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Rauchverbot Nichtraucherschutz in Mischlokalen funktioniert kaum

Hohe Feinststaub-Konzentrationen in Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus gemessen.

© Gina Sanders - stock.adobe.com
 

Wer sich vor überhöhten Konzentrationen an Feinststaub schützen möchte, sollte nicht nur Raucherlokale, sondern auch Nichtraucherbereiche von Mischlokalen meiden. Das ist die Schlussfolgerung aus einer in Wien durchgeführten Studie, bei der untersucht wurde, inwieweit die Vorgaben des seit 2010 geltenden Tabakgesetzes eingehalten werden.

In 27 von 28 Lokalen mit Raucher- und Nichtraucherbereich - alle im Bezirk Rudolfsheim-Fünfhaus - wurden Verstöße gegen das Tabakgesetz festgestellt. Das betraf die Trennung und Kennzeichnung der Bereiche und als praktische Auswirkung den Schutz vor schädlichen Rauchinhaltsstoffen, wie Studienautor Peter Tappler und der Umweltmediziner Hans Peter Hutter, Sprecher der "ÄrztInnen für eine gesunde Umwelt" am Dienstag bei einer Pressekonferenz erläuterten.

Bei stichprobenartigen Raumluftmessungen wurde die Konzentration von Nanopartikeln erfasst, die wegen ihrer geringen Größe bis in die Lungenbläschen vordringen und damit enorm schädlich sein können. Hier wurden in den Nichtraucherbereichen Überschreitungen bis zum Zehnfachen des Werts vor dem Lokal gemessen. Der Spitzenwert lag bei 110.000 Feinststaub-Teilchen pro Kubikzentimeter. In einem reinen Nichtraucherlokal finden sich nach Angaben der Fachleute meist unter 5.000 Partikel. Durchschnittlich wurden in den Raucherbereichen etwa 100.000 Teilchen gemessen, in angrenzenden Nichtraucherbereichen 40.000. Im Außenbereich betrug der Durchschnittswert ungefähr 10.000.

In 26 der 28 Lokale waren Türen zur Trennung von Raucher- und Nichtraucherbereich offen oder nicht vorhanden. Außerdem wird in der Studie bemängelt, dass 21 Betriebe keine oder keine korrekte Kennzeichnung an den Eingängen oder im Lokalinneren aufwiesen. Stichprobenartige Kontrollen durch die Behörde würden in Wien erst seit Jänner durchgeführt, sagte Umweltanalytiker Tappler, in anderen Bundesländern seines Wissens gar nicht.

"Es ist keine politische Studie", betonte Tappler, zumal sie bereits im November konzipiert worden sei, noch ehe die ÖVP-FPÖ-Koalition sich auf das Kippen des beschlossenen Rauchverbots in der Gastronomie einigten. Das Gesetz hätte am 1. Mai in Kraft treten sollen. Geplant war eigentlich eine "Vorher-Nachher-Studie", sagte Tappler. Für Hutter ist die Untersuchung eine Grundlage für Entscheidungsträger.

Kommentare (10)

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Intellegent
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1
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NICHTRAUCHERSCHUTZ 2015

2-3 Tode täglich in Österreich durch Passivrauch. Voran FPÖ Raucher H.C. Strache und die ÖVP kippen den Nichtraucherschutz. Diese Regierung ist sehr gut beraten wenn sie eine Volksabstimmung zum Nichtraucherschutz zustimmen, denn ansonsten werden die eigenen Nichtraucherwähler der FPÖ/ÖVP ihre Regierung bei der nächsten Wahl abwählen und diese zwei Parteien wieder zu Kleinparteien schrumpfen lassen.

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POB
7
14
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FPÖ spielt bewusst & völlig gewissenlos mit der Gesundheit der ÖsterreicherInnen

Laut eines Wahlplakats der FPÖ sollen in Kärnten der Stillstand beendet und die Zukunft gestaltet werden. Da der Stillstand ja von FPÖ/BZÖ verursacht wurde und 70% der Bevölkerung für ein Rauchverbot in Lokalen sind, ist es wohl dann am besten FPÖ bei der Landtagswahl am 4 März nicht zu wählen 🤔.

