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ProzessNach Schießübungen mit 2,3 Promille Asylwerber bedroht

Vor Gericht war der wegen geringfügiger Vergehen mehrfach vorbestrafte Elektrotechniker umfassend geständig.

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"Ich hatte große Angst. Ich hatte wieder Szenen in Afghanistan vor Augen. Solche Vorfälle sind mir öfters passiert", schilderte ein 21-Jähriger, der als Jugendlicher von Kabul nach Österreich geflüchtet war, am Donnerstag am Wiener Landesgericht. Am 15. August 2018 wurden er und sein bester Freund unweit vom Praterstern von einem mit einer Pistole bewaffneten Mann bedroht.

Die beiden Afghanen hatten sich auf der Kaiserwiese getroffen, nachdem der Jüngere seine Arbeit erledigt hatte. Der 19-Jährige ist als Zeitungsverkäufer tätig. Gegen Mitternacht pflanzte sich plötzlich ein Unbekannter vor ihnen auf, zog eine Walther P22 aus der Hosentasche und zielte damit ohne erkennbaren Grund auf die Asylwerber. Dabei brabbelte er Unverständliches. In der anderen Hand hielt der hin- und herschwankende Mann eine halb leere Wodka-Flasche.

Während der eine Afghane vor Schreck erstarrte, lief der andere hinter einen Baum, versteckte sich und machte eine zufällig vorbeikommende Polizei-Streife auf den Bewaffneten aufmerksam. Der Verdächtige wurde festgenommen.

Vor Gericht war der wegen geringfügiger Vergehen mehrfach vorbestrafte Elektrotechniker nun umfassend geständig. Er hatte an dem Abend mit seiner wenige Tage zuvor erstandenen Pistole zunächst Schießübungen auf leere Bierdosen durchgeführt, wobei er sich mit reichlich Hochprozentigem in Fahrt brachte. Im Anschluss begab er sich mit der geladenen Waffe in der Hosentasche in den Prater, um mit seinem Bruder in einem Lokal weiterzutrinken. Am Heimweg Richtung Schnellbahn - er hatte zu diesem Zeitpunkt 2,3 Promille Alkohol im Blut - registrierte er die beiden Afghanen.

"Ich bin auf die Schnapsidee gekommen, dass ich sie einfach erschrecke", erzählte der Angeklagte Richterin Mariella Noe. Am Praterstern sei es dunkel, "da bekommt man Angst. Ich wollte sie weghaben". Sein Rechtsvertreter Amir Ahmed (Kanzlei Sommerbauer Dohr) ortete eine "Verkettung von blöden Umständen". Der 32-Jährige - er sitzt seit fast zwei Monaten in U-Haft - versprach, zukünftig vom Alkohol zu lassen: "Er hat mir das Leben kaputt gemacht. Ich will nicht, dass er es ganz zerstört." Er entschuldigte sich auch noch bei den beiden Burschen, das Ganze tue ihm "schrecklich leid".

Am Ende wurde er wegen gefährlicher Drohung zu einem Jahr Haft, davon zwei Monate unbedingt verurteilt. "Das war keine Bagatelle", betonte die Richterin. Der 32-Jährige akzeptierte, die Anklägerin gab vorerst keine Erklärung ab. Das Urteil ist damit nicht rechtskräftig.

Kommentare (1)

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SoundofThunder
0
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Lesenswert?

😏

Typisch Bläuling!

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