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Raiffeisen mitbetroffen Tirana: Schaden aus Flughafen-Raubüberfall trifft Lufthansa Cargo

Ermittlungen nach Raubüberfall auf AUA-Maschine laufen weiter. Zur Summe hüllt man sich sowohl bei Lufthansa Cargo, der Frachttochter der AUA-Mutter Lufthansa, als auch bei Raiffeisen in Schweigen.

Die Polizei bei der Spurensuche
Die Polizei bei der Spurensuche © (c) APA/AFP/GENT SHKULLAKU
 

Nach dem Überfall auf eine Maschine der Austrian Airlines (AUA) am Dienstagnachmittag am Flughafen von Tirana, bei dem bewaffnete Räuber Millionen Euro Bargeld erbeutet haben, laufen die Ermittlungen. Formal Geschädigte des Coups ist die Frachttochter der AUA-Mutter Lufthansa, Lufthansa Cargo. Vonseiten der Lufthansa Cargo wird es demnach eine Versicherungsmeldung geben, verlautet aus der AUA.

Abwicklung des Luftfrachtgeschäfts

Die Lufthansa Cargo erledigt seit längerem auch für die AUA die Abwicklung des Luftfrachtgeschäfts. Vor mehr als acht Jahren war die frühere Austrian Cargo mit der damals 20-mal größeren Lufthansa Cargo zusammengelegt worden. Die Maschine am Airport von Tirana war gerade vor dem Start Richtung Wien beladen worden. Im Frachtraum sollte ein größerer Werttransport mitgeführt werden, also Bargeldbestände von Banken. Wie viel es gestern Nachmittag war und wie oft solche Sendungen abgehen, wurde bisher aus Sicherheitsgründen öffentlich nicht beziffert.

Aus weiter entfernteren Destinationen ist für Banken ein bewachter Banknoten-Transport im Bauch von Flugzeugen billiger als ein von Security-Firmen erledigter Panzerwagen-Transport über große Distanzen über Land - gerade für Banken mit Auslandsnetz, in dem viel Bargeld durch Umtausch anfällt. Flughäfen, an denen solche Wertguttransporte abgewickelt werden, müssen für diese Art sensibler Lieferungen zertifiziert sein, also über die nötige Infrastruktur und speziell gesicherte Bereiche verfügen. Eigene spezielle Panzer-Lkw für Geldtransporte hat in Österreich nur die Oesterreichische Nationalbank (OeNB).

Spezieller Gelder

Die Gelder fallen in lokalen Banken an, indem etwa Albaner, die im Ausland - vor allem im Euroraum - arbeiten und ihr Geld dann in die lokale Währung umwechseln. Die ausländische Währung wird in der Regel in Albanien wenig gebraucht; daher werden speziell bei Banken mit größerem Netzwerk angefallene Bargeldbestände dorthin geliefert, wo sie konzernintern gebraucht werden.

Mitbetroffen von dem gestrigen Geldraub ist die österreichische Raiffeisen Bank International (RBI), die in Albanien dieTochterbank Raiffeisenbank Albanien betreibt. Natürlich sei auch Raiffeisen versichert, sagte eine Sprecherin der RBI zur APA. Zur Summe hüllt man sich auch bei Raiffeisen in Schweigen, es ging hier jedenfalls um Euro und Dollar im Rahmen des sogenannten Geldnotenhandels (siehe Infokasten).

Gut informierte Räuber

Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP wussten die Räuber offenbar Bescheid, dass Geld in Hartwährungen immer wieder im Flieger nach Wien unterwegs ist. Bewaffnete und maskierte Räuber hatten am Airport der albanischen Hauptstadt zugeschlagen, als der AUA-Airbus gerade beladen wurde, die Passagiere waren schon eingestiegen. Nach bisherigen Informationen drangen die Täter über eine Feuerwehrzufahrt auf das Flughafengelände, fuhren zur Maschine, zwangen die Bodencrew sich hinzulegen, schnappten sich das Geld und flüchteten. Bei einem anschließenden Schusswechsel mit der Polizei wurde ein Räuber getötet, die Polizei gab in der Nacht die Festnahme der vier Verdächtigen bekannt.

Bei der AUA wird zur Stunde unter Einbeziehung von Versicherungsexperten und Juristen besprochen, wie man nach dem Vorfall in Tirana weiter vorgeht. Noch Dienstagabend war beschlossen worden, dass bis auf weiteres als erste Sicherheitsmaßnahme solche Werttransporte aus Tirana nicht mehr übernommen werden.

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