Prozess in Tirol zu EndeTödliche Kuh-Attacke: Urteil ergeht schriftlich

Der Zivilprozess nach der tödlichen Kuh-Attacke auf eine 45-jährige Deutsche im Juli 2014 im Tiroler Stubaital ist am Dienstag am Landesgericht Innsbruck zu Ende gegangen.

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© APA/BARBARA GINDL
 

Der Zivilprozess nach der tödlichen Kuh-Attacke auf eine 45-jährige Deutsche im Juli 2014 im Tiroler Stubaital ist am Dienstag am Landesgericht Innsbruck zu Ende gegangen. Die Hinterbliebenen hatten den Landwirt auf Schadenersatz geklagt. Sie warfen ihm vor, gegen die Sorgfaltspflicht eines Tierhalters verstoßen zu haben. Das Urteil ergeht schriftlich.

Kuh vorher schon aggressiv

Mehrere Zeugen hatten vor Gericht ausgesagt, dass sich die Kühe bereits vor jener Attacke auf die 45-Jährige gegenüber Wanderern mit Hunden aggressiv verhalten hätten. Auch der Wirt einer in der Weide gelegenen Hütte hatte laut einer Zeugin ihr gegenüber nach einem Vorfall geäußert, dass die Kühe in diesem Jahr besonders aggressiv seien.

Der Gutachter bestätigte jedoch, dass der beklagte Landwirt den Sorgfaltsanforderungen nachgekommen sei. Auch bei einem Lokalaugenschein am Hof des Bauers konnte er kein auffälliges Verhalten bei den Kühen feststellen, so der Sachverständige. Durch einen Vorfall mit einer italienischen Familie, der sich rund 30 Minuten bevor die 45-Jährige mit ihrem Hund über die Weide gewandert war, ereignet hatte, seien die Tiere bereits in Aufruhr gewesen, meinte der Gutachter. "Es ist vorstellbar, dass wenn das Ereignis zuvor nicht gewesen wäre, die Frau mit ihrem Hund ohne Probleme über die Alm hätte gehen können", fügte er hinzu. Eine Zeugin hatte zuvor berichtet, dass einer der beiden Hunde der italienischen Familie "sehr unangenehm und aufgeregt" gewesen sei.

Zaun?

Der Anwalt des Witwers beharrte jedoch darauf, dass der Landwirt dazu verpflichtete gewesen wäre, die "offensichtlich gefährlichen" Tiere von der Straße fernzuhalten, da diese öffentlich ist. Die Errichtung eines Zaunes, um den Weg zu schützen, wäre laut dem Rechtsanwalt wirtschaftlich zumutbar gewesen. Dies bestritt der Landwirt jedoch.

Zudem verwies der Bauer darauf, dass er Hinweis- und Warnschilder, die auf die Mutterkuhhaltung aufmerksam machten, bei den Zugängen zu seiner Weide angebracht hatte. Auch mehrere Zeugen bestätigten vor Gericht, dass sie die Schilder gesehen hatten. Diese Warnhinweise waren laut dem Anwalt des Witwers jedoch völlig unzureichend.

Die 45-Jährige war am 28. Juli 2014 im Pinnistal, einem Seitental des Stubaitals, mit ihrem Hund auf einem Wanderweg unterwegs, als die Kühe plötzlich seitlich auf sie zuliefen. Die Frau wurde an Ort und Stelle rund 45 Minuten lang reanimiert, erlag jedoch ihren Verletzungen. Nach Angaben der Exekutive hatte es die Herde vermutlich auf den angeleinten Hund der Frau abgesehen. Das Tier soll sich laut einem Zeugen zuvor aber nicht aggressiv den Kühen gegenüber verhalten haben. Die Obduktionsergebnisse ergaben, dass die Deutsche zu Tode getrampelt wurde. Die Hinterbliebenen forderten 487.000 Euro Schadenersatz. Die Staatsanwaltschaft hatte noch im Jahr 2014 die Ermittlungen gegen den Landwirt eingestellt.

 

 

 

Kommentare (2)
Nebelspalter
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Auch ich..

habe einen großen Hund und gehe auch auf Almen mit Mutterkuhhaltung. Ganz Wichtig ist es den Kühen Großräumig!!! 50 Meter oder mehr ausweichen oder sich zurückziehen bis sie für das Tier nicht mehr interessant sind. Für sie ist ein Hund=Wolf=Gefahr =für das Kalb.
Den Hund ableinen am Halsband halten, wenn eine Kuh losstürmt, den Hund sofort loslassen, danach wieder anleinen.
Situationen einschätzen sind ein Muss, die Almen sind keine Hundewiese. Ist das Wissen zu einer Beherrschung einer Situation nicht vorhanden, ein Hundetrainer kann es vermitteln (eventuell auch Dr. Google).

Sam125
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Zeugin hat erzählt!

Der arme Hund! Für Rinder sind Hunde eine große Gefahr, für sich und ihre Kälber, da die Hunde von den Rindern, dem Urinstinkt folgend, als Wölfe gesehen werden!! Die Zeugin war daher auch in großer Gefahr, wenn sich nicht der Hund von der Leine befreien hätte können!! Daher liebe Leute, wenn ihr mit Hund auf der Alm unterwegs seit, sofort den Hund von der Leine lassen, falls ihr in Bedrängnis mit den Rindern kommt, dann laufen die Rinder hoffentlich dem Hund nach und zertampeln nicht euch selbst!! Hunde laufen gewöhnlich schneller als die Rinder, und können sich meist in Sicherheit bringen!