Komplett in Grün: So präsentiert sich die hierzulande erste veganisierte "Burger King"-Filiale Österreichs. Das Logo ist zwar dasselbe, die altbekannten roten Lettern des Fastfood-Riesen sind allerdings in saftiges Grün getaucht. Hier am Wiener Westbahnhof, zwischen den U-Bahnstationen der U3 (ein Stockwerk höher) und der U6 (ein Stockwerk tiefer), wird nun künftig also rein Pflanzliches aufgetischt. 

Nachdem sich am gestrigen Eröffnungstag lange Schlangen vor der Filiale des Fastfood-Riesen gebildet hatten, geht es heute gemächlicher zu. Am frühen Nachmittag steht zwar eine Handvoll Menschen an, man wartet allerdings keine fünf Minuten. Dass gestern sehr viel mehr los war, hatte wohl auch damit zu tun, dass zum Opening gratis Burger ausgegeben wurden.

Vegane "Burger King"-Filiale: Wenig Andrang am zweiten Tag.
Vegane "Burger King"-Filiale: Weniger Andrang als am Eröffnungstag
© Claire Herrmann

Veganes Fastfood: Was gibt's eigentlich alles?

Aber zunächst der Blick auf die – wie kann es anders sein – ebenfalls grüne Bestelltafel: Die Auswahl fällt nicht gerade klein aus. Wählen kann man nicht nur zwischen verschiedenen veganen "Beef"-Burgern (unter anderem "Vegan Bacon King"), sondern auch zwischen diversen "Chicken"-Burgern (zum Beispiel "Vegan Long Chicken"), veganen Wraps und sonstigen Snacks (vegane Nuggets, "Chili Cheese Nuggets" und Saucen). Und natürlich darf auch Süßes nicht fehlen: Pflanzliches Eis von "Ben & Jerry's" rundet das Angebot ab.

Zu haben sind die Burger zu ähnlichen Preisen wie fleischhaltige Fastfood-Produkte. Am günstigsten ist der "Vegan Hamburger" um 1,90 Euro, der "Vegan Whopper" kostet 5,50 Euro, der "Vegan Long Chicken" 5,60 Euro. Am teuersten ist der "Vegan Double Steakhouse Burger". Er schlägt mit 9,50 Euro zu Buche. Aber wie schaut es in puncto Geschmack aus: Was können die veganen Burger?

Veganer "Burger King": Der Geschmackstest

Geordert wird der "Vegan 'Bacon' King", den "Curry Long 'Chicken'", dazu Pommes. Die sind schließlich ohnehin vegan. Vor dem Geschmackstest wird die Optik untersucht: Rein äußerlich lässt sich kein Unterschied feststellen, auch die Verpackung scheint dieselbe zu sein. 

Veganes Fastfood
Veganes Fastfood
© Claire Herrmann

Den Anfang macht der "Curry Long 'Chicken'". Beim ersten Biss ist man sich nicht sicher, ob es sich tatsächlich um einen fleischlosen Burger handelt. Geschmacklich ist kaum ein Unterschied festzustellen, das Pattie hat eine gute Konsistenz, ist knusprig und erinnert tatsächlich an Hühnchen. Während die "Chicken"-Variante für Begeisterung sorgt, macht sich beim Biss in den "Vegan 'Bacon' King" Ernüchterung breit. Der Geschmack erinnert zwar an herkömmliche Fastfood-Burger, das Pattie selbst schmeckt allerdings nach wenig. Erhoffte Geschmacksexplosionen bleiben – zumindest bei diesem Burger – aus.

Die Pommes hingegen überzeugen wiederum. Eine Überraschung ist das nicht, man kennt sie immerhin aus dem herkömmlichen Burger-King-Sortiment. Um ein abschließendes Urteil fällen zu können, geht es schließlich noch an das Testen der "Chicken"-Nuggets. Optisch überzeugen sie, auch die Textur ist gut. In puncto Geschmack lassen sie allerdings zu wünschen übrig.

Die veganen Nuggets in der neuen "Burger King"-Filiale am Wiener Westbahnhof
Die veganen Nuggets in der neuen "Burger King"-Filiale am Wiener Westbahnhof
© Claire Herrmann

Das Fazit: Pommes und "Chicken"-Burger waren super, bei den Nuggets und dem "Beef"-Burger ist definitiv noch Luft nach oben.

Veganes Fastfood: "Ich bin positiv überrascht"  

Was die anderen Gäste im Lokal sagen? "Ich bin positiv überrascht. Der Geschmack eines 'klassischen' Burgers ist zwar anders, aber mir schmeckt's", sagt zum Beispiel Tanja (25), die "Allesesserin" ist, wie sie sagt. Auch ihre Begleitung Mohammed (27) ist zufrieden: "Ich werde jetzt sicher öfter hierherkommen." Der Gast (52) am Nebentisch ist sich dessen zwar (noch) nicht sicher, Gefallen am pflanzlichen Essen gefunden hat er aber offensichtlich: "Ich finde es gut, dass es mehr vegane Alternativen gibt und Burger nun auch ohne Fleisch auskommen. Das ist ja auch für die Umwelt besser."

Übrigens: Mit weniger Verpackungsmüll scheint der Fastfood-Riese auch in der ersten veganen Filiale nicht auszukommen ...

© Claire Herrmann