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Asyl-Familie MagomedovVater abgeschoben: Mutter und Töchter reisen hinterher

Die Frau und die drei Kinder wollen sich nicht mehr verstecken und auch die Sehnsucht nach Vater Magomedov, der im September nach Dagestan abgeschoben wurde, ist zu groß. Sie kehren freiwillig nach Dagestan zurück.

Nasibat Kamelova wird mit ihren drei Töchtern Alia, Safia und Salia (nicht im Bild) freiwillig Osttirol verlassen
Nasibat Kamelova wird mit ihren drei Töchtern Alia, Safia und Salia (nicht im Bild) freiwillig Osttirol verlassen © Kasupovic
 

Mit Rückschlägen und Hoffnungslosigkeit kennt sich die Flüchtlingsfamilie Magomedov, die 2013 aus Russland nach Osttirol kam und sich in Lienz gut integriert hat, nur all zu gut aus. Nach der Abschiebung des dreifachen Familienvaters Magomed Magomedov am 17. September, ist seine Frau Nasibat Kamelova mit ihren drei minderjährigen Töchtern Salia, Alia und Safia untergetaucht - denn sie hätten ebenfalls am 25. September abgeschoben werden sollen.

Trotz breiter Unterstützung aus der Bevölkerung, wurde der Antrag auf humanitäres Bleiberecht abgelehnt. 5300 Unterschriften wurden für die Familie gesammelt. Neben der Stadtgemeinde Lienz sprach sich auch der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler für ein humanitäres Bleiberecht aus. Innerhalb einer Woche wurde außerdem in Lienz und Innsbruck ein Lichtermeer für die Familie veranstaltet. Vor Ort war neben Bischof Glettler auch Bernhard Kranebitter, ehemaliger Dekan von Lienz und jetziger Dekan von Innsbruck auch Landesrätin Gabriele Fischer. Die vielen Solidaritätsbekundungen aus Osttirol und der Kirche verhallten aber unerhört.

Nach diesen vielen harten Wochen, teilte Sepp Brugger, der Anwalt der Familie mit, dass Nasibat Kamelova keine Kraft mehr habe, sich weiterhin in Österreich zu verstecken und auf eine positive Entscheidung zu warten. „Meinem Mann geht es nicht gut. Er sehnt sich nach seiner Familie,“ sagt Nasibat. Und auch die Kinder vermissen ihren Vater.

Daher hat sie die Entscheidung gefasst, gemeinsam mit ihren Kindern nach Dagestan zurück zu kehren. Dazu kommt, dass es keine Garantie gibt, in Österreich ein humanitäres Aufenthaltsrecht erhalten. „Sie hat die Rückkehrberatung der Caritas in Anspruch genommen und mit deren Hilfe einen Antrag auf freiwillige Ausreise gestellt“, erklärt Brugger. Am Mittwoch wurde dieser Antrag vom Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA) genehmigt und eine Rückkehrhilfe zugesichert. "Ende November wurde auch vom Bundesverwaltungsgericht der Antrag auf ein humanitäres Bleiberecht für die Familie abgelehnt. Es gibt die Möglichkeit dagegen eine außerordentliche Revision beziehungsweise einen Beschwerde an den Verfassungsgerichtshof einzubringen", erklärt Brugger.

Nach der negativen Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes fehlt Nasibat die Energie, weiter auf eine positive Entscheidung über ein humanitäres Bleiberecht zu hoffen. Die belastende Situation für sie und die Kinder aber auch ihren Mann sei zu groß. Gemeinsam mit den Töchtern wird sie in den nächsten Tagen nach Osttirol kommen, um sich zu verabschieden und die Ausreise vorzubereiten. „Vor allem möchte ich ‚Danke‘ sagen, bei allen Menschen, die uns geholfen haben. Es war eine schwierige Zeit, aber auch eine Zeit voller schöner Begegnungen“, sagt Nasibat.

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Danke für Ihr Verständnis.

solder
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untertauchen impliziert

man könne den rechtsstaat aushebeln.
einzelschicksale machen immer betroffen, die menge ist das problem.

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romagnolo
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Dass wir inzwischen einen Rechts- staat haben, da gebe ich Ihnen Recht. Das hat allerdings

nichts mit Gerechtigkeit zu tun!

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cockpit
10
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und so was kurz vor Weihnachten

zum Schämen!

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cockpit
1
9
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ach nein?

Nächstenliebe gibt es wohl nicht mehr

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dizeit
5
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NGO Superstar

Man müsste hier auch mal die Rolle der NGO‘s hinterfragen, die hier ganz offensichtlich völlig falsche Erwartungen wecken.
Dieses Drama wäre eventuell zu verhindern gewesen, indem man von Anfang an ganz klar kommuniziert hätte, dass es mit Asyl wahrscheinlich nichts werden wird.
So boxt man diese armen Teufel durch alle Instanzen nur um sich als Rächer der Armen aufzuspielen.
Ich könnte kotzen 🤮

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romagnolo
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Eine Schande für diese Land!

Weit sind "wir" gekommen

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