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Gelöscht auf Facebook Bericht über Rassismus soll "Hassposting" sein

Die Bayerin Imoan Kinshasa wurde jüngst bei einem österreichischen Zeltfest rassistisch beleidigt. Ihren Bericht über die traurigen Erlebnisse dort wurde von Facebook gelöscht.

Imoan Kinshasa, bereit für einen schönen Tag am Weinfest © imoankinshasa.jimdofree.com
 

Es sei "Hate Speech", ein Hassposting. Mit dieser Begründung hat die Social Media-Plattform Facebook einen berührenden Bericht einer jungen Frau nun gelöscht. Darin beschrieb die gebürtige Bayerin Imoan Kinshasa einen Ausflug zu einem Weinfest in Niederösterreich, und wie man ihr dort begegnet war. 

Ihren Angaben zufolge wurde sie in Traiskirchen wegen ihrer Hautfarbe beleidigt und gedemütigt. Sie habe sich extra hübsch gemacht, ein Dirndl angezogen und war gemeinsam mit Freunden zu dem Fest gefahren, um einen schönen Tag zu erleben. Am Ende war sie den Tränen nahe, so viel Hass und Verachtung sei ihr entgegen geschlagen. 

Sie war von Besuchern bei dem Fest unter anderem als "Neger im Dirndl" bezeichnet, von Jugendlichen fotografiert, von Gästen ausgelacht worden.

"Ich kenne nichts anderes"

Die 25-Jährige, die seit zehn Jahren in Österreich lebt, schrieb weiter: "Was habe ich getan? Das ist meine Kultur. Ich kenne nur Bayern und Österreich. Lederhosen und Bier." Sie trage seit jeher Dirndl; ihre Großmutter habe ihr einige Kleider sogar selber geschneidert: "Im Trachtenverein war ich der Star, eh klar." In Traiskirchen habe sie allerdings bemerkt: "Strache und Co. haben recht, es gibt No-go-Areas, für mich mittlerweile definitiv." Sie kritisiert den "antrainierten Hass", wie sie sagt.

Der Beitrag sorgte für viel Anteilnahme und wurde von Tausenden geteilt - bis Facebook einschritt und das Posting, das den Alltagsrassismus in unserem Land sichtbar macht, löschte. 

Vorbild Politik

Der Zeitschrift "Wienerin" sagte Kinshasa, die als Kind Ministrantin und Mitglied von Trachten- und Sportverein gewesen war, sie empfinde Rassismus als "entwürdigend, man wird des Menschlichen beraubt": "Wenn die Politik von oben Rassismus legitimiert, dann gibt das den falschen Leuten ein Signal, dass sie ihren Hass offen ausleben können", begründete sie die Erwähnung von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und CSU-Chef Horst Seehofer in ihrem Facebook-Posting. Für manchen Menschen sei "eine Schwarze im Dirndl eine Karikatur".

Sie persönlich sei es leid, ständig erklären zu müssen, dass sie tatsächlich aus Bayern komme und mit "Kirtahutschn", "Dirndldrahn" und Gstanzl aufgewachsen sei: "Vielleicht ärgert es einige, dass ich 'ihre' Kultur 'verschandle'. (...) Ich wüsste bis heute nicht, dass ich anders bin, wenn man es mir nicht dauernd unter die Nase reiben würde."

 

Der Original-Bericht von Imoan Kinshasa

Mein Lachen täuscht.

Wir haben spontan beschlossen mit unseren Nachbarn auf das Weinfest in Traiskirchen zu fahren.

Voll motiviert haben wir Mädels uns in die Tracht geworfen. Ich habe mich wunderschön und stark gefühlt, als ich heimkam war ich den Tränen nahe.
Als gebürtige Bayerin trage ich immer schon Dirndl. Besonders stolz war ich, weil meine Oma einige Kleider selbst genäht hat (Luxus!!!). 
Im Trachtenverein war ich der Star, eh klar, „ma wia liab“ und 927272 Fotos mit Touristen waren Standard. 

Standesgemäß sind wir mit der Badener Bahn angereist. Als wir in Traiskirchen aussteigen kommen wir keine 10 Meter ohne den ersten rassistischen Vorfall. „Jetzt hab ich alles gesehen, ein N*ger im Dirndl, das kann ich jetzt abhaken“. Eine Gruppe von 16-17 jährigem Jungs. Als ich sie angefahren bin ob sie ein Foto zwecks Glaubwürdigkeit wollen, stammeln sie Entschuldigung und rennen peinlich berührt an uns vorbei. 

Beim Fest angekommen. Alle Augen sind auf uns gerichtet. Nein auf MICH! 
Ich höre die Leute reden. „Eine schwarze im Dirndl!“. Augenpaare blicken mich verwirrt, böse oder belustigt an. An den Nachbartischen wird geredet und gestarrt. Wir holen essen, nein auch da keine 2 Minuten Ruhe. 
Ich kann keinen Schritt machen ohne das Gerede und Gelächter zu hören. 

Ich fühle mich wie eine Aussätzige. Beobachtet und exponiert. Ja ich weiß, einige haben sich sicherlich gedacht wie hübsch ich heute aussehe. Ich habe mich gefühlt wie ein Alien, als wäre ich hier verboten. 
Ich resigniere und schaffe es bis zum Heimgehen nicht auszurasten. In mir kocht es, ich will mit meinen Freunden einfach nur einen feinen Abend haben. 

Eine Dame auf der Toilette, erfahre ich später, freute sich über den Anblick meiner blonden Freundin in Lederhosen, aber als sie mich sah wurde ihr wohlwollender Omablick eiskalt. 

