AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

KLIMA-DEBATTE

„Kaufe jedes Skigebiet, das vor Klima Angst hat“

Gibt’s den Klimawandel und wie muss der Tourismus reagieren? Peter Schröcksnadel und Reinhold Messner im Streitgespräch.

Peter Schröcksnadel und Reinhold Messner © Heinz MITTEREGGER
 

Wenn’s zu warm ist, hilft die beste Technik nichts. Vor Weihnachten gab’s bei beiden trotz modernster Beschneiungsanlagen keinen Schnee. Nicht beim Alpinisten Reinhold Messner in den Südtiroler Bergen und nicht bei ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel in Österreichs Skigebieten.
Ob’s ein meteorologischer Ausreißer war oder eine großklimatische Aufwärmrunde, darüber entbrannte am Rande der Freestyle- und Snowboard-WM am Kreischberg zwischen den beiden Alpenkapazundern eine hitzige Debatte. Für den wortgewaltigen ÖSV-Boss steht fest: „Das Gerede, dass die Schneegrenze auf 1000 Meter steigen wird, ist Unsinn. Ich kaufe gerne jedes Skigebiet, das allein aus Angst vor dem Klimawandel zusperren will.“ Viel eher als über den Klimawandel müsse über regionale klimatische Eigenheiten diskutiert werden, verlangt Schröcksnadel. „Am Arlberg haben wir auf 1300 Metern die gleichen Bedingungen wie in Lackenhof am Ötscher auf 700 Metern.“

Finanzwirtschaft


Das halbe Leben in lichten Schneehöhen verbracht, steht für Messner indes fest, dass neben dem Chaos der Finanzwirtschaft nichts die Europäer so beeinflussen wird „wie das Klima-Chaos über Arktis und den Alpen“. Denn: „Das Wetter ist chaotischer geworden und darauf wird sich der Tourismus einstellen müssen.“ Denn der Gast selbst reagiere blitzschnell. Ein Blick auf die Internet-Wetterkamera, „und wenn er dort grüne Wiesen statt weiße Pisten sieht, wird er nicht kommen“.
Doch wie kann der Tourismus reagieren? Messners Vorschlag: „Keine Neuinvestitionen mehr in tieferen Lagen, und schauen, dass man die bestehenden Anlagen noch erhalten kann.“ Auch das gegenseitige Aufrüsten der Skigebiete müsse ein Ende haben. Gleichzeitig müsse es oben am Berg neben „der radikalen Unterhaltung, und das ist Massenskifahren für mich“, auch noch genügend unberührte Natur und Entschleunigung geben. Eben dadurch könne auch touristischer Mehrwert geliefert werden.

Neuerschließungen


Und die Politik? Die solle sich hüten, Neuerschließungen in tieferen Lagen zu fördern, sagt Messner, was ihm umgehend einen skipräsidialen Rüffel von Schröcksnadel einbringt. Die von ihm so benannten „Bürgermeisterlifte“, also kleine Schlepplifte in jedem Ort, seien unbedingt zu erhalten, wo Kinder ganz in der Nähe ihrer Heimat schnell und günstig das Skifahren erlernen können. Wenn nötig mit Landesgeld: „In Tirol zahlt das Land 50 Prozent der Neuinvestitionen in solche Lifte. Auch wenn die nur ein paar Wochen im Jahr offen haben, hilft uns das, den Nachwuchs zu sichern.“ Nachsatz: „Da hindert uns auch kein Klima daran.“
Da stimmt auch Messner mit ein. Wenn die kleinen Skigebiete nicht mehr mitkönnten und die großen immer teurer würden, „verlernt ein ganzes Volk das Skifahren“. Statt Investitionen in Skigebiete brauche es eine Investition in die Kinder, damit sie den Weg auf die Piste finden. Egal, bei welchem Wetter. ULRICH DUNST

Kommentare (13)

Kommentieren
shelter
0
0
Lesenswert?

Worauf warten die Liftbetreiber

nach der Ankündigung Schröcksnadel, jedes Schigebiet zu kaufen? Also liebe sorgenvolle Lifter, stellt einen Antrag. Dann wird man sehen, was seine Aussage wert ist. Vermutlich nicht viel oder nichts. Oder will er diese gratis bekommen?

