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Klima- und WetterforschungNeuer Super-Computer bei Zamg für noch exaktere Wetterwarnungen

Mit dem neuen "High Performance Computer" lässt sich die Genauigkeit von Wetterprognosen deutlich steigern.

© ZAMG
 

Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien-Döbling verfügt über einen neuen "High Performance Computer". Der Hochleistungsrechner kann bis zu 550 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde (Teraflops) durchführen, was u.a. die Genauigkeit von Wetterprognosen deutlich steigern werde, hieß es anlässlich der offiziellen Inbetriebnahme am Mittwoch.

Der neue Computer bringt die zweieinhalbfache Leistung des bisherigen Hochleistungsrechners der ZAMG. Es handle sich um den schnellsten Rechner, der in einer Einrichtung des Bundes rund um die Uhr im Einsatz ist. Die rund 7.000 Prozessorkerne sind zu 192 Knoten zusammengefasst, auf denen jeweils eigenständige Berechnungen möglich sind. Den Wissenschaftern stehen 19 Terabyte Arbeitsspeicher zur Verfügung.

Der Supercomputer der ZAMG leistet bis zu 600 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde. Foto © ZAMG

Für Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) leistet der Rechner "einen großen Beitrag, um mit Vorhersagen und Warnungen die Bevölkerung und die Infrastruktur zu schützen". Genutzt wird der neue Computer in erster Linie für das österreichische regionale Vorhersagemodell "AROME", das alle drei Stunden "für das geografisch sehr komplexe Gebiet in Österreich und Umgebung" neu berechnet wird, so der Minister.

Mit den nun deutlich höheren Rechenkapazitäten lassen sich die Vorhersagen auf noch kleinere räumliche Einheiten herunterbrechen: Vom bisherigen Gitternetz mit jeweils zweieinhalb Kilometern horizontaler Auflösung steigt die Genauigkeit auf 1,2 Kilometer, so ZAMG-Direktor Michael Staudinger. In diesen kleineren Einheiten werden die Witterungsbedingungen in jeweils 90 Höhenschichten berechnet. So lassen sich etwa kleinräumigere Wetterereignisse wie starke Gewitter besser erfassen und Wetterwarnungen verbessern. Außerdem wollen die Experten eine neue stündliche Kurzfrist-Prognose etablieren, in die mehr Daten von Satelliten sowie Radar- und Flugzeugmessdaten und Informationen von Wetterstationen einfließen sollen.

Ausbreitungsvorhersagen

Abseits der täglichen Prognosen forscht man mit Hilfe des Computers an der Verbesserung von Modellen zu Ausbreitungsvorhersagen nach Unfällen, bei denen gefährliche Substanzen wie Chemikalien oder radioaktive Partikel in die Luft abgegeben werden. Außerdem könne man Berechnungen zu Windschäden, zum Borkenkäferbefall heimischer Wälder oder auch zur Entwicklung der Gletscher durchführen. Ein weiterer Schwerpunkt liege auf der Klimaforschung. So werde man Zukunftsszenarien für die klimatische Entwicklung in Städten, im Alpenraum und im gesamten Europa simulieren.

Auf internationaler Ebene ist die ZAMG auch Teil des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF). Im englischen Reading werde das weltweit aussagekräftigste Vorhersagemodell gerechnet. Diese Daten nutzen die österreichischen Experten beispielsweise für Mittelfristprognosen, die bis zu zehn Tage vorausblicken. "Zum Beispiel liefert unser global rechnendes Modell Informationen für einen längeren Zeitraum und ermöglicht so schon sehr früh erste Vorwarnungen für extreme Wetterlagen. Die regionalen Vorhersagemodelle, wie AROME an der ZAMG, liefern dann auf wenige Stunden oder einige Tage im Voraus detaillierte Informationen, zum Beispiel welche Regenmengen oder Sturmböen in den einzelnen Regionen zu erwarten sind", so ECMWF-Generaldirektorin Florence Rabier.

 

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