Was habe ich getan? DAS ist meine Kultur. Ich kenne nur Bayern und Österreich. Lederhosen und Bier. Ich fühle ich mich meiner selbst beraubt. Für diese Leute ist ein „N*ger in Tracht“ eine Karikatur, für den ein oder anderen gar eine Beleidigung. Am liebsten möchte ich gar nichts mehr damit zu tun haben, ich schäme mich für Seehofer und Söder, wo ist eure gmiadlicheid zefix? 

Ihr zwingt jeden Menschen mit klarem Verstand quasi dazu diese „Leitkultur“ abzulehnen. 
Ich für meinen Teil bin tief verletzt und werde in Zukunft gezielt auf Veranstaltungen gehen wo wir mit weniger Anfeindung zu rechnen haben. 
Ich fühle mich ausgeschlossen und eingeschränkt. Strache und Co haben recht, es gibt No-Go Areas, für mich Mittlerweile definitiv. Am liebsten würde ich mir die Decke über den Kopf ziehen, mich verstecken und nicht mehr raus gehen. 

Dieser antrainierte Hass zerfrisst mich innerlich....

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Danke für Ihr Verständnis.

KarlZoech
6
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Das ist so beschämend und bestürzend! Es kotzt mich an,

dass ich offenbar Landsleute habe, welche einen Menschen, in diesem Fall eine junge Frau, so saublöd und rassistisch angehen wegen ihrer Hautfarbe!
Alle Hautfarben sind gleich wert, alle Menschen sind gleich wert und haben gleiche Rechte! Warum geht das in rassistische, nazistische, verblödete und primitive Hirne nicht hinein?
Sogar "Preißn" sind Menschen.

Ich lade die junge Frau gerne ein, mit mir in meiner Umgebung auf ein Zeltfest zu gehen, und wehe die geht da einer blöd an, dann werde ich so sehr ungemütlich, dass dies demjenigen im Gedächtnis bleibt.

Jetzt geh ich fremdschämen.

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KarlZoech
2
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Guten Morgen! Jene, welche hier rot stricheln,

sind offenbar Teil der rassistischen Fraktion in unserem Land. Oder welchen Grund gäbe es sonst für ein "Nein" zu meiner Aussage?

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paulrandig
1
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KarlZoech

Bin dabei.

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Mein Graz
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@KarlZoech

Ich schließe mich an.

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Mein Graz
8
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Ich sag euch eins:

der Trend zu Rassismus wird stärker unter dieser Regierung!

Manchmal schäme ich mich schon fast, mich als Österreicher erkennen zu geben.
Ich möchte einfach wieder stolz auf unser Land, auf die Menschen hier, auf meine Heimat sein und laut singen können:
"I am from Austria!"

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KarlZoech
2
4
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@ Mein Graz: Leider haben Sie völlig recht! Die rassistische Saat, welche jetzt aufgeht

wurde schon unter Jörg Haider begonnen zu säen, Herr Strache hat das fortgesetzt, und jetzt sitzt Herr Strache in der Regierung mit einem Kanzler, welcher auch erkannt hat, dass man mit dem Zuwandererthema Stimmung machen und Stimmen ernten kann.
Wäre die ÖVP tatsächlich christlich-sozial (was sie meiner Ansicht nach schon lange nicht ist), so müsste sie ganz klar gegen rassistische Töne auftreten.

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lilith73
7
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Österreich Vielvölkerstaat

Wir sind ein Vielvölkerstaat gewesen der geschrumpft ist und an den Namen erkennt man noch die Herkunft.
An der dunklen Hautfarbe kann man es halt noch länger erkennen, dass die Vorfahren Zuwanderer waren. Ich hab auch schon einen schwarzen Bayern in Lederhosen gesehen, den ich auch erst als Bayern identifizieren konnte dachdem ich ihn reden gehört hatte. Sicher erntete er so manche verwunderte Blicke, doch niemand hat ihn deswegen anders behandelt, als alle anderen weißen Bayern in Lederhose.

Menschen neigen eben mal auf etwas das nicht dem alltäglich gewohnten entspricht, hinzusehen.

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Mein Graz
2
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@lilith73

Leider ist es so, ich versteh es trotzdem nicht. Für mich sind alle Menschen gleich, ganz egal welche Hautfarbe, welche Religion sie haben, welche Sprache sie sprechen, woher sie kommen, wie sie gekleidet sind, das spielt doch überhaupt keine Rolle! Was zählt ist die Person.

Es gibt nur eine Rasse Mensch!

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paulrandig
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Mein Graz

Ich bin zu 100% bei Ihnen. Sie wissen, dass ich mich immer bemühe, Dinge von mehreren Seiten zu sehen und jede Meinung grundsätzlich einmal in Frage zu stellen um sie auf Plausibilität zu prüfen.
Aber dass Ihr Posting, das derart unwidersprochen selbstverständlich sein sollte, dass es eigentlich schon ein Skandal ist, es überhaupt jemals formulieren zu müssen, von irgendjemandem mit Rot bedacht wird, entzieht sich meinem Verständnis komplett.

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KarlZoech
2
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@ paulrandig: Ich stimme Ihnen uneingeschränkt zu,

wie so oft; und ich schätze allgemein Ihre differenzierte Sichtweise, um welche auch ich mich bemühe.
Doch bei Rassismus gibt es nur eines: Dagegen aufzutreten, im Sinne von Menschlichkeit und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte.

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