Antworten
isogs
0
0
Lesenswert?

unwahrscheinlich

wie manche menschen ticken....
sie wollen sich mit geld alles richten und sogar das klima kaufen...... ob das funktioniert?

Antworten
l24h5hu729ld4jzb85vq3uof1xd4anyw
7
3
Lesenswert?

wie wäre es

Mit Zuschüssen für Schischulwoche für die Österreichischen Kinder, oder geht das nicht, weil nur drei oder vier heimische Schüler in den Klassen es gibt? In die Zukunft muss investiert werden. Das Trinkwasser für die Beschneiungen das macht nichts und der Strom dazu. Alles gratis für die Liftbesitzer und dafür gibt es immer teuer werdende Liftkarten. Busse vom Ausland gibt es genug, nur die kriegen den Schispaß fast geschenkt beim Billigsdorfer Reisebüro.

Antworten
ds10kevjgtm9dxm6w9thrn7ycjc0evjy
0
4
Lesenswert?

Ist ja ein Wahnsinn, was Sie da alles für Informationen haben. Wo haben Sie die her? Aus der "Tagespresse"? :-) "Strom gratis, Trinkwasser, 3-4 heimische Schüler........
Bin ich froh, dass ich nicht in Ihrer Haut stecke.

Antworten
f4zl5cp4uxdy62ijvfdjdgqgfgfm3o4l
13
4
Lesenswert?

Was grüne Schwätzer erzählen,

das kann man meistens vergessen.
Wer erinnert sich noch an das Krisengerede beim angeblichen "Waldsterben" vor 30 Jahren?

Antworten
alexcarnica
1
8
Lesenswert?

der Klimawandel ist schon da

Es gibt kaum noch Dauerfrostperioden in den Niederungen. Ich kann mich gar nicht mehr erinnern wann ich das letzte mal auf einem der großen Seen Eisschuh-laufen war. Früher wusste man wenn es im Dezember oder Jänner Niederschlag gibt schneit es, jetzt ist das nicht mehr sicher. Aber für den Hr. Falken ist ja rauchen auch nicht schädlich Lachhaft diese Lobbyisten.

Antworten
extranjero
3
4
Lesenswert?

@verwirrtesvogerlwärgerneinfalke

Dein Kommentar war zu erwarten - seid der HC und seine Burschischafter parlamentarische Anfragen zu Chemtrails stellt ist viel mehr über die Nebenwirkungen von Schnee bekannt.

Antworten
3fhb7zgx90lulwmjufv0djycs8hr8k9s
3
8
Lesenswert?

ich freu

mich schon, wenn die FP den Klimawandel thematisiert, denn dann bist du aufeinmal der Umweltschützer Nummer eins und ich werde dich dann an dieses Posting erinnern ... xDD

Antworten
l24h5hu729ld4jzb85vq3uof1xd4anyw
4
1
Lesenswert?

ganz einfach....

Wenn die Österreicher sich das schi fahren nicht mehr leisten können, dann werden die billigsdorfer Schitage von den östlichen Staaten angeklarrt. Jause wird dann beim Billa gekauft. Die Scheichs mit ihren Frauen kommen dann auch Schi fahren nach Österreich und notfalls kriegen dann die Zuwanderer gratis Liftkarten.
Mann kann doch nicht in die Jugend Geld invstieren, gibt es doch fast keine Schischulwochen mehr in Österreich.

Antworten
marinerjoe
3
9
Lesenswert?

Die Strategie ist klar: Leugnen, Leugnen und Leugnen,

und wenn es einmal nicht mehr helfen sollte, dann wird sicher ein anderer Schuldiger gefunden.

Antworten
gzz9n97msj53sdpk7mt01c89e5kalk4c
4
14
Lesenswert?

Also wenns im Jànner +20Grad (statt-20Grad)....

....dann ist das ein Klimawandel! Herr Schröcksnadel!

Antworten
outofthebox
3
11
Lesenswert?

Ein wahrer Experte...

"Viel eher als über den Klimawandel müsse über regionale klimatische Eigenheiten diskutiert werden, verlangt Schröcksnadel." Und welche Ursachen sehen Sie für die sich stetig ändernden, regionalen klimatischen Eigenheiten, Herr Schröcksnadel?

Antworten
Patriot
6
15
Lesenswert?

Einfach nur schröcklich,

der Herr Schröcksnadel!

Antworten