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Viele Kinder als OpferErneut mehr traumatisierte Flüchtlinge von ''Hemayat'' betreut

221 der Menschen, denen die Spezialisten halfen, waren vergangenes Jahr Minderjährige.

AMNESTY INTERNATIONAL AKTION:
© APA/HERBERT PFARRHOFER
 

Flüchtlinge gehören zu den Ärmsten der Armen. Das trifft besonders auf ihren gesundheitlichen, sozialen und psychischen Zutand zu. Der Wiener Hilfsverein "Hemayat" zur Betreuung von traumatisierten Flüchtlingen und Folteropfern verzeichnete 2018 erneut einen Anstieg der Hilfesuchenden. "Das Jahr 2018 - Hilfe für 1.353 Menschen aus 51 Ländern", stellt die Organisation in ihrem Jahresbericht fest.

2014 waren es noch rund 800 Betreute gewesen. Seither stieg die Zahl ständig an, seit 2017 zeigt die Kurve eine flachere Entwicklung. 221 der Menschen, denen die Spezialisten halfen, waren vergangenes Jahr Minderjährige. "Insgesamt konnten 14.688 Betreuungsstunden geleistet werden. Das sind rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr", heißt es im Jahresbericht.

Das Betreuungszentrum für Folter- und Kriegsüberlebende hat seinen Namen dem sprachlichen Begriff "Hemayat" im Arabischen und Persischen übernommen, der "Betreuung" und "Schutz" bedeutet. Während die Zahl der in Österreich ankommenden Flüchtlinge im Vergleich zu 2015 radikal zurückgegangen ist, steigt weiterhin der Bedarf an psychologischer, psychotherapeutischer und medizinischer Hilfe.

Abbild der Weltpolitik

"'Hemayat' stellt eigentlich ein etwas verzögertes Abbild der Weltpolitik dar. Viele durch Folter oder Krieg traumatisierte Menschen erreichen das Betreuungszentrum erst jetzt, obwohl sie bereits seit einiger Zeit in Österreich sind. Sie werden von Albträumen und Schlafstörungen geplagt, haben unerklärliche psychosomatische Schmerzen, Depressionen und Flashbacks, bei denen sich plötzlich grauenhafte Erinnerungen an das Erlebte aufdrängen", stellte die Organisation im Dezember 2018 fest. Rund 50 Therapeuten und mehr als 30 speziell geschulte Dolmetscher für 21 Sprachen arbeiten bei "Hemayat" zusammen. Gegen Ende vergangenen Jahres befanden sich rund 600 Hilfesuchende auf der Warteliste.

Im Jahresbericht 2018 liegt einer der Schwerpunkte auf traumatisierten Kindern und Jugendlichen und ihren Familien. Ein wichtiges Ziel ist es, diesen Betroffenen, die schon so früh mit Krieg und Folter konfrontiert wurden, möglichst schnell und adäquat zu helfen. Dafür gibt es bei der Organisation auch fünf spezialisierte Kindertherapeuten. Oft würden die Bedürfnisse von Kindern vernachlässigt, hieß es vor kurzem in einer Aussendung: "Wichtig ist daher, die entsprechende psychologische Unterstützung von Familien, denn um eine Weitergabe der Traumatisierungen an die nächste Generation zu vermeiden, muss den Betroffenen so rasch wie möglich geholfen werden."

Erstgespräche zur Abklärung der Situation mit möglicher psychiatrischer Abklärung, Krisenintervention, Gruppenangebote und Dolmetsch-gestützte Psychotherapie ergänzen einander im Service. Psychoedukation, Stabilisierungsübungen, echte Traumatherapien sowie Kurzzeit- und Langzeitinterventionen sollen ein Weiterleben der oft schwer Geschädigten ohne bleibendes Trauma möglich machen. Der Hilfsverein ist zu einem hohen Anteil auf private Spenden angewiesen. Am 16. Mai findet im Palais Schönburg in Wien-Wieder wieder das Sommerfest von "Hemayat" mit Benefiz-Auktion statt (www.hemayat.org).

Kommentare (1)

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Ja, erst jetzt in die Betreuung,weil Leute die keine Werte

haben es wichtiger finden Wertekurse zu verordnen und zu der Unerträglichkeit einer Traumatisierung lieber noch eine unerträglich niedere Subsistenzsicherung fügen,nennt sich neuer Stil.Wenn aber ein geistig Versehrter dann was tut schieben sie es nicht sich selbst hin sondern den Leidenden im Kollektiv,, bastiös halt.

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