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Pro & ContraWaffenverbotszone: Der erste Tag mit dem neuen Verbot

Polizisten zogen ihre Runden am Bahnhofsareal und kontrollierten durchwegs männliche Jugendliche, offenbar mit Migrationshintergrund.

Wien: Waffenverbotszonen traten heute in Kraft
Wien: Waffenverbotszonen traten heute in Kraft © APA/HERBERT-PFARRHOFER
 

Nur eine ausgehängte Kundmachung hier und dort, sonst hat am Freitagvormittag wenig darauf hingedeutet, dass seit Mitternacht eine neue Verordnung über ein Waffenverbot in Kraft war, die den Hotspot Wiener Praterstern sicherer machen soll. Polizisten zogen ihre Runden am Bahnhofsareal und kontrollierten durchwegs männliche Jugendliche, offenbar mit Migrationshintergrund.

"Die kontrollieren mich jeden Tag"

"Der war ur-frech, ur-unfreundlich", beschwerte sich einer der kontrollierten jungen Männer bei der APA, nachdem er sich vergewissert hatte: "Bist du auch Polizist? Nein? Journalist?" Den Kontakt zur Polizei hätten er und seine Freunde oft: "Die kontrollieren mich jeden Tag." Sein Freund meinte: "Na, einmal die Woche sicher." Für einen dritten der Gruppe war es aber eine Premiere: "Das war meine erste Kontrolle." Nach Waffen fragten die Beamten aber nicht, betonten alle unisono.

Dabei hätten die Beamten der Bereitschaftseinheit theoretisch das Recht dazu: Wenn der dringende Verdacht eines Verstoßes gegen die seit Freitag geltende Verordnung besteht, dürfen die Beamten Personen und von ihnen mitgebrachte Behälter sowie Fahrzeuge auf Waffen und Gegenstände kontrollieren, mit denen "ihrer Eignung und den Umständen nach Gewalt gegen Menschen oder Sachen ausgeübt" werden kann.

Geteilte Meinungen

Die Meinungen zu der neuen Maßnahme waren geteilt. Stefan R., Besitzer eines Blumenstandes in der Passage neben der Bahnhofshalle, erwies sich als Befürworter: "Ich bin schon dafür", sagte er zur APA. "Es war schon ein Wahnsinn, was sich hier abgespielt hat. Jeder zweite hatte etwas eingesteckt." Signifikant verbessert habe sich die Lage mit der Einführung des Alkoholverbots Ende April 2018. "Es wird noch immer gesoffen, aber die Gruppen sind weg." Diese hätten auch die Kunden belästigt. "Ich glaube, dass das Waffenverbot eine sinnvolle Maßnahme ist." Zu lange hätte die Politik dem Treiben am Praterstern zugesehen. "Und der (Franz-)Jonas-Platz in Floridsdorf wird der nächste sein."

Wesentlich skeptischer zeigte sich ein Mitarbeiter einer Bäckerei im Bahnhof: "Wer soll denn das kontrollieren?", fragte er hinsichtlich des Waffenverbots. "Des war doch beim Alkoholverbot auch so. Jetzt stecken's die Flaschen halt in die Jacke oder in ein Papiersackerl und saufen genauso weiter: Es fallt halt nicht so auf." Ändern werde sich durch das Waffenverbot wenig: "Das denken sich immer so ein paar Profilierungsneurotiker aus. Die sollten lieber schauen, dass die Leut' eine Arbeit bekommen." Sein Kollege ergänzte: "Am Abend ist es schon oft arg."

Ein Floridsdorfer Pensionist hatte am Bahnhof ein Rendezvous, doch seine Bekannte ließ sich Zeit. "Unsicher habe ich mich da nie gefühlt, ich habe auch lange in der Ausstellungsstraße (eine vom Praterstern abgehende Straße, Anm.) gewohnt", sagte er zur APA, während er wartete. "Ich bin aber allen Menschenansammlungen immer aus dem Weg gegangen."

 

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