''Burglind'' und ''Eleanor''Zwei Tote im Baskenland, Gondel-Evakuierung in Tirol

Zwei Todesopfer sind in Spanien zu beklagen, eines in Frankreich. In Kitzbühel musste eine Gondelbahn evakuiert werden - die Ereignisse am Mittwoch im Überblick.

In Wimereux im Norden Frankreichs verursachte das Sturmtief beachtlichen Wellengang © 
 

22:45 Uhr: Paar auf Deich von Flutwelle erfasst

Durch das Sturmtief "Eleanor", das in Deutschland "Burglind" heißt,  sind am Mittwoch in Spanien zwei Menschen ums Leben gekommen. Das Paar sei im Baskenland auf einem Deich von einer riesigen Welle erfasst worden, teilten die örtlichen Behörden mit. Eine dritte Person, die bei dem Unglück zwischen den Städten Deba und Mutriku ins Wasser fiel, sei lebend gerettet worden.

18:00 Uhr: Alle Skifahrer gerettet

Alle 20 Skifahrer sind aus der Kitzbühler Gondelbahn gerettet. Sie sind unverletzt geblieben. Mitarbeiter des Roten Kreuzes kümmern sich um die Evakuierten. Die Hornbahn "Sektion 1" wird am  Donnerstag den Betrieb nicht aufnehmen, damit sie technisch überprüft werden kann.

17.30 Uhr: Sturm erfasst Sessellift

Für Aufsehen im Internet sorgt ein Video aus Vorarlberg. Der Orkan wirbelte einen Sessellift am Silvretta Montafon durcheinander. Und in Frastanz wurde das örtliche Sozialzentrum regelrecht abgedeckt. 

17:00 Uhr: Fußballtrainer fast erschlagen

Das Auto des Stuttgarter Kickers-Coach wurde laut "Bild" von einem Baum getroffen und völlig zerstört. Paco Vaz kam wie durch ein Wunder mit dem Schrecken davon - er war unmittelbar zuvor aus dem Fahrzeug gestiegen.

16:45 Uhr: Evakuierung schreitet voran

Laut Tiroler Tageszeichnung sind 60 Prozent der Skifahrer bereits in Sicherheit gebracht. Der Hubschrauber steht noch immer im Einsatz.

APA/ZOOM.TIROL TIROL: EVAKUIERUNG VON SEILBAHN IN KITZBUeHEL
© APA/ZOOM.TIROL

16:10 Uhr: Alarm für Bergretter

Bergrettungskräfte aus dem gesamten Bezirk Kitzbühel wurden alarmiert. Betroffen von dem Rettungseinsatz waren Wintersportler, die sich in den Gondeln aus der Sektion 1, also jenen zwischen Tal- und Mittelstation, befanden.

Der technische Defekt ereignete sich bei einer Gondel, die vom Tal kommend, in den Einfahrtbereich der Mittelstation eingefahren ist. Alle von oben kommenden Wintersportler können entweder über die Talabfahrt selbst abfahren oder werden mit Skidoos und Pistenfahrzeugen bis zum Restaurant Hagstein transportiert, hieß es. Von dort werden sie mit einem umfunktionierten Feuerwehrfahrzeug ins Tal geführt.

15:50 Uhr: Seilbahn wird evakuiert

Der Sturm Burglind hat Mittwochnachmittag die Hornbahn der Kitzbüheler Bergbahnen zum Stillstand gebracht. Grund war ein wahrscheinlich durch einen Windstoß ausgelöster technischer Defekt einer einzelnen leeren Gondel, teilten die Bergbahnen mit. Eine Evakuierung der in den stehenden Gondeln befindlichen Personen war im Gange. Wie viele Wintersportler sich darin befanden, war vorerst unklar.

15:45 Uhr: Schon Hunderte Einsätze

Sturm Burglind hat mit Windspitzen von bis zu 140 km/h Vorarlbergs Feuerwehren im Dauereinsatz gehalten. In rund drei Stunden rückten die Feuerwehrleute nach Angaben der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle (RFL) rund 260 Mal aus. Zwar wurden zahlreiche Straßen durch Bäume verlegt sowie mehrere Hausdächer abgedeckt, verletzt wurde aber niemand.

Bodensee bei Bregenz Foto © APA/DIETMAR STIPLOVSEK

Am frühen Nachmittag schien das Schlimmste überstanden. In Tirol wurden indes bedeutend weniger Einsätze verzeichnet.

15:42 Uhr: Auch Behinderungen durch Schnee

Starke Schneefälle haben am Mittwochnachmittag zu Verkehrsbehinderungen in den Salzburger Gebirgsgauen geführt. Laut ÖAMTC wurde die Tauernautobahn (A10) im Bereich der Einhausung Flachau in Fahrtrichtung Villach am frühen Nachmittag für rund eine halbe Stunde gesperrt, weil zahlreiche Lkw hängengeblieben sind und zum Teil auch quer standen, wie ein Sprecher der APA schilderte.

Auch auf anderen Hauptverkehrsverbindungen wie der Ennstal Straße vom Pongau in die Steiermark, der Katschberg Straße (B99) im Pongau und Lungau sowie der Pinzgauer Straße (B311) von Schwarzach im Pongau in den Pinzgau kamen die Verkehrsteilnehmer aufgrund der winterlichen Fahrbedingungen nur langsam voran.