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Mein Graz
3
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Die Trennung funktioniert nur dort,

wo es tatsächlich eigene, abgeschlossene durch einen Gang getrennte Räume sind.
Überall, wo nachträglich Trennwände eingebaut wurden, mussten auch Türen eingebaut werden, damit man den Raum überhaupt betreten kann. Und Türen muss man öffnen.
Da die dort Arbeitenden x-mal am Tag durchgehen müssen, bleiben die Türen dann meist offen stehen.

Besteht nur eine Theke für beide Räume ist die Trennung sowieso ein Witz, weil hinter der Theke zwar auch eine Tür ist, aber dort ist schon fast einen zwingende Notwendigkeit, diese offen zu halten, damit die Kellner alle Leute bedienen können!

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dmastermindm
5
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Die räumliche Trennung,

funktioniert in kleineren Lokalen gar nicht. Jedes Nachtlokal hat die Trennwände ständig offen, weil das ständige öffnen und schließen der Türen für Kellner einfach unmöglich ist.

Ich kann nicht nachvollziehen warum dieses Gesetz gekippt wird. Ich verstehe nicht warum die FPÖ keine Volksabstimmung zulässt. Diese Partei hat ständig nach mehr direkter Demokratie gerufen, das Nichtrauchergesetz wäre dafür eigtl super geeignet. Man hätte eine einfache Entscheidung. Aber warum erwarte ich mir Logik von der FPÖ? Sie würden lieber über Ceta und TTIP abstimmen lassen, 1600 Seiten starke Abkommen, wo niemand durchblickt. Ebenso intelligent war die Abstimmung der Briten über den Brexit!

Aja, bei CETA und TTIP ist die FPÖ so oder so umgefallen und versucht jetzt zwanghaft der SPÖ die Schuld zu geben!

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unterhundert
1
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Weil, 'dmaster...

CETA, fertig ist oder vor den Wahlen schon war, und TTIP kommt, weil die Sponsoren diverser Parteien es so erwarten. Man Sponsert nicht um des Geldes willens, sondern man erwartet auch Taten dafür.

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UHBP
4
24
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Nichtraucherschutz in Mischlokalen funktioniert kaum

Alles Fake-News!
Die Regierung hat beschlossen, dass die Feinstaubwerte nicht überschritten sind. Jede Messung die anderes zeigt ist falsch.
Weil nicht sein kann, was nicht sein darf!

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paulrandig
5
10
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Diese Koalition hat - genauso wie Trump - ihr Gutes:

Wenn mit der Macht über uns dummes Wahlvieh derart hahnebüchen umgesprungen wird, stellt es sich irgendwann einmal auf die eigenen Beine.
Da wir aus früheren Revolutionen gelernt haben, ziehen wir nicht mehr mistgabelschwingend mit Fackeln und Schreien zum Palast. Aber wir sammeln Information und besinnen uns auf die Kanäle, die uns (noch!) offen stehen.
Wir stellen uns auf unsere Füße und fordern eine gewisse Seriosität ein von denen, denen wir mangels Alternative ohnehin schon widerwillig, aber halt doch das Heft in die Hand gegeben haben.
Jetzt müssen wir nur aufpassen nicht pauschal zu polarisieren, sondern justament im Gegensatz zu den gönnerhaften und teils hetzerisch-präpotenten Rhetorikphrasen der Anzugträger differenziert und vernünftig zu bleiben.

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Patriot
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Genauso ist es!

Nur wollen das der Kettenraucher und der andere trotz großer Ohren nicht hören!
Da gibt's nur eins: bei jeder Gelegenheit abwählen!
Die nächste Möglichkeit ist am Sonntag in Kärnten.

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Apulio
4
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In Klagenfurt hat ein bekanntes

und beliebtes Bierlokal und Restaurant in Lindwurmnähe auch mit 01.01.2018 auf Nichtraucher umgestellt,
Bravo👍👍👍👍👍

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wjs13
5
32
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Man muss nicht nach Wien blicken um festzustellen, dass die Trennung nicht funktioniert

Ein bekanntes Klagenfurter Restaurant und Bierlokal am Pfarrplatz hat elektrische Glastüren, die praktisch immer offenstehen, weil die Kellner beim Servieren durchmüssen. Zusätzlich durch die benötigte, verzögerte Schliessung ist im "rauchfreien" Nebenraum kein Unterschied zum Raucherbereich festzustellen.
Der Pumpe hat die Zeichen der Zeit schon vor Jahren erkannt.

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