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Laut BerichtAUA-Flieger wäre fast auf Salzburg gestürzt

Ein Embraer-Jet der Austrian Airlines ist im Jahr 2017 beinahe über der Stadt Salzburg abgestürzt. Offenbar hat der Pilot zunächst nicht richtig reagiert.

THEMENBILD: SALZBURGER FLUGHAFEN
© (c) APA/BARBARA GINDL
 

Nach dem spektakulären Landeversuch einer Boeing 737-800 der polnischen "Enter Air" im Sturm am Salzburger Flughafen am 29. Oktober 2017 wurde nun bekannt, dass es nur zwei Tage davor zu einem weit gefährlicheren Zwischenfall kam.

Bei einem Embraer-Jet der Austrian mit 102 Menschen an Bord kam es zu gravierenden Problemen. Demnach fehlten nur fünf Stundenkilometer zu einem Absturz über dem Salzburger Stadtgebiet. Rund vier Kilometer vor der Landung wurde das Flugzeug von sogenannten Scherwinden erfasst. Dabei dürfte die Crew offenbar zunächst vergessen haben, eine Triebwerkseinstellung zu ändern, was eine Überzieh-Warnung auslöste. 
Scherwinde sind starke Fallwinde und für den Flugverkehr sehr gefährlich. 

Die sogenannte Überziehwarnung zeigt an, wenn es zu einem Strömungsabriss kommt und ein Flugzeug abstürzt. Beim Absturz der Boeing 737-MAX8 in Äthiopien war das der Fall – nachdem die Warnung über eine Minute aktiv war, stürzte die Maschine ab.

Als die AUA-Maschine über Salzburg in Schwierigkeiten war, brach der Pilot die Landung ab und startete durch. Allerdings war die Geschwindigkeit nicht hoch genug, als sich die Schnauze des Fliegers wieder hob. 

Pilotenfehler

Laut einem Bericht des Kurier wurde eine Überziehwarnung mit Stick Shaker für ein bis drei Sekunden bei einer Flughöhe von 740 Fuß (225 Meter) über Boden ausgelöst, als die Erhöhung des Anstellwinkels auf 13 Grad und der gleichzeitigen Geschwindigkeitsreduktion auf 113 Knoten (209 km/h) vorgenommen wurde.

Demnach wusste der Pilot nicht, was zu tun ist. Über eine Minute lang dürfte er nach der Lösung gesucht haben, warum das Flugzeug zwar auf Steigen programmiert, aber zu langsam unterwegs war. Deshalb wurde auch keine normale Steigrate erreicht.

Erst 73 Sekunden nach der erstmaligen Aktivierung der Überziehwarnung wurde TOGA ("Take-Off/Go Around" - damit wird der Schub automatisch reguliert) gedrückt und eine normale Steigrate des Luftfahrzeugs erzielt, wird im Bericht dargelegt. Nach dem Fehlanflug wurden zwei Warteschleifen geflogen bevor das Flugzeug dann ohne weitere Vorkommnisse aufsetzte.

AUA-Erklärung gegenüber dem Kurier:

"Unsere Crew hat als Sicherheitsmaßnahme den Anflug abgebrochen . Während des Durchstartevorgangs aktivierte sich eine Überzieh-Warnung. Der Modus der Triebwerke, der für das Durchstartmanöver notwendig ist, stand nicht unmittelbar zur Verfügung. Unsere Piloten haben dies dann korrigiert. Wie in solchen Fällen üblich, kooperieren wir mit der Sicherheitsuntersuchungsstelle. Unser Ziel ist es die Sicherheit auf einem höchstmöglichen Niveau zu halten. Eine Untersuchung solcher Szenarien ist dazu da, um ähnlich gelagerte Vorfälle in Zukunft zu vermeiden."

Kommentare (2)

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lombok
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Einfach schrecklich!

Und die schwammig schöngeredete Stellungnahme von Austrian ist sowieso ein Witz.

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bb65
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4
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@lombok

Leider sind "fast Unfälle" viel häufiger als wir denken. Aber schrecklich ist es nicht, sondern eher bedenklich. Die Embraer Flugzeuge sind relativ neu in der Aua Flotte, ersetzten die Fokker 100. Stellt sich die Frage ob das Training am Simulator ausreichend war wenn solche Standard Situation schon Probleme fuer die Crew formen die mehr als eine Minute nicht richtig erkannt wurden.

Das Aua Statement ist in der tat sehr diplomatisch...

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