Nach dem tödlichen Unfall am Bahnhof Puch bei Hallein am vergangenen Mittwoch hat die Staatsanwaltschaft Salzburg Ermittlungsschritte wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung eingeleitet. Bei dem Unglück war ein Kinderwagen von einem durchfahrenden Güterzug erfasst worden. Dabei wurde ein einjähriges Mädchen aus dem Buggy geschleudert. Das Kind starb wenig später im Krankenhaus.

"Bereits kurz nach dem Unfall wurde die Sicherstellung der Aufnahmen aus der Überwachungskamera und des Kinderwagens veranlasst", sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Salzburg, Barbara Fischer, am Montag zur APA. Die Leiche des verunglückten Mädchens sei mittlerweile zur Beerdigung freigegeben worden. "Alles Weitere werden die Ermittlungen klären." Parallel dazu hat die beim Verkehrsministerium angesiedelte Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes (SUB) eine Sicherheitsuntersuchung eingeleitet.

Nach den bisherigen Erkenntnissen hatte die 24-jährige Mutter am Mittwoch gegen 10.40 Uhr gemeinsam mit dem Mädchen und ihrem dreijährigen Sohn am Bahnsteig auf die S-Bahn nach Salzburg gewartet. Die Frau saß dabei auf einer Sitzbank etwa zwei Meter von der Bahnsteigkante entfernt. In dem Moment, als ein rund 560 Meter langer Güterzug durch den Bahnhof fuhr, stand der Sohn auf. Die Frau wandte sich dem Kleinen zu und ließ dabei laut Polizei den Kinderwagen los.

Der Buggy wurde vom Sog des Zugs erfasst, berührte einen Waggon und wurde zur Seite gestoßen. Dabei stürzte das Mädchen aus dem Kinderwagen. Das einjährige Kind wurde dabei so schwer verletzt, dass es unmittelbar nach der Einlieferung in das Krankenhaus starb. Wie eine Sprecherin der Polizei am Montag zur APA sagte, stehe derzeit noch nicht fest, ob die Feststellbremse des Kinderwagens angezogen war.