Kinder erfahren das schon in jungen Jahren und lesen selbst dann auch nicht. Und schon gar nicht Bücher, die Sach- oder Geschichtsinhalte vermitteln!

Wie sich Zeitzeugen sich dabei fühlen wage ich mir nicht vorzustellen!

Es bewahrheitet sich immer wieder: je ungebildeter die Menschen sind, desto leichter kann man sie beeinflussen. Deshalb liegt es gerade im Interesse der regierenden Parteien, die Menschen möglichst dumm zu halten. Dann jubeln sie schon bei einer Zusammenlegung der SV, bei einer Steuerreform (die von den AG befürwortet wird) und natürlich beim Hauptthema: nimm den Anderen was weg, auch wennst selbst nicht mehr hast.

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lieschenmueller
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@Mein Graz

Exakt!

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flotschi86
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Deutscher oder Österreicher

Man kann hier allerdings diskutieren ob Eichmann bzw. Hitler als Österreicher angesehen wird. Es stimmt zwar, dass beide im Laufe ihres Lebens einmal die österreichische Staatsbürgerschaft besessen haben, doch ist Eichmann in Deutschland geboren und und Hitler hat die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen. Meiner Meinung nach ist Eichmann eher als Deutscher zu klassifizieren (auch weil ihm nachträglich die Staatsbürgerschaft entzogen worden ist). Deutschland möge es mir verzeihen falls sie es nicht so sehen.
Hitler hingegen......

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lieschenmueller
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@flotschi86

Es gibt ja diesen Sager, dass wir uns glücklich schätzen, dass ein Großteil der Welt glaubt, Hitler sei Deutscher und Bach Österreicher.

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flotschi86
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@lieschenmueller

Ich kenne den Sager mit Beethoven, aber man sollte lieber nicht über vergangene Kriege streiten, denn schlussendlich war das der Grund für den 2. Weltkrieg.

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lieschenmueller
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@flotschi86

Stimmt: Beethoven!

Streiten über Kriege? Wäre müßig! Aber inetwa darüber Bescheid zu wissen eine Selbstverständlichkeit.

Der 2. WK hat insgesamt 40 Millionen Menschen! das Leben gekostet.

Und zum Artikelthema der 6 Millionen. Wo meine Eltern aufwuchsen, gab es einen Einzigen jüdischen Glaubens! Er war Arzt und hieß Dr. Blau. Von einem Tag auf den anderen war er weg.

Das weiß ich aus eben Erzählungen, weil schulmäßig damals ein winziges Kapitel. Das Wort "Holocaust" hörte ich das erste mal bei dem amerikanischen Vierteiler Ende der 70er-Jahre. Und dann kam es ins Rollen und Fragen noch und nöcher von einer Generation an die vorige.

Und fast 40 Jahre später soll man wieder dümmer sein? NACHDEM es in den Unterricht eingebaut wurde? Fernsehsendungen unglaublich oft darüber, in jeder Woche auch des Jahres 2019. Nun, wenn man nur "Teenager werden Mütter" schaut .............

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SoundofThunder
2
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.....ist Österreicher!

🤔

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differentialrechnung
1
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Vermutlich noch größer

hätte sich die Unwissenheit über den Holocaust, über die Vernichtungspolitik der Nazis erwiesen, hätte man nachgefragt, ob außer Juden auch andere, dem Regime missliebige Menschen systematisch ermordet wurden. Sinti, Roma, Zeugen Jehovas, Homosexuelle ...

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