15:30 Uhr: Lkw umgestürzt

Zwischen Oensingen und Niederbipp in der Schweiz stürzten zwei Schwerfahrzeuge um. Die Autobahn A1 ist blockiert.

Foto © AP

15:25 Uhr: Skifahrer saßen in Gondel fest

Im Schweizer Skigebiet Pizol im Kanton St. Gallen sind mehrere Bäume auf die Tragseile einer Bergbahn gestürzt. Wie viele Menschen am Mittwoch in den Gondeln festsaßen und ob es Verletzte gab, war bisher unklar, teilte die Polizei mit. Helikopterflüge waren wegen des Sturmtiefs Burglind zunächst nicht möglich. Es wurde geprüft, wie die Wintersportler in Sicherheit gebracht werden könnten.

Wegen des Sturms gab es im Kanton St. Gallen bisher 120 Schadensmeldungen. Bäume stürzten auf Straßen. Zwei Autos und ein Traktor wurden beschädigt. Zudem wurden umgeknickte Schornsteine und Antennen gemeldet. Die Böen deckten mehrere Dächer ab.

15:20 Uhr: Glimpfliche Folgen für Deutschland

"Burglind" zog vom Norden fast durch ganz Deutschland. Im Laufe des Tages schwächte sich der Sturm aber zunehmend ab, der Deutsche Wetterdienst hob seine für viele Regionen ausgegebenen Unwetterwarnungen zum großen Teil nach und nach auf. Mit 191 Stundenkilometern wurden auf dem Hochgrat im Allgäu in 1.720 Metern Höhe die stärksten Böen gemessen, in vielen niedrigeren Regionen wurden Böen von 100 bis 120 Stundenkilometern gemessen.

Im Bahnverkehr führten Schäden durch "Burglind" zu Beeinträchtigungen. Im Fernverkehr wurden ab Köln, Aachen, Kaiserslautern und Stuttgart Strecken gesperrt. Im Nahverkehr musste die Bahn einzelne Strecken in Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sperren. Über die Dauer der Sperrungen konnte die Bahn zunächst keine Angaben machen.

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Foto © APA/AFP/dpa/MARCEL KUSCH

15:00 Uhr: Bahnunfall auch in Deutschland

In Nordrhein-Westfalen prallte Mittwochfrüh ein Zug auf der Strecke zwischen Coesfeld und Dortmund im Bereich Lünen auf einen umgestürzten Baumstamm, wie die Bundespolizei mitteilte. Dabei entgleiste der Triebwagen und rutschte trotz Schnellbremsung etwa 120 Meter durch das Gleisbett. Von den rund 70 Fahrgästen wurde offenbar niemand verletzt.

14:50 Uhr: Zug wegen Sturm entgleist

Bei der Entgleisung einer Bahn in der Schweiz sind mehrere Menschen verletzt worden. Der Unfall ereignete sich am Mittwoch im Kanton Bern an der Lenk, wie die Polizei mitteilte. Der Einsatz war am Nachmittag noch im Gange. Passagiere befanden sich nicht mehr im Zug.

Bahnunfall in Lenk, Schweiz Foto © AP

Nach Angaben des Lenker Gemeindepräsidenten, Rene Müller, entgleiste die Bahn wegen einer Windböe. Der Unfall sei aber relativ glimpflich verlaufen, sagte Müller.

14:23 Uhr: Sturmböen ziehen weiter

Bis 14.00 Uhr wurden an der Messstation am Galzig (2.079 Meter) in Tirol 155,9 km/h verzeichnet, berichtete die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik. Dahinter folgte der Brunnenkogel (3.437 Meter) ebenfalls in Tirol mit 137,5 km/h. 128,2 km/h erreichte eine Windböe am Valluga in den westlichen Lechtaler Alpen auf Vorarlberger Gebiet in 2.805 Metern Seehöhe.

In den nächsten Stunden sollten vermehrt auch im Norden und Osten Sturmböen auftreten, so die ZAMG. Vereinzelt dürfte es auch im Süden stürmen.

14:30 Uhr: Rekordböen in der Schweiz

Der Sturm Burglind ist mit Spitzen von bis zu 200 km/h über die Schweiz gefegt. Der Verkehr auf Straße, Schiene und in der Luft war eingeschränkt, und auch Skilifte wurden geschlossen.

Vorboten des Sturms machten sich bereits in der Nacht bemerkbar. Auf dem Säntis wurden gegen 4.00 Uhr Böen von bis zu 146 Kilometern pro Stunde gemessen. Im Laufe des Vormittags wurden die Winde noch stärker. Laut Marco Stoll von MeteoSchweiz verzeichnete die Station auf dem Säntis Windspitzen von 160 Kilometern pro Stunde.

Die Winde führten zu Verkehrsbehinderungen. Die Appenzeller Bahn stellte wegen der noch erwarteten Böen den Betrieb zwischen Weissbad und Wasserauen vorläufig ein. In Zürich stellten die Polybahn und die Seilbahn Rigiblick ihren Betrieb ein. Auf das Jungfraujoch verkehrten ebenfalls keine Züge.

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