Freundin angeklagtLeiche in Plastiktonne entsorgt

Die gelernte Krankenschwester soll ihren 73-jährigen Freund mit Schlaftabletten getötet haben - weil ihr die Sexspiele zu viel wurden.

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Nach dem Fund der Leiche eines 73-jährigen Salzburgers in dessen Plastiktonne im Juni 2017 steht heute in Salzburg eine 62-jährige Frau vor Gericht. Die Deutsche muss sich wegen Körperverletzung mit Todesfolge und anderer Delikte verantworten. Die Frau, die offenbar eine intime Beziehung mit dem Pensionisten führte, soll ihm nach der Einnahme von Potenzmitteln mehrere Schlaftabletten verabreicht haben.

Gegen die gelernte Krankenschwester wurde zunächst wegen Mordverdachtes ermittelt. Die Todesursache konnte aber wegen der hochgradigen Verwesung der Leiche nicht eindeutig geklärt werden. Die Beschuldigte lernte den Pensionisten im Frühjahr 2017 "kennen und lieben", wie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Salzburg, Barbara Fischer, am Donnerstag gegenüber Journalisten aus der Anklageschrift zitierte. Die Deutsche zog im April 2017 zu dem Mann in dessen Haus im Flachgau. Ab diesem Zeitpunkt führten sie eine intime Beziehung, "wobei sie das Sexualleben sehr genossen".

Allerdings bestellte die Angeklagte unter falschem Nachnamen von Ende April bis 20. Mai Waren im Wert von 16.000 Euro bei einem Möbelhaus. Laut Anklage blieben die Bestellbetrügereien beim Versuch, weil die Waren nicht ausgefolgt wurden. Anfang Juni soll es dann zu dem Hauptvorwurf gekommen sein: Das alkoholisierte Paar habe über einen längeren Zeitraum Geschlechtsverkehr vollzogen, wobei der 73-Jährige der Beschuldigten zufolge auch ein Potenzmittel eingenommen hat.

Müde und keine Lust mehr

Schließlich hat die Frau eigenen Angaben zufolge das Sexspiel beenden wollen, weil sie müde gewesen sei und auch keine Lust mehr dazu gehabt habe. Der Pensionist sei aber aufgrund des Alkohols und des Potenzmittel "aufgedreht" gewesen und habe weitermachen wollen. Laut Anklage löste die Beschuldigte sechs 0,25mg-Tabletten des Schlafmittels Halcion in einer unbekannten Flüssigkeit auf und gab diese dem Mann zu trinken. Anschließend sei er bewusstlos geworden und aufgrund der Wirkung von Triazolam gestorben.

Dass sich in dem Getränk das Schlafmittel befand, habe die gelernte Krankenschwester dem 73-Jährigen nicht mitgeteilt, so der Vorwurf. Dem pharmakologischen-toxikologischen Gutachten zufolge könne die Einnahme von sechs Schlaftabletten gesundheitsschädigend beziehungsweise tödlich sein, wobei bei gleichzeitigem Alkoholkonsum die Wirkung des Schlafmittels noch verstärkt werde. "Sie hat den Mann außer Gefecht setzen wollen und dabei in Kauf genommen, dass sie ihn an der Gesundheit schädigt, wobei der Tod fahrlässig eingetreten ist", sagte die Staatsanwaltschaftssprecherin. Die Beschuldigte habe von der Hausärztin das Schlafmittel zum Eigengebrauch verordnet bekommen, allerdings jeweils nur eine halbe Tablette.

Nachdem die Deutsche den Pensionisten laut ihren Angaben einen Tag darauf tot in seinem Bett vorfand, umwickelte sie den Leichnam mit Plastiksäcken, einem Klebeband und einem Strick und warf den Toten in eine grüne Kunststofftonne, die in der Garage des Mannes stand. "Da sie den Toten dort zirka drei Wochen verwesen ließ, hat sie einen Leichnam verunehrt", erklärte Fischer.

Haftstrafe droht

Der Strafrahmen des angelasteten Deliktes "Körperverletzung mit tödlichem Ausgang" beträgt ein bis fünfzehn Jahre Haft. Die Frau wurde auch wegen Störung der Totenruhe, schweren Diebstahls, gewerbsmäßigen schweren Betruges, Urkundenunterdrückung und Entfremdung unbarer Zahlungsmittel angeklagt. Die Anklage ist noch nicht rechtswirksam. Weiters haben die deutschen Behörden einen Auslieferungsantrag gestellt, weil die Beschuldigte in Augsburg noch eine Haftstrafe wegen Vermögensdelikte zu verbüßen hat.

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