Im TestChicken-Nuggets: Meist Formfleisch in viel Panier

Untersucht wurden zwölf Packungen Hühner-Nuggets aus dem Tiefkühlregal, darunter ein Bio-Produkt, die in Supermärkten, bei Diskontern und in einem Bio-Geschäft gekauft worden waren.

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Wer tiefgekühlte Hühner-Nuggets kauft, bekommt meist "viel Panier und kaum hochwertiges Fleisch, das selten aus heimischer Produktion stammt", kritisiert der Verein für Konsumenteninformation (VKI) im Testmagazin "Konsument" (März-Ausgabe). Immerhin: Alle Erzeugnisse waren frei vom Schädlingsbekämpfungsmittel Fipronil. Belastete Eier und Eiprodukte hatten 2017 einen Lebensmittelskandal ausgelöst.

Untersucht wurden zwölf Packungen Hühner-Nuggets aus dem Tiefkühlregal, darunter ein Bio-Produkt, die in Supermärkten, bei Diskontern und in einem Bio-Geschäft gekauft worden waren. Am besten - jeweils mit "gut" - bewertet wurden Erzeugnisse von Jeden Tag/Unimarkt und Spar/Interspar. Sechs Packungen mit Hendlstücken waren laut den Testern nur "durchschnittlich", vier weitere schnitten gar "weniger zufriedenstellend" ab. Am teuersten kam das Bio-Produkt: Umgerechnet auf ein Kilo betrug der Preis 23 Euro. Für Nuggets aus konventioneller Landwirtschaft waren 3,98 bis 10,76 Euro pro Kilogramm zu zahlen. Sieben Produkte bestanden zu mehr als 40 Prozent aus Panier.

Meist Formfleisch

Chicken-Nuggets können aus Fleischstücken oder aus Formfleisch hergestellt werden. "Meistens sind sie aus Formfleisch erzeugt", berichteten die Tester. Drei Produkte (Jeden Tag, Spar, Gutknecht) enthielten überwiegend Skelettmuskulatur, ihre Fleischqualität wurde daher mit "sehr gut" beurteilt. Nuggets, deren Anteil an feinporiger Substanz über 50 Prozent ausmachte, kassierten in Sachen Qualität ein "weniger zufriedenstellend". Hier wurde das Fleisch so stark zerkleinert, dass ein Muskel nicht mehr zu erkennen war.

Die Angaben der Hersteller zur Herkunft des Fleischs - auf den Packungen nur selten vermerkt - wurden mittels Isotopenanalyse überprüft. Alle Proben wurden in diesem Punkt als tadellos beurteilt. "Doch dass in ein und demselben Produkt Hühner aus bis zu drei verschiedenen Ländern verarbeitet sein können, hätten wir nicht erwartet", wunderten sich die Konsumentenschützer. "Hühner aus österreichischer Haltung stecken nur in den Chicken-Nuggets von Spar bzw. Hubers (Merkur, Anm.). Darauf wird auf den Packungen mit der Angabe '100 Prozent österreichisches Hühnerbrustfleisch' auch deutlich hingewiesen." Beide Produkte waren die teuersten aus konventioneller Landwirtschaft im Test.

Oft Zucker enthalten

"Dass Hühner-Nuggets aus der Supermarkt-Tiefkühltruhe nichts mit einem Backhendl im Miniformat zu tun haben, sagt der Hausverstand", bilanzierte "Konsument"-Redakteurin Elisabeth Spanlang. In vielen Produkten stecke Zucker (Dextrose, Maltose, Glukosesirup)."Was hauptsächlich in die typische Nugget-Form gepresst wird, ist bis zur Unkenntlichkeit zerkleinertes Fleisch, das optisch einer für die Wurstproduktion verwendeten Brätmasse gleicht. Einige unserer untersuchten Produkte waren so feinporig, dass sie in Deutschland nur mit einer anderen Kennzeichnung hätten verkauft werden dürfen."

Chicken-Nuggets lassen sich auch selbst herstellen: Hühnerbrust in Stücke schneiden und würzen, in Mehl wälzen, durch gesprudeltes Ei ziehen, mit Semmelbröseln panieren, in der Pfanne herausbacken, fertig.

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