EU gibt EntwarnungNamen an Klingeln und Postkästen dürfen doch bleiben

Kein entsprechendes Verbot in EU-Datenschutzverordnung - Nationale Behörden für Auslegung verantwortlich. Wiener Wohnen bleibt dennoch bei seinen Austauschplänen.

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So sollten die Klingelschilder künftig aussehen © (c) APA/HERBERT NEUBAUER
 

Die EU-Kommission hat Medienberichte dementiert, wonach die EU-Datenschutzverordnung Namensschilder an Klingeln und Postkästen verbietet. Ein Sprecher der EU-Behörde erklärte am Donnerstag in Brüssel, die EU-Verordnung reguliere diesen Bereich nicht. Sie erfordere auch nicht, dass Namen von Klingeln und Postkästen entfernt würden. Anderslautende Behauptungen seien "einfach falsch".

Zuständig für die Auslegung der Datenschutzverordnung seien die nationalen Datenschutzbehörden. In Wien war die Debatte durch die Beschwerde eines Gemeindebaumieters über seinen Namen an der Gegensprechanlage entstanden. "Wiener Wohnen" kündigte deshalb vergangene Woche an, bis Jahresende die Namensschilder bei allen rund 2.000 Gemeindebauten durch neutrale Bezeichnungen mit Top-Nummern zu ersetzen. Die für Datenschutz zuständige Magistratsabteilung 63 gelangte nämlich zur Erkenntnis, dass die Verbindung von Nachname und Türnummer gegen die DSGVO (Datenschutzgrundverordnung) verstoße.

Diese Pflicht der Geheimhaltung betrifft nach der Überzeugung österreichische Datenschützer auch private Vermieter und Genossenschaften. Die ARGE Daten wies darauf hin, dass Verbot der Kenntlichmachung ohnehin schon seit 1980 bestehe. Seit Mai 2018 seien jedoch die Sanktionsmöglichkeiten verschärft.

Wiener Wohnen bleibt konsequent

"Wiener Wohnen" setzt trotz Entwarnung der EU-Kommission den Austausch der Namensschilder durch Top-Nummern auf den Klingelbrettern der Gemeindebauten fort. "Es stimmt, es ist nicht explizit verboten, aber wir brauchen trotzdem die Zustimmung der Mieter, dass wir die Daten verarbeiten dürfen, und die haben wir nicht", begründete ein Sprecher das Vorgehen am Donnerstag auf APA-Anfrage.

Vergangene Woche hatte die städtische Gemeindebauverwaltung nach einer Beschwerde eines Mieters angekündigt, bis Jahresende die Namensschilder bei allen rund 2.000 Gemeindebauten durch neutrale Bezeichnungen mit Top-Nummern zu ersetzen. Die für Datenschutz zuständige Magistratsabteilung 63 gelangte nämlich zur Erkenntnis, dass die Verbindung von Nachname und Türnummer gegen die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) verstoße.

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Danke für Ihr Verständnis.

gonde
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"Keine EU-Bestimmung!" Konnten das die Wiener Wohnen nicht selbst recherchieren?

Nein, aber jetzt beleidigte Leberwurst spielen wie ein trotziges Kind und den Namensschilder Wechsel zum Trotz durch führen. Man kann nur mehr den Kopf schütteln!

Gaskassier
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Wien ist anders

Dazu ist nichts hinzuzufügen.

dalvero
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Ich will auch zur EU!

Warum müssen wir in Wien immer päpstlicher als der Papst sein?
Und warum müssen wir jeden Blödsinn der EU sofort umsetzen?
Was man so international hört kann man auf "Nummern" umschalten muss diese aber dann dem Lieferanten genau bekanntgeben.
AHA - jetzt wissen die dann nicht nur den Namen, nein auch die Nummer der Wohnung.
DAS ist aktiver Datenschutz.
Darf ich bitte auch EU Kommissar werden? Die Dummheit brächte ich locker mit!:;>)

ADO30
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Keine EU-Bestimmung!

Sinnerfassendes Lesen wäre erforderlich!

Kein entsprechendes Verbot in EU-Datenschutzverordnung - Nationale Behörden für Auslegung verantwortlich. 

