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Innsbruck

Passant für Video mit Waffenattrappe bedroht: Bedingte Haft

Zwei junge Männer hatten im Juli 2016 in Innsbruck einen Passanten mit einer Waffenattrappe für ein YouTube-Video bedroht. Der heutige Prozess endete mit Freiheitsstrafen im Ausmaß von vier und sechs Monaten bedingt.

© APA/GEORG HOCHMUTH
 

Zwei junge Männer haben sich am Freitag wegen schwerer Nötigung am Landesgericht Innsbruck verantworten müssen. Sie hatten im Juli 2016 einen Passanten mit einer Waffenattrappe für ein YouTube-Video bedroht. Der Prozess endete mit Freiheitsstrafen im Ausmaß von vier und sechs Monaten bedingt. Das Urteil war vorerst nicht rechtskräftig.

Andere "YouTuber" als Vorbilder

Zusätzlich wurden Geldstrafen von 720 Euro und 1500 Euro unbedingt verhängt. Überdies wurde den Beschuldigten die Zahlung eines Teilschmerzensgeldes von 700 Euro auferlegt. Der Richter sah als strafmildernd an, dass beide Angeklagten geständig und einer der beiden unbescholten sei.

Die 22 und 23 Jahre alten Beschuldigten zeigten sich vor Gericht reumütig und schuldbewusst. Vorbilder für die Tat wären andere "YouTuber" gewesen. Es wäre ihnen aber weniger um Geld aus Werbeeinnahmen, sondern vielmehr um die Erhöhung ihrer Reichweite auf YouTube gegangen. Beide Männer, ein Kroate und ein Einheimischer, bekannten sich schuldig, betonten aber, sich der Tragweite ihrer Tat nicht bewusst gewesen zu sein. Man sei "blauäugig gewesen" und hätte dem Opfer nicht schaden wollen. Laut einem medizinischen Gutachten leidet der bedrohte Passant seit der Tat unter einer Anpassungsstörung, hat große Angst und durchlebt die Situation immer wieder.

Anwalt für "angemessene, aber milde Strafe"

Der Verteidiger der beiden Angeklagten hatte bereits zuvor angekündigt, dass sich die Angeklagten schuldig bekennen würden. Es gebe aber Strafmilderungsgründe, wie zum Beispiel dass keine Gewalt angewandt worden wäre und von der Pistolen-Attrappe keine objektive Gefahr ausginge. Die Angeklagten hätten diverse YouTube-Videos als Vorbild gehabt, hätten das Opfer aber nicht verletzen oder in Gefahr bringen wollen. Sie seien mittlerweile einsichtig und reumütig. Der Anwalt erbat eine "angemessene, aber milde Strafe".

Der Staatsanwalt argumentierte, die Waffe habe täuschend echt ausgesehen. Er bat um eine angemessene Strafe im Sinne einer Generalprävention, um zu verhindern, dass "andere auf den Zug aufspringen und ähnliche Videos produzieren" würden.

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