Ernüchternder TestKindergetränke sind fast immer Zuckerbomben

Nur drei von 13 Durstlöschern sind laut Konsumentenschutz "sehr empfehlenswert". Nichts geht über Wasser als idealem Durstlöscher.

Versteckte Zuckerbomben: Kindergetränke im Test © (c) Dmytro Sukharevskyi - stock.adobe.com
 

Sie sind bunt, in handliche Fläschchen gefüllt, meist ideal im Regal platziert und sie enthalten (zu) viel Zucker - die Rede ist von Kindergetränken. Konsumentenschützer der Arbeiterkammer (AK) Oberösterreich haben 13 solcher Produkte getestet, gerade drei sind "sehr empfehlenswert", sieben "wenig empfehlenswert", teilte die AK mit.

Zehn von 13 bedenklich

Die Konsumentenschützer bewerteten elf konventionelle und zwei Bio-Getränke anhand der ausgewiesenen Inhaltsstoffe und Nährwertangaben. Die meist in handliche, wieder verschließbare PET-Flaschen gefüllten Säfte kosten von 0,09 bis 0,39 Euro pro Zehntelliter (0,45 bis 1,29 Euro pro 0,2- bis 0,5-Liter-Flasche). Am besten schnitten die Bio-Getränke von Hipp und Babylove sowie das Fruchtsaftgetränk von Bebivita ab. Diese drei enthielten keine sonstigen Zusätze und auch relativ wenig Zucker, maximal 1,1 Stück Würfelzucker auf 100 Milliliter. Der Spitzenreiter brachte es auf 3,1 Stück in derselben Menge Flüssigkeit.

Laut WHO-Empfehlung soll der freie Zucker nicht mehr als zehn Prozent der Gesamtenergiezufuhr ausmachen, das sind etwa 35 Gramm für Kindergarten- und 42 Gramm für Volksschulkinder. Mit einer 0,5-Liter-Flasche des süßesten Getränks nimmt ein Kind aber 55 Gramm - 131 bzw. 157 Prozent der empfohlenen Dosis - zu sich. Süßstoffe sind laut AK keine Alternative, da diese Getränke oft übermäßig süß sind und bei Kindern aufgrund des geringen Körpergewichts die akzeptierten täglichen Aufnahmemengen leicht überschritten werden.

Testergebnisse im Detail

Alle schlecht bewerteten Getränke enthielten Zusätze, von Zitronen- oder Ascorbinsäure, Aromen und Vitaminen bis zu Ammoniumsulfit-Zuckerkulör, was von der Internationalen Agentur für Krebsforschung als potenziell krebserregend eingestuft wurde. Das europäische Lebensmittelsicherheitssystem geht allerdings unter Beachtung der Höchstmengen von einer gesundheitlichen Unbedenklichkeit aus.

Vitaminzusätze seien bei Ernährung mit gesunder Mischkost überflüssig und würden außerdem nicht die gleiche Wirkung entfalten wie die natürlichen Stoffe. Fruchtsäuren lösen bei oftmaligem Genuss Mineralstoffe aus dem Zahnschmelz. Als ideales Getränk empfehlen die Konsumentenschützer reines Wasser. Gut eignen sich ungesüßte Früchte- oder Kräutertees als Durstlöscher, auch stark verdünnter Fruchtsaft - ein Teil Saft, drei Teile Wasser - sei akzeptabel.

Kommentare (3)

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pescador
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Das ist aber nicht wirklich was neues. Eigenverantwortung der Eltern und der Jugendlichen ist gefragt. Man muss ja nicht alles in sich hineinschütten.

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Mein Graz
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Wen wundert das Ergebnis?

Die Industrie ist daran interessiert, zukünftige Süß-Konsumenten zu erziehen.
Dazu kommt, dass Zucker billig ist und jeden vielleicht noch vorhandenen Geschmack übertönt.

Wie die meisten speziell für Kinder angepriesenen Waren kann und soll man darauf verzichten!

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microfib
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Die Industrie

Ist nicht der Schuldige. Es gibt genug Alternativen für Kinder, nur werden sie von den meisten Eltern ignoriert. Wenn Kindergartenkinder süße Getränke von zu Hause mitbekommen, weil es im Kindergarten selbestgemachte (wenig gesüßt) Getränke gibt. Kinder werden von den Eltern dazu erzogen!

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