Die EU-Verordnung reguliere diesen Bereich nicht.
Zuständig für die Auslegung der Datenschutzverordnung seien die NATIONALEN Datenschutzbehörden. 

dalvero
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Sie haben RECHT - sinnerfassendes Lesen würde Ihnen helfen.

Ich schrieb wie die Situation in anderen Ländern ist und dass diese Umstellung MEHR Daten erzeugen würde
UND
Dass sie in Wien bereits umgesetzt wurde.#
Also?

ADO30
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Wenn es eine Bestimmung wäre

Zitat: "Warum müssen wir jeden Unsinn der EU sofort umsetzen"

Nur ist es keine Vorschrift der EU! Daher sind Ihre Aussagen hinsichtlich Bestimmungen und deren Umsetzung bzw über die Intelligenz der EU-Komissare falsch.

helmutmayr
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Bin ich froh

Dass die Beamten der EU soo viele wichtige Dinge erledigen. Namensschilder, Sommerzeit, Gurkenkrümmung und vieles Lebenswichtige mehr.

ADO30
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Keine EU-Bestimmung!

Bevor man einfach über die EU schimpft, mal genau den Text lesen und verstehen lernen!

Kein entsprechendes Verbot IN EU-Datenschutzverordnung - zuständig für die Auslegung der Datenschutzverordnung seien die NATIONALEN Datenschutzbehörden. 

GordonKelz
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VORAUSEILENDER ....

....GEHORSAM FÜR EINEN SCHWACHSINN !
Gordon Kelz

sebi8
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freie wahl

Bei uns in Wien wurden die Namen vor ca. 3 Jahren entfernt und auch auf TOP umbenannt. Das ist mir auch persönlich lieber. Aber da sollte auch jeder freie Wahl haben ob der Name unten stehen soll oder nicht. Ich verstehe das ganze Drum-herum nicht...

voit60
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Telefonbuch

stehst dort auch nicht mehr?

Budspencer1
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Diese Datenschutzverordnung ist ein Kasperl Theater

Wenn jeder mit seinen Daten und privaten Sachen ordentlich umgeht, und nicht soviel vom Leben Preis gibt, wie soziales Network etc bräuchte man dieses Theater nicht. Aber man merkt, der Mensch entwickelt sich zurück, als nach vorne. Wo die andere Seite natürlich klar ist, man braucht Menschen die nicht viel drinnen haben, den mit diesen kann man leichter umgehen als mit Menschen die viel im Kopfall haben.

SU5UOTYL86CZ7KG7
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Naja

Nicht die DSVGO ist das Problem, sondern unsere eigenen Behörden in denen scheinbar die Dummheit und der Stumpfsinngehorsam herrschen.

wollanig
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Wiener Wohnen

ist also eine Behörde, aha ....

dalvero
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Praktisch

ja

blackpanther
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MA 63

Dann sollen die Gscheiterl dieses Magistrats nicht zu viel MA2412 schauen, sondern ihren Hausverstand einschalten und die Verordnung sinnerfassend lesen! Sollten sie bei ihrer Meinung bleiben, können sie ihr Börserl schon für Schadenersatzforderungen richten, wenn bei Notfällen die Einsatzkräfte nicht die richtige Wohnung finden.

Amadeus005
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In Klagenfurt schreiben eh alle nur Nummern drauf

War bei jeder von mir bezogenen Wohnung so. Als Eigentümer hab ich dann im einfach zugänglichen Briefkasten den Namen dazu geschrieben.
Und ohne Aufforderung hat noch keine Hausverwaltung was gemacht. Aber wahrscheinlich müssen sie es jetzt belegen.

Ichweissetwas
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Für Zusteller ist das immer eine Plage,

und für Briefträger, die nicht lesen bzw. deutsch können........es sowieso bei den Internet-Bestellungen drunter und drüber!

rkobald
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Wahrscheinlich....

kann er selbst nicht richtig Deutsch

voit60
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sind ja nur mehr Briefträger unterwegs, die nicht Deutsch können,

wieder ein Schwachsinn mehr von unserem nicht viel wissenden.