Einen Ring am Finger wollte er, zwei Metallringe auf seinen Handgelenken bekam er. Für einen 31-jährigen Mann klickten am Dienstag nämlich unmittelbar vor dem Trauungssaal des Neuen Rathauses in Linz die Handschellen – nur Minuten, bevor er seiner Verlobten das Ja-Wort geben konnte. Der Bräutigam wurde verdächtigt, mit Cannabiskraut und Kokain gedealt zu haben. Der Verhaftete legte dann auch ein umfassendes Geständnis ab, hieß es von der Polizei Oberösterreich. Als „außergewöhnliches Hochzeitsgeschenk“ hatte er außerdem morphinhaltige Mundidol-Kapseln dabei.

Nach dem Trauzeugen wurde gefahndet

Der Mann gab an, seit seiner Haftentlassung im November 2023 im Linzer Volksgarten etwa ein Kilogramm Cannabiskraut zur Finanzierung seiner Opiatabhängigkeit verkauft zu haben. Er wurde in die Justizanstalt Linz eingeliefert.

Bei der Festnahme ergab sich laut Polizei noch ein „bemerkenswerter Nebenschauplatz“, erschien doch als Trauzeuge ein 49-Jähriger, nach dem bereits seit Wochen wegen eines gerichtlichen Vorführungsbefehl gefahndet wurde.

Kein Einzelfall

Ein Zugriff von Behörden am Hochzeitstag, seien es die Drogenfahnder oder eine andere Einheit, kommt in Österreich immer wieder vor.

Im Jänner sorgte ein derartiger Fall in Niederösterreich für Aufsehen. Inmitten einer standesamtlichen Zeremonie betraten Beamte des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl (BFA) das Schloss Vösendorf, stellten sich vor einen 26-jährigen Bräutigam und klärten ihn darüber auf, dass er in Schubhaft genommen werde.

Der Zugriff der Beamten wurde damals auf Video festgehalten: